Alt gegen neuRose Xlite vs. Shave FF

Das Rose Shave FFX präsentiert sich als aerodynamischer, leichter Race-Allrounder
Foto: Rose

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Das neue Rose Shave FF präsentiert sich als Nachfolger des Race-Allrounders Xlite. Der Rahmen wurde aerodynamisch optimiert und das Komplettrad leichter. Gehört das Xlite damit jetzt zum alten Eisen? Was Shave FF und Xlite unterscheidet, klärt dieser Vergleich.

Das neue Rose Shave FFX markiert die Evolution des bisherigen Xlite-Modells; Die Bocholter Marke verfolgt dabei eine neue Strategie: Während das Xlite als vielseitiger Allrounder für verschiedene Einsatzzwecke konzipiert war, teilt sich das neue Shave in zwei Varianten auf – das sportliche Shave FF für Wettkämpfe und das komfortablere Shave für Radsportler, die etwas entspannter auf dem Rad sitzen möchten.

Der Hersteller reagiert damit auf Marktbeobachtungen: "Wir haben gemerkt, dass viele Kunden lieber das Xlite kauften, obwohl das Reveal besser zu ihren Ansprüchen gepasst hätte. Für sie sah das sportliche Rad einfach besser aus", erklärt Brand Manager Jonas Tenbrock. Mit dem neuen Konzept will Rose beiden Zielgruppen gerecht werden, indem die Räder optisch nahezu identisch sind, sich aber in Geometrie und Ausstattung unterscheiden. Interessant: Das Shave FF wird auch vom neu gesponserten UCI-Pro-Team Unibet Rose Rockets eingesetzt, was die Wettkampfambitionen unterstreicht. Doch lohnt sich für ambitionierte Hobbyfahrer der Umstieg vom Xlite auf das neue Modell?

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Formal erscheint der Rahmen nur behutsam überarbeitet: Das Unterrohr erhielt ein ausgeprägteres Aero-Profil, das Steuerrohr wurde schlanker und länger gestaltet, die Gabel wirkt aerodynamischer. Die optisch zurückhaltenden Änderungen wirken sich jedoch messbar auf die Performance aus. Im Windkanal erreicht das Shave FF mit 205 Watt einen deutlich besseren Wert als der Vorgänger Xlite und verlangt vom Fahrer mehr als zehn Watt weniger, um den eigenen Windwinderstand bei 45 km/h zu überwinden. Damit reiht sich das neue Modell zwischen spezialisierten Aero-Boliden namhafter Konkurrenten ein; zu den schnellsten Spezialisten, die die 200-Watt-Marke knacken, besteht noch ein kleiner Abstand.

Leichtgewicht mit Renn-Genen

Das Shave FF ist nicht nur aerodynamisch, sondern auch leicht. Mit 6,7 Kilogramm Gesamtgewicht in der getesteten Top-Version FFX stellt das Modell eine echte Kampfansage an die Konkurrenz dar. Das leichte Rahmen-Set – Rose gibt für den Rahmen 795 und für die Gabel 370 Gramm an – trägt ebenso dazu bei wie die Carbonspeichen der hochwertigen Laufräder. Nur wenige Rennräder schaffen einen ähnlich guten Spagat zwischen Aerodynamik und niedrigem Gewicht. Die extrem hohe Steifigkeit im Tretlagerbereich macht das Shave FFX zum idealen Arbeitsgerät auch für betont athletische Fahrertypen. Im TOUR-Test verpasst das neue Rose-Modell mit der Note 1,6 nur knapp die Bestnote von 1,5, die sich derzeit das Canyon Aeroad, Scott Foil, Scott Addict und Specialized Tarmac teilen. Ein Grund dafür ist der durchschnittliche Komfort des Rades; für wettkampforientierte Radsportler ist dieses Kriterium aber erfahrungsgemäß weniger wichtig als für Hobbysportler, die auf längeren Strecken komfortabel sitzen wollen.

Sportlichere Geometrie

Die deutlichsten Unterschiede zwischen den Modellen zeigen sich in der Geometrie. Das Xlite bietet eine relativ moderate Sitzposition. Mit einem Stack-to-Reach-Verhältnis von 1,45 (Größe 57 Zentimeter) ist es sportlich, aber nicht extrem gestreckt. Das Shave FF hingegen wurde mit einer deutlich aggressiveren Renngeometrie konzipiert. Der Lenker sitzt tiefer, das Oberrohr ist länger, und mit der versatzlosen Sattelstütze sitzt der Fahrer weiter vorne über dem Tretlager. Im direkten Vergleich zeigt sich: Das Shave FF hat ein kürzeres Steuerrohr, einen steileren Sitzwinkel und einen kürzeren Radstand, was es wendiger macht. Während das Xlite einen Stack-Wert von 565 Millimetern aufweist, kommt das Shave FF in vergleichbarer Größe auf 549 Millimeter – ein deutlicher Unterschied, der sich in einer tieferen Lenkerposition bemerkbar macht. Interessanterweise bietet Rose mit dem Standard-Shave (ohne FF-Zusatz) eine geometrisch entspanntere Alternative mit einem Stack-Wert von 602 Millimetern, die sogar komfortabler ist als das Xlite und damit das frühere Reveal-Modell ersetzt.

