Aero-Race-GravelbikeRidley Kanzo Fast 2.0 - dicke Reifen, wenig Gewicht

Jan Timmermann

 · 05.07.2026

Dieser Prototyp des Ridley Kanzo Fast 2.0 Gravelbikes soll 8,1 Kilo wiegen und 7500 Euro kosten.
Foto: Jan Timmermann
Auch unter den Gravelbikes gibt es einen Aero-Trend gepaart mit viel Reifenfreiheit. Ridley geht diesen Trend mit und präsentierte auf der Eurobike einen Prototypen des neuen Kanzo Fast 2.0. Wir haben die ersten Infos.

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​Mit dem Kanzo Fast gehörte Ridley zu den ersten Herstellern, die das Thema Aerodynamik konsequent auf den Gravel-Sport übertrugen. Nun deutet sich die nächste Evolutionsstufe an: Nach mehreren Renneinsätzen als Prototyp und einem öffentlichen Auftritt auf der Eurobike steht das Ridley Kanzo Fast 2.0 offenbar kurz vor der Markteinführung. Das neue Race-Gravelbike verfolgt dabei ein klares Ziel – maximale Geschwindigkeit, ohne die Anforderungen moderner Gravel-Rennen aus den Augen zu verlieren. Während Modelle, wie das Ridley ASTR eine ausgewogenere Balance zwischen Racing und Komfort versprechen, richtet sich das neue Kanzo Fast 2.0 klar an Fahrer, die auf schnellen Schotterkursen jede Watt-Ersparnis nutzen möchten. Auch wenn Ridley zum aktuelle Zeitpunkt noch keine vollständigen technischen Daten oder einen offiziellen Verkaufsstart veröffentlicht, deutet alles darauf hin, dass das Kanzo Fast 2.0 die nächste Generation der Aero-Gravelbikes maßgeblich mitprägen soll.

Die wichtigsten Infos zum Ridely Kanzo Fast 2.0

  • Einsatzbereich: Gravel
  • Reifenfreiheit: bis 58 mm
  • Rahmenmaterial: Carbon
  • Gewicht: ca. 8,1 kg
  • Preis: 7500 Euro (Topmodell)
  • Besonderheiten: Rahmenstaufach, Oberrohr-Mount, maßgeschneiderte Aero-Taschen

Kompromissloser Racing-Charakter

​Bereits auf den ersten Blick wird klar, dass Ridley die aerodynamische Ausrichtung des Kanzo Fast 2.0 weiter verschärft hat. Besonders markant fällt das voluminöse Steuerrohr aus, dessen Form stark an das Aero-Rennrad Noah Fast 3.0 erinnert. Zusammen mit tief profilierten Rohrformen und einem sauber integrierten Cockpit vermittelt das Rad einen kompromisslosen Racing-Charakter. Auch die Frontpartie wurde konsequent auf einen möglichst geringen Luftwiderstand ausgelegt. Das einteilige Forza-Cockpit kombiniert schmale Hebelpositionen mit nach außen ausgestellten Unterlenkern – ein Layout, das sowohl eine windschnittige Sitzposition als auch Kontrolle im Gelände ermöglichen soll.

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​Während frühe Aero-Gravelbikes häufig bei der Reifenbreite Kompromisse eingehen mussten, scheint Ridley diesen Zielkonflikt fürs Kanzo Fast 2.0 deutlich entschärft zu haben. Nach Angaben des Herstellers bietet das neue Modell Platz für Reifen bis zu 58 Millimeter Breite. Alle Ausstattungsvarianten sollen mit 29 x 2,25 Zoll breiten Gravel-Reifen ausgestattet sein. Damit richtet sich das Kanzo Fast 2.0 nicht nur an schnelle Schotterrennen, sondern auch an technisch anspruchsvollere Strecken mit gröberem Untergrund. Statt ausschließlich den Luftwiderstand zu reduzieren, sollte auch am neuen Race-Gravelbike auch der Rollwiderstand durch breitere Reifen sinken. Nach Aussagen des Herstellers liegen die aerodynamischen Verbesserungen gegenüber bisherigen Plattformen zwar im einstelligen Prozentbereich, die Reduzierung des Rollwiderstands soll jedoch deutlich größer ausfallen.

