Jan Timmermann
· 23.10.2026
Wer sich in Deutschland für Gravelbikes mit Stahlrahmen interessiert, stößt früher oder Später auf die Marke Sour. Die Dresdner haben gleich zwei Modelllinien im Portfolio, die beide auf einen lokal gefertigten Rahmen aus Stahl setzen und vielseitig aufbaubar sind. Dabei geht Sour auch auf ungewöhnliche Kundenwünsche ein und realisiert außergewöhnliche Custom-Aufbauten um. Zwei davon haben wir uns im Detail angeschaut und sind auf sehenswerte Details gestoßen.
Die Stahlrahmen der Sour Gravelbikes beginnen bereits zu fairen Preisen. Die schlanken Silhouetten der Stahlrohre sind immer für einen Hingucker gut. Wer sich ein exklusives Schmuckstück made in Germany aufbauen möchte, wird vermutlich mehr investieren. Getriebeschaltung, Custom-Lack, Sonderwünsche: Bei Sour können fast alle Träume wahr werden. - Jan Timmermann, TOUR-Redakteur
Sour Bikes verfolgt den Ansatz, Fahrräder ausgehend von konkreten Anforderungen und eigenen Vorstellungen vom Fahren zu entwickeln. Die Marke setzt auf Stahlrahmen, eine eigenständige Konstruktion und eine Fertigung in der eigenen Werkstatt in Sachsen. Dabei spielen Langlebigkeit, Reparierbarkeit und die Möglichkeit zur individuellen Konfiguration eine wichtige Rolle. Ale Rahmen entstehen aus mehrfach konifizierten, teilweise hitzebehandelten CrMo-Stahlrohren. Sour’s Philosophie verbindet handwerkliche Rahmenfertigung mit dem Anspruch, Geometrie, Material und Ausstattung auf den jeweiligen Einsatzzweck abzustimmen. Durch die Inhouse-Fertigung ist es Sour auch möglich Sonderanfertigungen unkompliziert umzusetzen - vom zusätzlichen Anschraubpunkt bis zum Rahmen in Übergröße. Custom-Lackierungen und -Aufbauten sprechen die Individualisten unter den Gravelbikern an. Trotz der Fertigung in Deutschland bleiben die Preise für die Gravelbike-Rahmen verhältnismäßig niedrig.
Das Purple Haze ist das meistgefragteste Modell von Sour und definiert sich als klassisches Stahl-Gravelbike für jeden Tag und jeden Einsatz. Einer einzelnen Kategorie Gravelbike will sich das Purple Pie nicht zuordnen lassen. Im Vergleich zum Purple Pie jedoch liegt sein Fokus stärker auf dem sportiven Einsatz. Trotzdem lässt das Rahmenset eine Montage von Schutzblechen und Gepäckträger zu. In den Rahmen passen bis zu 55 Millimeter breite Gravel-Reifen. Ein UDH-Schaltauge erlaubt die Verwendung von Sram Schaltwerken mit Transmission-Standard. Schrauber freuen sich über das geschraubte T47-Tretlager und eine externe Leitungsführung. Der rund 2195 Gramm schwere Rahmen geht für 1299 Euro über die Theke. Für 249 Euro lässt sich eine passende Gabel aus Stahl dazu bestellen. Für 349 Euro besteht diese aus Carbon.
Den Custom-Aufbau für die Bespoked Messe taucht Sour passend zum Namen des Purple Haze in dunkles Lila und ergänzt silber glänzende Anbauteile, wie das bildhübsche Kettenblatt von Raketa. Eine Sram Red XPLR AXS Antreibsgruppe und Carbonlaufräder halten den Gewicht des Highend-Gravelbikes niedrig. Sour ergänzt außerdem ein Front-Rack zum Gepäcktransport und eine Lichtanlage mit vollständig integrierter Kabelführung.
Unter dem Namen Purple Pie führt Sour sein Gravelbike mit Pinion-Getriebe im Programm. Das Bike ist explizit auf abenteuerliche Routen durchs Hinterland spezialisiert und die Wahl vieler Bikepacker. Auch ins Purple Pie passen maximal 55 Millimeter Reifenbreite. Der größte Unterschied zum Purple Haze besteht im wartungsarmen Getriebe-Antrieb. Dazu nutzt Sour spezielle, horizontal verschiebbare Ausfallenden, mittels denen sich der Antriebsstrang auf Spannung bringen lässt. Inklusive Getriebe werden für den Rahmen Preise ab 3499 Euro aufgerufen. Das Purple Pie lässt sich mit denselben Gabeln ordern, wie das Purple Haze. Das Rahmengewicht gibt Sour mit 2795 Gramm in Größe Medium an.
Für einen mehr als zwei Meter großen Kunden hat Sour eine Sonderanfertigung des Purple Pie auf die Räder gestellt. Gemessen an den regulären Rahmengrößen entspräche das Einzelstück etwa Größe XXXXL. Passend zu den gewaltigen Rahmenproportionen kommen 32-Zoll-Carbonlaufräder von Nextie zum Einsatz. Dies könnte ein Blick in die Zukunft sein: Werden wir bald auch Serien-Gravelbikes von Sour mit der neuen Laufradgröße sehen? Bislang muss diese Frage unbeantwortet bleiben, Mountainbike-Rahmen für 32-Zoll-Laufräder bietet Sour bereits an. Die Kraftübertragung am Showbike übernimmt ein Gates-Riemen. Ein Nabendynamo versorgt die Lichtanlage mit Strom. Optisch setzt der Stahlrahmen mit einer auffälligen, zweifarbigen Sonderlackierung Akzente.
Wie seht ihr das: Könnt ihr am Gravelbike etwas mit einem Rahmen aus Stahl anfangen oder setzt ihr lieber auf Carbon? Schreibt es uns in die Kommentare!

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