Wie schlimm wäre es, wenn alle Radfahrer ein und dasselbe Gravlbike fahren müssten? Abwechslung ist das Salz in der Gravel-Suppe. Klar, beim Händler nebenan stehen vermutlich nur vier, fünf Marken zur Auswahl. In unserer vernetzten Welt gibt es aber die Möglichkeit sich zu noch ganz anderen Angeboten zu informieren. Giant, Trek, Scott, Merida: Die Branchenriesen kennt jeder. Aber schon mal was von Equilibrium, Pegoretti, Tulipp, Scarab oder Soulrider gehört? Wir leisten Aufklärungsarbeit und stellen fünf unbekannte Gravelbikes ins Rampenlicht.
Überall auf der Welt bauen Menschen schöne Fahrräder. Die Auswahl endet nicht bei den carbon- und Alu-Modellen von Canyon, Cube, Specialized und Co., sondern geht noch viel weiter. Wer bereit ist in exotische Nischen abzutauchen, mag dort sein nächstes Traumbike finden. Ob Stahl oder Titan, Wunschlackierung oder Standardfarbe, Maßanfertigung oder vorgegebene Geometrie: Die Welt der Gravelbikes ist bunt! - Jan Timmermann, BIKE-Redakteur
Das formschöne Equilibrium Brutalist erzählt eine multikulturelle Geschichte. Der Macher hinter dem Gravelbike stammt aus Lettland und lernte sein Handwerk bei japanischen Rahmenbaukünstlern. Das Brutalist vereint zudem klassisches Titan mit modernem 3D-Druck und einer Ästhetik, die tatsächlich an die monumentale Klarheit brutalistischer Architektur erinnert. Aus dem Drucker stammt etwa das Verbindungsstück der Sitzstreben, welche in einem flachen Winkel am Sitzrohr vorbei ans Oberrohr geführt werden. Das soll dem Material erlauben etwas mehr zu flexen und den Sitzkomfort erhöhen.
Dario Pegoretti ist ein Meister seines Handwerks und Künstler zugleich. Seine Werkstatt in Verona versteht sich nicht als industrielle Fahrradfabrik, sondern als Bottega. Mit dem Orlando können Gravelbiker ihre Leidenschaft fürs Radfahren materialisieren und müssen trotz Stahlrahmen nicht auf moderne Standards verzichten. Kein Pegoretti-Bike ist wie ein zweites. Neben einer einfarbigen Lackierung gibt es die berühmte Ciavete-Lackierung. Diese steht bei Pegoretti für frei gestaltete, abstrakte und handgemalte Oberflächen. Der Herstellungsprozess dauert typischerweise sechs bis acht Monate, bei besonders aufwendigen Projekten auch länger.
Das Herzstück des Adventure A65 ist der Rahmen aus Stahl. Tulipp fertigt diesen von Hand in Montreal. Das kanadische Gravelbike ist nicht einfach ein Serienrad von der Stange, sondern wird mit einem wohlüberlegten Do-It-All-Ansatz individuell auf den jeweiligen Piloten zugeschnitten. Nicht das Fahrrad soll bestimmen, wohin die Reise geht, sondern der Fahrer. Hochwertige Rahmen und Gabeln dürfen bei den Kanadiern auch exotische Sonderwünsche integrieren. Dank großer Reifenfreiheit prädestiniert sich das Tulipp als robustes Reiserad für fast jedes Gelände
Scarab steht für aufwändige Einzelanfertigungen aus Kolumbien und das Paramo Gravelbike macht da natürlich keine Ausnahme. Das in El Retiro bei Medellín handgefertigte Custom-Bike kombiniert einen individuell abgestimmten Columbus-Stahlrohrsatz mit einer klaren Ausrichtung auf zeitgemäße Technik. So führt die Integrale-Version alle Leitungen vollintegriert durch Gabel, Lenker und Rahmen. Die Lackierungen entstehen inhouse bei Scarab und gehören zu den technisch aufwendigsten Merkmalen des Gravelbikes.
Schöner Name, schönes Fahrrad: Das Soulrider Sile ist ein elegantes Gravelbike aus Stahl, das in Deutschland aber kaum jemand kennt. Das türkische Gravelbike kommt aus Istanbul und verfolgt einen wohltuend klassischen Ansatz. Statt maximaler Integration und minimalem Gewicht geht es bei diesem Rad um Vielseitigkeit, Robustheit und die Freiheit, dort weiterzufahren, wo die Straße längst aufgehört hat. Das Herzstück des Şile ist ein handgefertigter Stahlrahmen. Dieser gehört zu den sogenannten Ready-Made-Modellen – ist also nicht vollständig als Einzelanfertigung konzipiert, bietet aber verschiedene Größen und Farboptionen.
Wie seht ihr das: Welches dieser fünf exotischen Gravelbikes ist euer persönlicher Favorit? Schreibt es uns in die Kommentare!

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