Test Pi Rope R.38 Rennrad-LaufräderFoto: Matthias Borchers

LaufräderTest Pi Rope R.38 Rennrad-Laufräder

Matthias Borchers

 3/31/2022, Lesezeit: 2 Minuten

Der Laufrad-Hersteller Pi Rope aus Chemnitz, 2017 von Ingo Berbig gegründet, entwickelte anfangs Mountainbike-Laufräder. Erst 2020 kam das R.38 fürs Gravelbike und Rennrad hinzu – unser Dauertestkandidat für 6.500 Kilometer.

Die Besonderheit der in Sachsen hergestellten Rennrad-Laufräder ist ihr sensationell geringes Set-Gewicht von knapp 1.250 Gramm. Möglich macht das die Konstruktion der Speichen, die aus Textilfasern (Vectran) geflochten sind. Erstmals setzte Pi Rope die Faserspeichen 2018 bei Mountainbike-Laufrädern ein. Das R.38 hat je Laufrad 24 solche Speichen mit ovalem Querschnitt, jede besteht wiederum aus 24 Fasersträngen à 300 Einzelfasern.

Das macht pro Speiche 7.200 Vectranfasern, von denen jede dünner als ein Haar ist. Die Laufräder sind tubelesstauglich, Freiläufe gibt es für aktuelle SRAM- und Shimano-Kassetten. Unser Dauertester fuhr mit den R.38-Laufrädern zu 80 Prozent auf Schotter, den Rest auf der Straße und in leichtem Gelände. Vor allem das gute Beschleunigungs- und agile Lenkverhalten der Räder begeistert, und die Messungen im TOUR-Labor bestätigen den Eindruck: Sie belegen eine extrem niedrige Energie von 81 Joule, die erforderlich ist, um die bereiften Laufräder von 0 auf 30 km/h zu beschleunigen.

Zum Vergleich: Werte unter 100 Joule sind für Laufräder mit ähnlich hohen Felgen und vergleichbar guter Alltagstauglichkeit schon sehr gut. Dafür ermittelten wir für die R.38 nur eine durchschnittliche Seitensteifigkeit: Mit lediglich 38 Newtonmetern pro Millimeter (vorne und hinten) liegen sie etwas unter dem Niveau klassisch aufgebauter Räder von etablierten Herstellern. Für unseren sehr leichten Testpiloten erwies sich das aber als unproblematisch – es fiel ihm während der Testfahrten nicht einmal auf.

Nach 6.500 Kilometern exakt so steif wie vorher

Interessant: Auch nach längerer, intensiver Nutzung ließ die Speichenspannung nicht nach. Die Laufräder waren laut unseren Messungen nach 6.500 Kilometern exakt so steif wie vorher. Nur ein paar abstehende Fasern an den Speichen irritierten. Auf Nachfrage versicherte der Hersteller, dass diese „optische Reifung“ normal und kein technischer Mangel sei; sie lasse sich mit einem mitgelieferten Pflegemittel korrigieren. Kundenfreundlich sind die Garantie- und Crash-Replacement-Bedingungen. Bei den neuesten Laufrädern des Jahrgangs 2022 sind die Speichen nicht nur uni, sondern in elf verschiedenen Farben erhältlich.

Fakten zum Laufradsatz R.38

+ Verarbeitung; Gewicht; Beschleunigung; Service

- Seitensteifigkeit

Rennrad- und Gravel-Laufradsatz R.38 von Pi RopeFoto: Matthias Borchers
Rennrad- und Gravel-Laufradsatz R.38 von Pi Rope