Gravelbikes 2027Vier spannende Modelle für Allround und Abenteuer

Josh Welz

 · 13.10.2026

Die drei Topmodelle des Mondraker Arid setzen konsequent auf Carbon – vom Rahmen bis zur Gabel. Die beiden günstigsten Varianten kommen dagegen mit einem Aluminiumrahmen.
Foto: Mondraker

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​Carbon-Gravelbikes müssen keine kompromisslosen Rennmaschinen sein. Manche Modelle kombinieren geringes Gewicht mit Komfort, Montagepunkten und Platz für breite Reifen so geschickt, dass sie einen maximalen Einsatzbereich abdecken. Wir verraten, welche neuen Carbon-Gravelbikes den Spagat zwischen Alltag, Training und Abenteuer schaffen wollen.

​Vielseitigkeit beginnt nicht beim Rahmenmaterial

Ein Carbon-Gravelbike kann leicht und schnell sein, ohne auf Gepäckträger, Schutzbleche und Geländetauglichkeit zu verzichten. Mondraker präsentiert mit dem Arid eine vielseitige Carbon-Plattform mit integriertem Unterrohr-Staufach und breiter Reifenfreiheit. Scott erweitert beim Addict Gravel die Reifenfreiheit auf 57 Millimeter und stimmt den Rahmen auf mehr Nachgiebigkeit ab. Van Rysel kombiniert am EDR-G eine aufrechte Position mit Staufach und mehr als 15 Befestigungspunkten. Die Räder verfolgen damit unterschiedliche Antworten auf dieselbe Frage: Wie bleibt ein Gravelbike gleichzeitig sportlich, universell geeignet für wechselnde Strecken und komfortabel, wenn die Ausfahrt länger wird?

Für die Wahl zwischen Allround und Adventure zählt zunächst der geplante Untergrund. Wer überwiegend Asphalt, feste Waldwege und kurze Schotterstücke fährt, braucht möglicherweise weniger Reifenvolumen als jemand, der tagelang auf groben Pisten unterwegs ist. Die maximale Reifenfreiheit ist deshalb eine Reserve, keine Aufforderung, den breitesten Reifen auch wirklich aufzuziehen. Entscheidend sind außerdem Profil, Karkasse und Luftdruck. Ein integriertes Staufach bringt das nötigste für Trainingsrunden und kurze Touren unter, doch für lange Touren und Mehrtagesabenteuer muss seine Öffnung auch mit montierter Rahmentasche erreichbar bleiben.

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Bei der Ausstattung lohnt sich der Blick über das Schlagwort „Carbon“ hinaus. Laufrad-Material und Schalt-Komponenten hängen natürlich von der Modellausführung bzw. vom Preis ab. Günstig muss aber nicht gleich schlecht sein. Der mechanische Zweifach-Antrieb des KTM Gravelator Pro 2X bietet kleinere Gangsprünge als eine breit abgestufte Einfach-Kassette. Zudem ist die Mechanik zugänglicher für DIY-Reparaturen. Aber klar, die Benchmark momentan ist die elektrische 1x13-Schaltung von Sram. Besonders in Sachen Cockpit und Antrieb ist wichtig, dass man bei der Wahl der Komponenten überwiegenden Einsatzbereich im Kopf hat. Die Scott Addict Gravel-Plattform zeigt eindrücklich, welche verschiedenen Cockpit- und Schaltungsoptionen innerhalb derselben Carbonplattform möglich sind.

Was macht ein Carbon-Gravelbike wirklich abenteuertauglich?

Das Anforderungsprofil für schnelle Trainingsausfahrten und kurze bis mittellange Touren unterscheidet sich nicht maßgeblich. Doch was prädestiniert ein Gravelbike zudem für echte Abenteuer? Ein geringes Rahmengewicht hilft beim Tragen und Beschleunigen, sagt aber wenig über die Eignung für lange Fahrten mit Gepäck aus. Wichtiger sind eine passende, nicht zu gestreckte Sitzposition und ausreichend leichte Gänge, um das schwere Gesamtgewicht auch steile Auffahrten hinauftreten zu können. Eine Reifenfreigabe von über 50 mm ermöglicht es, Pneus mit hohem Luftvolumen aufziehen zu können - wichtig für hohe Gepäckzuladung, Pannenschutz und Traktion und Komfort auf wechselnden Untergründen. Dazu kommen sinnvoll platzierte Montagepunkte für Gepäck und bei Bedarf auch für Schutzbleche.

Mondraker Arid Carbon: Spanischer Abenteurer mit Staufach

Das Mondraker Arid setzt voll auf Vielseitigkeit für Alltag, Mehrtagestouren und raues Gelände. Der neu entwickelte Stealth-Air-Carbonrahmen kommt mit einem integrierten Staufach im Unterrohr („Carry-On“), UDH-Schaltauge sowie zahlreichen Befestigungspunkten an Rahmen und Gabel für Taschen und Flaschenhalter. Mit einer ausgewogenen Geometrie kombiniert das Arid hohe Offroad-Laufruhe mit agilem Handling.

