Wilier Filante SL ID2Profitechnik für die zweite Reihe

Jens Klötzer

 · 04.09.2026

Profi-Optik zum halben Preis. Das Filante SL ID2 ist bei Wilier die Race-Plattform für ein breites Publikum
Foto: Wilier

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Wilier überträgt Rahmenform, Renngeometrie und zentrale Integrationslösungen des Race-Allrounders Filante SLR ID2 auf ein neues, günstiger positioniertes SL-Modell. Vier Ausstattungsvarianten werden angeboten, zu Preisen ab 4.800 Euro.

​Die italienische Marke Wilier baut seine Filante-Familie nach unten aus. Das neue Filante SL ID2 übernimmt das aerodynamische Konzept und die Geometrie des WorldTour-Modells Filante SLR ID2, soll aber mit niedrigeren Preisen mehr Fahrerinnen und Fahrern den Einstieg in die Aero-Rennradplattform ermöglichen. Los geht’s bei 4.800 Euro, die teuerste Variante kostet 6.600 Euro. Damit liegt das SL bei etwa der Hälfte des Top-Modells SLR, welches durchgehend mit Top-Gruppen ausgestattet ist.

Das Rezept ist bekannt: Die Silhouette und ein Großteil der Technik stammen vom Spitzenmodell, bei Carbon-Layup und Ausstattung wird weniger aufwendig gearbeitet. Welche Fasern Wilier beim Rahmen des SL ID2 verwendet und wie viel Rahmen und Komplettrad konkret an Mehrgewicht mitbringen, geht aus der vorliegenden Mitteilung allerdings noch nicht hervor.

Gleiche Renngeometrie, neues R-Bar-Cockpit

Das neue SL übernimmt exakt die Renngeometrie des Spitzenmodells mit einer kompakte, deutlich nach vorn orientierten Sitzposition. Ein komfortorientierter Granfondo-Renner wird auch das günstigere Filante nicht. Unterschiede gibt es beim Lenker: Während das SLR mit dem hochwertigen F-Bar ausgerüstet ist, führt Wilier beim SL ID2 das neue R-Bar-Cockpit ein. Die Leitungen verlaufen auch hier vollständig innen. Zwischen Ober- und Unterlenker liegen drei Zentimeter Breitenunterschied, der sogenannte Flare soll im Unterlenker mehr Kontrolle bieten, ohne die Position der Bremsgriffe übermäßig zu verbreitern.

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34 Millimeter Reifenfreiheit und UDH

Der größte Fortschritt gegenüber dem bisherigen Filante SL steckt in der Alltagstauglichkeit. Während das alte SL offiziell bei 30 Millimetern endete, nimmt das neue Modell laut Wilier Reifen bis 34 Millimeter auf. Damit zieht es mit dem SLR ID2 gleich und lässt sich besser an schlechte Straßen, lange Trainingsrunden oder schnelle Marathons anpassen.

Hinzu kommen ein UDH-Schaltauge und damit die Möglichkeit zum Aufbau mit SRAM Einfach-Antrieb sowie ein abnehmbarer Umwerfersockel.

Ebenfalls neu ist das Aerokit SL, bei dem Flaschen und Halter strömungsgünstig in das Rahmendesign eingebunden werden. Wer maximale aerodynamische Effizienz sucht, kann laut Hersteller alternativ das Aerokit SLR montieren, welches zusätzlich aerodynamisch geformte Flaschen beinhaltet. Damit wird deutlich: Das SL übernimmt die Systemidee des Profimodells, bekommt jedoch eigene, vermutlich kostengünstiger produzierte Anbauteile.

Vorgänger im Test: Gute Basis, unglückliche Ausstattung

Beim bisherigen Filante betrug der nominelle Gewichtsunterschied zwischen SL- und SLR-Rahmen laut Wilier nur etwa 150 Gramm. Das komplette Rad konnte durch schwerere Gruppen, Laufräder und Reifen dennoch rund ein Kilogramm schwerer ausfallen. Gerade die Ausstattung wird beim neuen Modell entscheidend. Ein wesentlicher Teil der Kritik betraf Laufräder und Reifen. Die Miche-SWR-Evo-50-Laufräder brachten zusammen mehr als drei Kilogramm auf die Waage, die Vittoria-Rubino-Reifen rollten mit Butylschläuchen vergleichsweise zäh. Mit TOUR-Referenzlaufrädern verbesserte sich der Aero-Wert um vier Watt auf 215 Watt und erreichte damit das Niveau des damaligen Topmodells. Das zeigt: Nicht allein der Rahmen, sondern der komplette Aufbau bremste das SL aus. Das könnte auch für das neue SL gelten: Die kritisierte Laufrad-Reifen-Kombi ist in bestimmten Ausstattungsvarianten offenbar auch Teil des neuen Pakets.

Wilier Filante SL ID2: Ausstattungen und Preise

Zum Marktstart bietet Wilier vier Ausstattungsvarianten an, alle schalten elektronisch mit SRAM Force AXS beziehungsweise Shimano Ultegra oder 105 Di2. Bei den SRAM-Modellen kann man zwischen 2x12 oder 1x13 XPLR-Antrieb wählen, sie kommen mit Laufrädern der Eigenmarke Miche. Die Shimano-Varianten werden mit einfachen Carbon-Laufrädern von Vision komplettiert. Ein Rahmenset zum Selbstaufbau ist nicht im Angebot.

SchaltgruppeLaufräderPreis
SRAM Force AXS E1 2×12Miche SWR 50 Carbon6.600 Euro
SRAM Force AXS E1 2×12Miche SWR 50 Carbon6.200 Euro
Shimano Ultegra Di2 R8170 2×12Vision SC 45 Carbon5.999 Euro
Shimano 105 Di2 R7170 2×12Vision SC 45 Carbon4.800 Euro

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Jens Klötzer

Jens Klötzer

Redakteur

Jens Klötzer ist gelernter Wirtschaftsingenieur und bei TOUR der Experte für Komponenten aller Art: Bremsen, Schaltungen, Laufräder oder Reifen – alles testet Jens auf Herz und Nieren. Er sammelt historische Rennräder, besitzt sowohl ein modernes Zeitfahrrad wie ein Gravel-Reise-Rennrad aus Titan. Auf Reisen erkundet er gern unbekannte Straßen in Osteuropa – auf breiten, aber schnellen Reifen.

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