Florentin Vesenbeckh
· 10.06.2026
Der spanische Fahrradhersteller Megamo hat mit dem Upon ein E-Roadbike vorgestellt, das sich konsequent am klassischen Rennrad orientiert. Anders als viele Konkurrenzprodukte, die auf Gravel- oder Endurance-Geometrien basieren, wurde das Upon von Grund auf als reines Straßenrennrad mit elektrischer Unterstützung konzipiert. Das soll sich in der Rennrad-Geometrie, dem straßenspezifischen Cockpit und der speziellen Motorabstimmung zeigen.
Der vollintegrierte Carbon-SL-Rahmen arbeitet mit einer Geometrie, die bewusst klassische Rennrad-Charakteristika aufgreift. Hier sollen sich erfahrenen und sportliche Rennradfahrer richtig wohlfühlen nicht Alltagsradler. Eine 27,2 Millimeter schlanke Carbon-Sattelstütze soll durch gezielten Materialflex zusätzlichen Komfort auf langen Distanzen mitbringen.
Herzstück des Upon ist das Avinox-Motorsystem, das eine enorme Spitzenleistung von 1300 Watt und ein hohes Drehmoment von bis zu 150 Newtonmeter mitbringen. Das ist deutlich mehr als die Konkurrenz. Trotzdem bleiben die Avinox Aggregate schlank und leicht. Doch klar ist: Megamo setzt hier nicht auf einen Light-Antrieb à la TQ oder Fazua - sondern auf massive Leistung. Je nach Modell kommen der etwas schwächere M2 oder der Top-Motor M2S zum Einstaz.
Entscheidend für den Straßeneinsatz soll die spezifische Motorabstimmung des Upon sein, die progressive, gleichmäßige Kraftentfaltung gegenüber spontanen Drehmoment-Spitzen priorisiert. Das soll sich besonders bei konstanter Kadenz und in Gruppensituationen natürlich anfühlen.
Die Energieversorgung übernimmt ein fest integrierter 600-Wattstunden-Akku, der je nach Unterstützungsstufe, Topografie und Fahrerleistung eine Reichweite zwischen 70 und 120 Kilometern ermöglichen soll. Diese Kapazität ist auf typische Straßeneinsätze wie Langstreckenfahrten, mehrstündige Trainingseinheiten oder Jedermann-Rennen ausgelegt.
Das Upon rollt auf 700c-Laufrädern mit 42 Millimeter breiten Vittoria Corsa Pro Control-Reifen. Diese Reifenbreite liegt im üblichen Rahmen aktueller E-Road-Bikes und bietet ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Rollwiderstand, Komfort und Sicherheit auf unterschiedlichen Straßenbelägen. Das integrierte Carbon-Cockpit mit vollständig im Rahmen verlaufender Kabelführung folgt dem Clean-Cockpit-Trend moderner Rennräder.
Megamo definiert als primäre Zielgruppe klassische Straßenradfahrer im Alter zwischen 45 und 70 Jahren, die über langjährige Radsporterfahrung verfügen und regelmäßig an Vereinsausfahrten oder Sportifs teilnehmen. Die elektrische Unterstützung soll dabei als pragmatisches Werkzeug dienen, das Geschwindigkeit, Reichweite und Anschlussfähigkeit an Gruppenfahrten erhält, ohne das grundsätzliche Fahrerlebnis zu verändern.
Als sekundäre Zielgruppe sieht der Hersteller ambitionierte Freizeitfahrer zwischen 30 und 50 Jahren, die ihr Trainingsvolumen erweitern oder anspruchsvollere Routen erschließen möchten. Für beide Gruppen gilt: Der Motor erweitert die Möglichkeiten, ersetzt aber nicht die eigene Leistung.
Megamo bietet drei Ausstattungsvarianten an: Das Topmodell Upon 05 ist mit Shimano Ultegra Di2 und dem M2S-Motor ausgestattet und kostet 6.499 Euro. Das Upon 15 cw nutzt ebenfalls den M2S-Motor, kombiniert ihn aber mit Shimano 105 Di2 und ist für 5.999 Euro erhältlich. Das Einstiegsmodell Upon 20 arbeitet mit dem M2-Motor und mechanischer Shimano 105-Schaltung und soll 3.999 Euro kosten.
Das angestrebte Gewicht des Bikes liegt bei unter 14 Kilogramm, wobei der Hersteller noch auf die finale Produktionsbestätigung wartet.
Mit dem Upon adressiert Megamo eine spezifische Lücke im E-Road-Segment: Während viele Hersteller auf vielseitige Plattformen mit Gravel-Potenzial setzen, konzentriert sich das spanische Unternehmen kompromisslos auf den Straßeneinsatz. Für Fahrer mit Mischgelände-Anforderungen verweist Megamo auf das Along, das E-Gravel-Modell mit derselben Avinox-Motorplattform. Die krasse Power des Avinox-Motors bringt auf der Straße sicher weniger Mehrwert als im MTB-Gelände - doch die schlanke Bauform und Effizienz des Motors hat auch hier Vorteile. Für Minimalisten gibt’s dennoch definitiv passendere E-Antriebe.

Redakteur CvD
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