Günstig GravelnWir checken das Canyon Grizl 5 für 1299 Euro

Jan Timmermann

 · 26.07.2026

Wir haben uns das "alte" Canyon Grizl 5 nochmal zur Brust genommen, um herauszufinden, ob der Deal lohnt.
Foto: Georg Grieshaber

In diesem Artikel verwenden wir sogenannte Affiliate Links. Bei jedem Einkauf über diese Links erhalten wir eine Provision vom Händler. Alle vermittlungsrelevanten Links sind mit gekennzeichnet. Mehr erfahren.

Das Canyon Grizl 5 soll als vielseitiger Allrounder nahezu alle Facetten des Gravelbikens abdecken. Der Hersteller verspricht ein Rad, das sich gleichermaßen für den täglichen Weg zur Arbeit, mehrtägige Bikepacking-Abenteuer und ausgedehnte Touren auf Schotter eignet.Wir haben das Aluminium-Gravelbike genauer analysiert und geprüft, in welchen Bereichen das Grizl 5 seine Stärken ausspielt – und an welchen Stellen Käufer Abstriche machen müssen.

Themen in diesem Artikel

​Das Canyon Grizl 5 markiert den Einstieg ins Gravelbike-Lineup der Koblenzer. Bei Anschaffungskosten von unter 1300 Euro liegt die Zielgruppe klar auf preisbewussten Gravel-Einsteigern. Mit teils zehnmal so teuren High-End-Race-Gravelbikes hat das Grizl 5 nur wenig zu tun. Vielseitigkeit und Zuverlässigkeit stehen stärker im Fokus als das sportlichste Konzept. Doch wie viel steckt tatsächlich hinter diesem Vielseitigkeitsversprechen?

​Fazit

Einsteiger, die ein solides und hochwertiges Gravelbike zum attraktiven Preis suchen und vielleicht mit einer gemütlichen Radreise liebäugeln, dürfen beim Canyon Grizl 5 - auch mit altem Rahmen - zuschlagen. Alle, die ihr Bike auch aus sportlichen Beweggründen nutzen, sollten mehr Geld in die Hand nehmen. Für sie dürfte das günstige Alu-Grizl schlicht zu schwer sein. - Jan Timmermann, TOUR-Redakteur

Info Canyon Grizl 5

  • ​Einsatzbereich: Gravel
  • Reifenbreite ab Werk: 45 mm
  • maximale Reifenfreiheit: 50 mm
  • Rahmenmaterial: Aluminium
  • Material Gabel: Carbon
  • Gewicht: 11,1 kg (Größe M, BIKE-Messung ohne Pedale)
  • Maximal zulässiges Systemgewicht: 120 kg
  • Preis: 1299 Euro
  • Besonderheiten: Oberrohr-Mounts, drei Flaschenhalter, Gepäckaufnahmen an der Gabel, Aufnahme für Gepäckträger und Schutzbleche

Ausstattung

  • Antrieb: Shimano Cues (1 x 11), 40; 11-50
  • Bremsen: Shimano Cues, 180 / 160 mm
  • Sattelstütze: Canyon VCLS
  • Laufräder: Alex Rims GVX24P
  • Reifen: Schwalbe G-One RX Performance 45 mm

Alter Rahmen, gleicher Einsatzzweck

Obacht: Das Grizl 5 stand bis vor Kurzem noch mit einem Rahmen der Vorgänger-Generation im virtuellen Schaufenster. Auch das Bike in diesem Check stammt nicht aus dem aktuellen Portfolio. Diesen Rahmen gibt es so nur noch auf dem Gebrauchtmarkt zu kaufen, denn Canyon gönnte auch dem günstigsten Grizl vor Kurzem das Update auf den aktuellen Aluminium-Rahmen. Zu merken ist das Beispielsweise an der Reifenfreiheit von 50 Millimetern, während das neuste Modell sogar Gummis mit 54 Millimetern Breite aufnimmt. Nichtsdestotrotz bleibt der Charakter des alten und des neuen Bikes ähnlich.

Das Grizl ist das Bikepacking- und Abenteuer-Gravelbike des Direktversenders und will lieber lange Touren mit Gepäck statt Vollgas-Ritte antreten. Dabei unterstützen drei Faschenhalteraufnahmen am Rahmen und diverse Anschraubpunkte für Zubehör. Schön: Eine Carbon-Sattelstütze hilft Vibrationen aus dem Untergrund zu filtern und soll den Sitzkomfort erhöhen.

Schwere Nummer

Während der Rahmen inzwischen eine Frischzellenkur erfahren hat, bleibt die Ausstattung des Canyon Grizl 5 weitestgehend gleich. Typisch Canyon ist das Paket preisattraktiv kalkuliert und funktional. Die Laufräder mit Alex-Rims-Felgen bringen eine großzügige Innenweite mit und sorgen dafür, dass sich die Schwalbe-Reifen breit aufstellen können. Die Cues-Gruppe verzichtet am Canyon Grizl 5 auf einen Umwerfer und kommt so schön modern daher. Allerdings bietet sie nur 11 Schaltstufen und damit eine überschaubare Übersetzungsbandbreite. Gravelbiker, die viele Höhenmeter in Angriff nehmen wollen, werden einen schwereren und einen leichteren Gang vermissen.

Meistgelesen

1

2

3

4

5

Insgesamt fällt das Alu-Gravelbike von Canyon mit 11,1 Kilo in Größe M schwer aus. Gemessen am Preis mag der Wert noch in Ordnung gehen, ein leichtfüßiges Fahrverhalten dürfen Kunden aber nicht erwarten. Gravelbikes, welche die Lust am schnellen Fahren wecken, tragen in unserer Test-Erfahrung mindestens zwei Kilo weniger auf den Rippen - ein ganze Menge! Das Canyon Grizl 5 eignet sich eher für Gravelbiker, die ihr Fahrrad zum Pendeln nutzen oder ganz gemütlich eine Tour durch zahmes Gelände abrollen wollen. Für Bestzeiten ist das schwere Gravelbike nicht gemacht.

Stärken und Schwächen

Pro

  • günstiges, vielseitiges Gravelbike
  • viele Anschraubpunkte
  • funktionale Ausstattung

Contra

  • alte Rahmen-Generation
  • schwer und träge
  • knappe Übersetzung

>> Wie seht ihr das: Ist ein Gravelbike für euch in erster Linie Sportgerät oder Fortbewegungsmittel? Schreibt eure Meinung in die Kommentare!

Artikel teilen:
Kommentare

Diskutieren Sie mit – fair, sachlich und respektvoll. Es gilt unsere Netiquette.

Jan Timmermann

Jan Timmermann

Redakteur

Jan Timmermann ist ein Mountainbiker aus echtem Schrot und Korn. Dabei deckt sein Interesse von Marathon- bis Trailbikes und von Street bis Gravel fast alles ab. Getreu dem Motto „das Leben ist zu kurz für langweilige Fahrräder“ hängt Herz des Technik-Redakteurs jedoch vor allem an Bikes mit Charisma. Nebenbei leitet Jan auch noch das Fitness-Resort unserer Radsport-Marken.

Meistgelesen in der Rubrik Rennräder

Shorts