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Zugegeben: Ich saß in diesem Jahr noch nicht so häufig auf dem Sattel, wie ich es gerne getan hätte. Als aber das Monza vor zwei Wochen bei mir zuhause anrollte und ich das schicke Carbon-Setup samt Sram Force AXS aus seinem Luftpolsterfolien-Gefängnis befreite, war klar: Das wird sich jetzt ändern. Zunächst musste ich die einzelnen Komponenten zu einem Rad zusammenschrauben, meine Pedale montieren und die Sitzhöhe passend einstellen. Im integrierten Staufach im Unterrohr konnte ich Ersatzschlauch, Multitool, Reifenheber und Luftpumpe verstauen. Und nicht zu vergessen: Ich musste die Akkus der elektrischen Sram Force AXS aufladen, um vor Anstiegen nicht versehentlich auf dem kleinsten Ritzel stecken zu bleiben...
Trotz Wetterschwankungen und Alltagsstress schaffte ich am Wochenende die erste Ausfahrt und war schon nach wenigen Pedalumdrehungen begeistert. Auf gerader Strecke zieht das Rad stark an, ohne dass ich groß Kraft aufwenden muss. Die Gänge springen schnell und leise rauf und runter, wie es mir bei unterschiedlichen Steigungen beliebt. Auch enge Kurven fahren sich ruhig und stabil. Die Sitzposition ist für ein so sportliches Rennrad verhältnismäßig entspannt - zumindest so, dass ich trotz längerer Radpause nach der ersten kleinen Ausfahrt keine Nackenschmerzen bekommen habe. Es ist eben kein reines Wettkampfrad, sondern eignet sich auch fürs Training.
Meine zweite Ausfahrt führte mich durchs Bergische Land bei Köln, wo ich ein paar Höhenmeter sammeln konnte. Trotz der Aero-Auslegung setzt das Monza gleichzeitig auf ein geringes Gewicht. Und auch wenn die 35/33-Übersetzung nicht primär fürs Klettern ausgelegt ist, muss ich die Schwierigkeiten auf dem steilen Anstieg an der Wand von Sand (bis zu 13% Steigung, Quelle: quaeldich.de) eher auf eine ausbaufähige Kondition schieben. Doch wo es rauf geht, geht´s bekanntlich auch wieder runter - wenn auch nicht direkt - und die kurvigen Abfahrten haben auf dem Factor umso mehr Spaß gemacht.
Wer schon einmal im Bergischen Rennrad gefahren ist, weiß jedoch auch, dass die Region nicht unbedingt für glatte Asphaltpisten bekannt ist. Gerade “Schleichwege” sind mit Schlaglöchern gespickt, die aus der Rennstrecke einen Hindernisparcours machen. Hier machte sich der Komfort des Rennrads abermals bemerkbar und dämpfte kleinere Unebenheiten locker weg. Die 28 mm breiten Reifen von Goodyear verhinderten jedoch nicht, dass ich auf der Kopfsteinpflasterpassage am Schloss Bensberg ordentlich durchgeschüttelt wurde...
Das Factor Monza in der Ausstattung mit der Sram Force AXS ist wie zu erwarten ein Highend-Rennrad, das bisher auf allen Ebenen überzeugt. Auf gerader Strecke und Abfahrten hat es besonders viel Spaß gemacht - der Spaß an den Anstiegen kommt dann hoffentlich bald mit besserem Trainingsstand. Ich freue mich auf jeden Fall sehr das Aero-Rennrad die nächsten Monate weiter auf Herz und Nieren zu testen und unter Umständen auch mit der ein oder anderen Konvention zu brechen...
Kleiner Hinweis: Die Daten aus dem Windkanaltest sowie dem TOUR-Testlabor werden voraussichtlich im Herbst ermittelt, wenn das Factor wieder wohlbehalten in die Münchner Redaktion zurückgekehrt ist.

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