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Ein Carbon-Gravelbike kann leicht und schnell sein, ohne auf Gepäckträger, Schutzbleche und Geländetauglichkeit zu verzichten. Mondraker präsentiert mit dem Arid eine vielseitige Carbon-Plattform mit integriertem Unterrohr-Staufach und breiter Reifenfreiheit. Scott erweitert beim Addict Gravel die Reifenfreiheit auf 57 Millimeter und stimmt den Rahmen auf mehr Nachgiebigkeit ab. Van Rysel kombiniert am EDR-G eine aufrechte Position mit Staufach und mehr als 15 Befestigungspunkten. Die Räder verfolgen damit unterschiedliche Antworten auf dieselbe Frage: Wie bleibt ein Gravelbike gleichzeitig sportlich, universell geeignet für wechselnde Strecken und komfortabel, wenn die Ausfahrt länger wird?
Für die Wahl zwischen Allround und Adventure zählt zunächst der geplante Untergrund. Wer überwiegend Asphalt, feste Waldwege und kurze Schotterstücke fährt, braucht möglicherweise weniger Reifenvolumen als jemand, der tagelang auf groben Pisten unterwegs ist. Die maximale Reifenfreiheit ist deshalb eine Reserve, keine Aufforderung, den breitesten Reifen auch wirklich aufzuziehen. Entscheidend sind außerdem Profil, Karkasse und Luftdruck. Ein integriertes Staufach bringt das nötigste für Trainingsrunden und kurze Touren unter, doch für lange Touren und Mehrtagesabenteuer muss seine Öffnung auch mit montierter Rahmentasche erreichbar bleiben.
Bei der Ausstattung lohnt sich der Blick über das Schlagwort „Carbon“ hinaus. Laufrad-Material und Schalt-Komponenten hängen natürlich von der Modellausführung bzw. vom Preis ab. Günstig muss aber nicht gleich schlecht sein. Der mechanische Zweifach-Antrieb des KTM Gravelator Pro 2X bietet kleinere Gangsprünge als eine breit abgestufte Einfach-Kassette. Zudem ist die Mechanik zugänglicher für DIY-Reparaturen. Aber klar, die Benchmark momentan ist die elektrische 1x13-Schaltung von Sram. Besonders in Sachen Cockpit und Antrieb ist wichtig, dass man bei der Wahl der Komponenten überwiegenden Einsatzbereich im Kopf hat. Die Scott Addict Gravel-Plattform zeigt eindrücklich, welche verschiedenen Cockpit- und Schaltungsoptionen innerhalb derselben Carbonplattform möglich sind.
Das Anforderungsprofil für schnelle Trainingsausfahrten und kurze bis mittellange Touren unterscheidet sich nicht maßgeblich. Doch was prädestiniert ein Gravelbike zudem für echte Abenteuer? Ein geringes Rahmengewicht hilft beim Tragen und Beschleunigen, sagt aber wenig über die Eignung für lange Fahrten mit Gepäck aus. Wichtiger sind eine passende, nicht zu gestreckte Sitzposition und ausreichend leichte Gänge, um das schwere Gesamtgewicht auch steile Auffahrten hinauftreten zu können. Eine Reifenfreigabe von über 50 mm ermöglicht es, Pneus mit hohem Luftvolumen aufziehen zu können - wichtig für hohe Gepäckzuladung, Pannenschutz und Traktion und Komfort auf wechselnden Untergründen. Dazu kommen sinnvoll platzierte Montagepunkte für Gepäck und bei Bedarf auch für Schutzbleche.
Das Mondraker Arid setzt voll auf Vielseitigkeit für Alltag, Mehrtagestouren und raues Gelände. Der neu entwickelte Stealth-Air-Carbonrahmen kommt mit einem integrierten Staufach im Unterrohr („Carry-On“), UDH-Schaltauge sowie zahlreichen Befestigungspunkten an Rahmen und Gabel für Taschen und Flaschenhalter. Mit einer ausgewogenen Geometrie kombiniert das Arid hohe Offroad-Laufruhe mit agilem Handling.
Das Gravelator Pro 2X setzt selbst im Preisbereich unter 2000 Euro auf Carbon. Dem Einsatzbereich gemäß kommt der Rahmen mit Staufach und zahlreichen Befestigungspunkte. Die mechanische 2×12-GRX mit 46/30-Zähne-Kurbel bietet feine Gangsprünge und eine hohe Übersetzungsbandbreite. Mit 10,6 Kilogramm (TOUR-Messung) liegt der Schwerpunkt erkennbar nicht auf Leichtbau um jeden Preis.
Das Addict Gravel kombiniert einen gezielt nachgiebigen Carbonrahmen mit viel Reifenfreiheit und Stauraum. Seine Geometrie soll auf schnellen Abfahrten Ruhe vermitteln, ohne den sportlichen Charakter aufzugeben. Mehrere Modelle decken mechanische Shimano GRX sowie elektronische Sram-Gruppen ab. Wer das Rad für Reisen oder anspruchsvolle Tagestouren plant, sollte die konkrete Ausstattung und Montageoptionen sorgfältig vergleichen.
Das EDR-G priorisiert eine entspannte Haltung, ein Staufach und mehr als 15 Befestigungspunkte. Zwei starre Varianten werden von einem Modell mit 40-Millimeter-RockShox-Federgabel ergänzt. Beim EDR-G GRX gefiel im Praxistest die Laufruhe. Wer eher gestreckt und tief sitzen möchte, sollte die Größe sorgfältig wählen: Die Position fällt ausgesprochen aufrecht aus.

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