Jens Klötzer
· 02.06.2026
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Specialized entwickelte das Crux 5 nach der "Time to Finish"-Methode, welche für eine berechnete Fahrzeit bis ins Ziel die Aerodynamik, Gewicht, Rollwiderstand und Streckenprofil in einer Simulation kombiniert. Als Benchmark diente der Unbound Gravel Kurs über 320 Kilometer. Die Berechnungen zeigen laut Hersteller eine Zeitersparnis von 9:58 Minuten gegenüber dem Crux 4 unter identischen Bedingungen. Die Simulation berücksichtigt unter anderem die Oberflächenrauheit, die mittels Telemetrie-Sensoren bei Rennen wie Unbound 2025 erfasst wurde.
Ein wichtiges Entwicklungsziel blieb das geringe Gewicht, der Vorgänger Crux 4 gehörte zu den leichtesten Gravelbikes auf dem Markt, Der S-Works Rahmen des Top-Modells aus sogenanntem FACT 12r Carbon soll nur 789 Gramm wiegen. Das Top-Modell soll selbst mit den aerodynamischen Roval Terra Aero CLX III Laufrädern bei 7,1 kg Systemgewicht liegen. Neu im Lineup ist eine Qualitätsstufe namens S-Level, die zwischen der Top-Version S-Works und dem Mittelklasse-Modell Expert angesiedelt ist. Das S-Level-Modell mit FACT 10r Carbon wiegt 897 Gramm als Rahmen, komplett aufgebaut mit Top-Komponenten in Form einer SRAM Red AXS-Schaltgruppe und Roval Aero-Laufrädern wiegt es 7,7 Kilogramm.
Die Aerodynamik-Entwicklung erfolgte im Windkanal mit einer Puppe mit bewegten Beinen, der Versuch simuliert die Luftströmung am fahrenden Radfahrer. Specialized gibt an, mit dem Crux 5 15,2 Watt weniger Luftwiderstand bei 45 km/h gegenüber dem Crux 4 erreicht zu haben. Der Aero-Gewinn verteilt sich zu 50 Prozent auf Rahmen, Gabel und Sattelstütze, 30 Prozent steuern die Roval Terra Aero Laufräder bei. Weitere 20 Prozent bringt das neue integrierte Terra Cockpit. Die Rohrformen orientieren sich sichtbar am Wettkampf-Straßenrenner Tarmac SL8, Specialized baute Prototypen mit kombinierten Crux-4- und Tarmac-SL8-Teilen.
Das Crux 5 bietet nun Platz für 55 Millimeter breite Reifen, also bis zu 2,2-Zoll-Mountainbike-Format. Die Geometrie wurde an die Ansprüche moderner Gravel-Rennformate angepasst: Der Lenkwinkel ist 0,5 Grad flacher, der Sitzwinkel 0,5 Grad steiler, die Tretlagerhöhe niedriger. Mit diesem Kniff dürfte sich das Crux nun vor allem bei hohem Tempo etwas spurstabiler auf ruppigen Untergründen verhalten, aber auch weniger verspielt in kniffligem Terrain agieren. Damit entfernt sich die Geometrie endgültig vom Cyclocross-Rad, als das das Crux einst eigeführt wurde und das letzte Crux 4 noch erklärt eingesetzt werden sollte. Damit einher geht ein größerer Wendekreis und trägeres Lenkverhalten in engen Kurven sowie eine geringere Bodenfreiheit, was für den klassischen Querfeldeinsport nun eher nachteilig ist. Die Sitzposition wurde dagegen nur leicht angepasst. Der Reach wächst größenabhängig moderat, bei Größe 56 um wenige Millimeter von 397 auf 400 mm. Durch den steileren Sitzwinkel sitzt man auf dem Crux 5 also insgesamt etwas weiter vorn. Specialized gibt an, dass Steifigkeits- und Komfortwerte dem Crux 4 entsprechen.
Die Top-Version S-Works Crux 5 AXS kostet 13.999 Euro. Sie nutzt den leichten FACT 12r Rahmen und Gabel, Terra Aero CLX Laufräder mit Carbonspeichen, Keramiklager von CeramicSpeed und einen S-Works Power Sattel. Alternativen zum SRAM RED AXS XPLR 1x13-Antrieb gibt es in der Top-Klasse nicht.
Das Crux 5 S-Level mit FACT 10r Rahmen, FACT 12r Gabel und SRAM RED AXS XPLR kostet 10.499 Euro. Auf den ersten Blick scheint es identisch zum Top-Modell S-Works ausgestattet, allerdings kommen die Laufräder mit Stahlspeichen und preiswerteren DT Swiss-Naben, auch die Keramiklager in Laufrädern, Steuersatz und Tretlager gehören hier nicht zum Paket.
Das Expert-Modell mit SRAM Force AXS XPLR liegt bei 6.999 Euro, mit SRAM Rival XPLR kostet das Comp-Modell 4.499 Euro. Die einzige mit Shimano-Schaltung ausgestattete Version ist das Einstiegsmodell Sport für 3.999 Euro. Als Rahmenset wird in Deutschland nur die S-Works-Version für 5.799 Euro angeboten.

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