Diese Entwicklung spiegelt einen generellen Trend im Gravel-Rennsport wider: Nicht allein der Luftwiderstand entscheidet über die Geschwindigkeit, sondern das Zusammenspiel aus Aerodynamik, Reifenwahl, Komfort und Fahrstabilität. Seinen ersten öffentlichen Auftritt absolvierte der neue Rahmen des Ridley Kanzo Fast 2.0 bei internationalen Gravel-Rennen wie The Traka, wo Ridley-Werksfahrer bereits mit dem Prototypen unterwegs waren.

Spannende Details am Prototypen

Am Prototypen-Bike auf der Eurobike-Messe 2026 in Frankfurt ließen sich einige spannende Details des neuen Ridley Kanzo Fast 2.0 erahnen. Im Unterrohr des Carbonrahmens sitzt ein Staufach. Dieses wurde laut Ridley bewusst nicht unter dem Flaschenhalter, sondern etwas weiter unten platziert, um einen möglichst unkomplizierten Zugriff zu erlauben. In Serie soll unter der Abdeckung eine Halterung für eine CO2-Kartsuche sowie ein Minitool sitzen. Die gesamte Leitungsverlegung läuft rahmenintern. Das Bike soll auch für die Integration eines Energiesystems mit Powerbank, Kabeln und Nabendynamo vorbereitet sein, um Ultra-Athleten bei Nachtfahrten den nötigen Strom zu liefern.

Am Oberrohr lässt sich eine Tasche fest verschrauben. Ist diese nicht montiert, versteckt sich die Aufnahme formschön unter einer Abdeckung. Typisch Race-Gravelbike verzichtet das Ridley Kanzo 2 auf weitere Anschraubpunkte für Gepäck, wie etwa an der Gabel. Nach unseren Informationen arbeitet Ridley aktuell an speziellen Prototypen-Taschen, welche exakt zum Kanzo Fast 2.0 passen und ebenfalls besonders aerodynamisch sein sollen. Da die Ridley-Profis auch über Distanzen von 200 Kilometern Durchschnittsgeschwindigkeiten von 38 Kilometern pro Stunde treten können, seien beim Thema Luftwiderstand auch kleinste Details relevant.

Am Showbike des Ridley Kanzo Fast 2.0 war eine kleine Kettenführung montiert, um den Antriebsstrang auch bei rauer Fahrt auf Linie zu halten. Die Vorserien-Lackierung zog bereits einige Blicke auf sich. Fürs Serienbike habe man extra eine neuartige Lackiertechnik kreiert. Zu sehen waren am Prototypen-Gravelbike auch neue Carbon-Laufräder der Eigenmarke. Dank Carbonspeichen sollen diese besonders drehfreudig sein.

Verfügbarkeit, Preis und Gewicht

Noch handelt es sich beim Ridley Kanzo Fast 2.0 um einen Prototypen. Laut Ridley soll das neue aerodynamische Race-Gravelbike aber circa ab September verfügbar sein. Auf der Eurobike-Messe zeigte Ridley das Topmodell, welches mit einer Sram Force AXS Gruppe rund 8,1 Kilo auf die Waage bringen soll. Geplanter Preis für den High-End-Gravel-Racer: 7500 Euro.

Fazit zum Aero-Race-Gravelbike

Leicht, aerodynamisch, viel Reifenfreiheit - wenn man mich fragt, ist das die Zukunft des Gravelbikens. Der Prototyp des Ridley Kanzo Fast 2.0 zeigt eindrucksvoll wohin die Reise geht und vereint den sportlichen Anspruch eines Race-Gravelbikes mit nützlichen Detaillösungen. Für schnelle Ritte auf langen Runden und anspruchsvollen Untergründen dürfte das Ridley Kanzo Fast 2.0 ideal sein. - Jan Timmermann, BIKE-Redakteur

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Redakteur

Jan Timmermann ist ein Mountainbiker aus echtem Schrot und Korn. Dabei deckt sein Interesse von Marathon- bis Trailbikes und von Street bis Gravel fast alles ab. Getreu dem Motto „das Leben ist zu kurz für langweilige Fahrräder“ hängt Herz des Technik-Redakteurs jedoch vor allem an Bikes mit Charisma. Nebenbei leitet Jan auch noch das Fitness-Resort unserer Radsport-Marken.

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