Vergleich zum Vorgänger Xlite

Der Unterschied zwischen dem neuen Shave FFX und dem Vorgänger Xlite zeigt sich wie eingangs schon erwähnt auch beim Gewicht. Ein früher getestetes Xlite 06 Ultegra Di2 brachte 7,5 Kilogramm auf die Waage und benötigte im Windkanal rund 215 Watt für 45 km/h – das sind immer noch ausgesprochen solide Werte; das vergleichbar ausgestattete Shave FF mit Shimanos Ultegra gibt Rose mit 7,1 Kilogramm an, im Windkanal stehen die von TOUR gemessenen 205 Watt, womit das Shave im Rose-Portfolio neue Maßstäbe setzt. Das Xlite punktete vor allem mit hohem Komfort und gutem Preis-Leistungs-Verhältnis, war aber aerodynamisch nicht auf dem Niveau spezialisierter Aero-Boliden. Shave FF bzw. FFX schließen diese Lücke nun weitgehend und bieten zudem eine sportlichere Geometrie. Eine früher getestete Top-Version des Xlite, das Unltd Dura-Ace Di2, konnte mit 7,2 Kilogramm und 213 Watt im Windkanal ebenfalls nicht mit den neuen Werten des Shave FFX mithalten.

Ausstattungsdetails und Varianten

Das Rose Shave FF wird in verschiedenen Ausstattungsvarianten angeboten, die sich in Komponenten und Preis unterscheiden. Die Top-Version FFX mit SRAM Red AXS kostet 8500 Euro und wiegt 6,7 Kilogramm. Sie ist mit einer 2x12-Schaltung (50/37, 10-33 Zähne) und einem integrierten Powermeter ausgestattet. Die Bremsen stammen ebenfalls von SRAM Red AXS mit 160-Millimeter-Scheiben vorne und hinten. Bei den Reifen setzt Rose auf den Schwalbe Pro One Aero in 28 Millimetern Breite, die Laufräder kommen aus dem eigenen Haus (Rose RC55CS). Die Dura-Ace-Variante ist für 8000 Euro erhältlich, während die günstigeren Versionen Shave FF mit Ultegra Di2 (5600 Euro) oder SRAM Force AXS (5900 Euro) einen etwas schwereren Rahmen und Stahlspeichen in den Laufrädern aufweisen. Das Shave FF ist in den Rahmengrößen XS, S, M, M/L, L und XL erhältlich, wobei die Geometrie in allen Größen auf eine sportliche Fahrposition ausgelegt ist.

Preise und Preis-Leistungs-Verhältnis

Da das Xlite aktuell noch in diversen Ausstattungsvarianten bei Rose erhältlich ist, zeigt sich bei den Preisen ein interessantes Bild: Das Xlite 06 Ultegra Di2 ist aktuell für 4900 Euro erhältlich (reduziert von 5500 Euro), während das neue Shave FF Ultegra Di2 5600 Euro kostet. Die Top-Versionen unterscheiden sich noch deutlicher: Das Xlite 06 Dura-Ace Di2 ist für 6000 Euro zu haben (reduziert von 7000 Euro), das Shave FFX Dura-Ace Di2 kostet 8000 Euro. Beide Modellreihen sind mit einem integrierten Powermeter ausgestattet sind, was in dieser Preisklasse nicht selbstverständlich ist. Das Shave FF bietet mit verbesserter Aerodynamik und geringerem Gewicht Rennradtechnik auf dem neuesten Stand; das Xlite stellt mit einer etwas weniger aggressiven Sitzposition derzeit ein attraktives Angebot mit starkem Preis-Leistungs-Verhältnis dar.

Jens Klötzer

Jens Klötzer

Redakteur

Jens Klötzer ist gelernter Wirtschaftsingenieur und bei TOUR der Experte für Komponenten aller Art: Bremsen, Schaltungen, Laufräder oder Reifen – alles testet Jens auf Herz und Nieren. Er sammelt historische Rennräder, besitzt sowohl ein modernes Zeitfahrrad wie ein Gravel-Reise-Rennrad aus Titan. Auf Reisen erkundet er gern unbekannte Straßen in Osteuropa – auf breiten, aber schnellen Reifen.

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