  • Preis: ab ca. 3.199 Euro
  • ​Kategorie: Allround/Adventure
  • Rahmen: Stealth-Air-Carbon mit integriertem Staufach, UDH-Schaltauge, intern verlegte Züge, zahlreiche Befestigungspunkte an Gabel und Rahmen
  • Antrieb/Schaltung: Je nach Modell 1×12- oder 1×13-Antriebe (z. B. Sram Rival / Force XPLR oder Shimano GRX)
  • Bremsen: durchweg hydraulische Scheibenbremsen (160/160 mm), je nach Gruppe
  • Laufräder/Reifen: Mavic Allroad Pro Carbon oder Aluminium mit Maxxis-Reifen
  • Maximale Reifenfreiheit: 50 mm
  • Cockpit: Ergonomisches Gravel-Cockpit mit Flare
  • Gewicht: ca. 8,8 bis 9,5 kg je nach Modellvariante, laut Herstelller
  • Besonderheiten: moderne Gravel-Geometrie für hohe Offroad-Stabilität

KTM Gravelator Pro 2X: feine Gangabstufung für Touren

Das Gravelator Pro 2X setzt selbst im Preisbereich unter 2000 Euro auf Carbon. Dem Einsatzbereich gemäß kommt der Rahmen mit Staufach und zahlreichen Befestigungspunkte. Die mechanische 2×12-GRX mit 46/30-Zähne-Kurbel bietet feine Gangsprünge und eine hohe Übersetzungsbandbreite. Mit 10,6 Kilogramm (TOUR-Messung) liegt der Schwerpunkt erkennbar nicht auf Leichtbau um jeden Preis.

  • Preis: 1.899 Euro
  • Kategorie: Allround/Adventure
  • Rahmen: Carbonrahmen und Carbongabel mit Montagepunkten, integriertes Staufach, innen verlegte Leitungen
  • Antrieb/Schaltung: Shimano GRX mechanisch, 2×12, 46/30 Zähne und 11–36er Kassette
  • Bremsen: Shimano GRX hydraulisch, 160/160 mm
  • Laufräder/Reifen: KTM Pro Gravel CL by Ibex, tubeless-ready; Maxxis Reaver EXO/TR Dual, 454 mm
  • Cockpit: Separater KTM-Team-II-Lenker und Vorbau, 20° Flare
  • Gewicht: 10,6 kg (TOUR-Messung)
  • Besonderheiten: Gepäckträger- und Schutzblechoptionen

Scott Addict Gravel: breite Modellpalette

Das Addict Gravel kombiniert einen gezielt nachgiebigen Carbonrahmen mit viel Reifenfreiheit und Stauraum. Seine Geometrie soll auf schnellen Abfahrten Ruhe vermitteln, ohne den sportlichen Charakter aufzugeben. Mehrere Modelle decken mechanische Shimano GRX sowie elektronische Sram-Gruppen ab. Wer das Rad für Reisen oder anspruchsvolle Tagestouren plant, sollte die konkrete Ausstattung und Montageoptionen sorgfältig vergleichen.

  • Preis: Verschiedene Ausstattungsvarianten ab 2.799 Euro
  • Kategorie: Allround/Adventure
  • Rahmen: HMF- oder HMX-Carbon, gezielt flexender Hinterbau und Werkzeuglösung im Rahmen
  • Antrieb/Schaltung: Je nach Modell mechanische GRX 1×12 oder elektronische Sram Rival (Rival, Force oder Red)
  • Bremsen: Hydraulische Scheibenbremsen, 160-mm-Scheiben, je nach Gruppe
  • Laufräder/Reifen: Ausstattungsabhängige Laufradsätze und Reifen
  • Maximale Reifenfreiheit: 57 mm
  • Cockpit: Integriertes Carbon-Cockpit oder separate Aluminiumkomponenten, je nach Modell

Van Rysel EDR-G: 15 Befestigungspunkte

Das EDR-G priorisiert eine entspannte Haltung, ein Staufach und mehr als 15 Befestigungspunkte. Zwei starre Varianten werden von einem Modell mit 40-Millimeter-RockShox-Federgabel ergänzt. Beim EDR-G GRX gefiel im Praxistest die Laufruhe. Wer eher gestreckt und tief sitzen möchte, sollte die Größe sorgfältig wählen: Die Position fällt ausgesprochen aufrecht aus.

  • Preis: Verschiedene Varianten ab 2.199 Euro, von GRX bis Force AXS sowie mit Federgabel
  • Kategorie: Adventure
  • Rahmen: Carbon, Werkzeugfach, zahlreiche Taschen- und Schutzblechaufnahmen; Gabelkanal für Dynamolicht
  • Antrieb/Schaltung: GRX mechanisch 1×12, 10–51; Force-Modelle elektronisch 1×13, 10-46
  • Bremsen: Je nach Version hydraulische Shimano GRX oder Sram Force
  • Laufräder/Reifen: DT Swiss G1800/Schwalbe G-One R Performance 45 mm oder Carbon-Laufradsätze
  • Maximale Reifenfreiheit: 50 mm
  • Cockpit: Separater Lenker/VorbauBesonderheiten: Optional mit Federgabel (RockShox Rudy XPLR und 40 mm Federweg)

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Josh Welz

Josh Welz

Chefredakteur

Josh Welz ist studierter Sportjournalist und prägt als Chefredakteur die publizistische Ausrichtung der BIKE. 2016 griff Welz den E-Trend auf und entwickelte den Titel EMTB. Entsprechend bewegt er sich gerne zwischen den Welten. Da seine Begeisterung für knackige Trails aber größer ist als sein Trainingsfleiß, schlägt das Pendel häufig in Richtung „E“ aus.

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