Bike-Tuner Dangerholm veredelt Gravelbike

Julian Schultz

 · 28.10.2022

Bike-Tuner Dangerholm veredelt GravelbikeFoto: Gullholm
Neuland: Erstmals veredelte Bike-Tuner Gustav “Dangerholm” Gullholm ein Frauen-Modell. Als Basis diente das Contessa Addict Gravel von Scott.

Bike-Tuner Gustav Gullholm, besser bekannt als Dangerholm, hat mal wieder zugeschlagen. Sein neuestes Kunstwerk ist ein veredeltes Gravelbike auf Basis des Scott Contessa Addict Gravel. Zudem gibt der Skandinavier gegenüber TOUR einen Ausblick auf sein erstes Straßenrad-Projekt.

Nach einem getunten Addict Gravel im vergangenen Jahr präsentiert Dangerholm, der sich eigentlich auf die Veredelung von Mountainbikes spezialisiert hat, sein zweites Gravelbike. Mit dem Tuning-Modell betritt der extrovertierte Schwede mit Oberschenkeln im XXL-Format dennoch Neuland: Erstmals peppte er ein Bike für Frauen auf - und holte sich dafür seine Freundin Pernilla Eriksson an Bord. “Der Frauen-Radsport ist auf dem Vormarsch, deswegen war es endlich an der Zeit dafür”, so Gullholm.

Das Dangerholm-Bike zum Durchklicken

Das veredelte Contessa Addict Gravel ist das erste Frauen-Modell aus der Feder von Dangerholm. Das Bike, an dem auch dessen Freundin Pernilla Eriksson mitwirkte, wiegt 7,5 Kilo in Rahmengröße S.
| Bilder: Gullholm
Verlagssonderveröffentlichung

Auf Basis des Contessa Addict Gravel konzipierte das Duo ein exklusives Einzelstück, das laut Gullholm 7,5 Kilo in Größe S auf die Waage bringt. Zum Vergleich: Das Top-Modell von Scotts Gravel-Plattform hing bei TOUR mit 8,3 Kilo (Größe L) an der Waage. Wie es sich für ein echtes Dangerholm-Modell gehört, zeichnet sich der Dream Build durch jede Menge teurer Highend-Komponenten aus, die obendrein an das Farbkonzept in Rosé/Schwarz angepasst sind.

Exklusiver Antriebsstrang am Dangerholm

Bereits der Einfach-Antrieb zieht die Blicke auf sich. Das Schaltwerk (SRAM X01) ist mit überdimensioniertem Schaltkäfig (Ceramicspeed OSPW Cerakote) gepimpt, dessen Schaltungsrädchen durch eine Keramikbeschichtung haltbarer als herkömmliche Modelle sein soll. Kostenpunkt allein dafür: 749 Euro! Die Übersetzung fällt durch das kleine Kettenblatt (Garbaruk, 42 Zähne) und die riesige MTB-Kassette (Leonardio General Lee, 9-50 Zähne) extrem aus.

Das Artwork übernahm Pernilla Eriksson. Mit Klinge und Sandpapier wird die Originallackierung des Contessa Addict Gravel entfernt.Foto: Gullholm
Das Artwork übernahm Pernilla Eriksson. Mit Klinge und Sandpapier wird die Originallackierung des Contessa Addict Gravel entfernt.

Komponenten aus Deutschland

Weiteres Highlight sind die Laufräder - nicht nur bei Hobbyschraubern ein beliebtes Tuning-Thema. Dangerholm greift dabei auf deutsche Ingenieurskunst zurück. Speichen - in auffälligem Pink - und Naben stammen vom sächsischen Laufradhersteller PiRope, der sich mit geflochtenen Speichen einen Namen machte und 2020 erstmals einen Laufradsatz für Rennrad und Gravelbike vorstellte. “Ich machte schon am MTB die Erfahrung, dass die PiRope-Laufräder Vibrationen etwas besser minimieren als herkömmliche Modelle”, so Dangerholm. Auch bei der Bremsanlage vertraut der Bike-Tuner auf Produkte “Made in Germany”: Bremssattel und -scheiben kommen von Trickstuff.

Ausstattungsdetails in der Übersicht

  • Rahmenset: Scott Contessa Addict Gravel (Größe S)
  • Cockpit: Syncros Creston iC SL X (400 Millimeter)
  • Schaltwerk: SRAM X01/Hopp Carbon Parts
  • Schaltkäfig: Ceramicspeed OSPW Cerakote
  • Kassette: Leonardi General Lee (9-50 Zähne)
  • Kettenblatt: Garbaruk (Einfach, 42 Zähne)
  • Kurbelgarnitur: Easton EC90 SL
  • Bremssättel: Trickstuff C22 Flatmount
  • Bremsscheiben: Trickstuff Dächle UL (160/140 Millimeter)
  • Felgen: Syncros Capital 1.0 X40
  • Speichen: PiRope Vectran
  • Reifen: Ultradynamico Rosé Race (42 Millimeter)

Neues Projekt auf Basis des Foil RC

Das Scott Foil zählt schon im Serienzustand zu den schnellsten Aero-Rennrädern der Welt.Foto: Gullholm
Das Scott Foil zählt schon im Serienzustand zu den schnellsten Aero-Rennrädern der Welt.

Und das nächste Projekt wartet bereits. Erstmals veredelt Dangerholm ein Straßenrad, genauer gesagt einen Aero-Boliden. Scott stellt ihm dafür das Foil RC zur Verfügung, das TOUR in der Top-Ausstattung bereits testen konnte. “Bevor es die finale Version gibt, geht’s an die Feinabstimmung. Das betrifft unter anderem die Übersetzung und Sitzposition”, erklärt der Skandinavier.

Der erste Blick auf seine Version verrät dennoch schon einiges. Das Schaltwerk stammt von SRAM mit XPLR-Kassette, die Laufräder kommen vom fränkischen Leichtbau-Spezialisten Bike Ahead Composites. Zudem verrät Dangerholm, dass die Kurbelgarnitur aus dem 3D-Drucker kommen wird. “Und die weiße Lackierung kommt natürlich auch noch ab”, so der Bike-Tuner. Im Winter oder Frühjahr soll das Modell offiziell vorgestellt werden.