Rund zwei Jahre nach der Premiere des Arcalis behebt Stevens einen der wenigen Kritikpunkte des Wettkampfrads, das mit 207 Watt bei 45 km/h zu den schnellsten Serienrädern im TOUR-Test zählt. Dank hochwertigeren Carbonfasern und neuer Fertigungstechniken soll der unlackierte Rahmen des Aero-Modells 124 Gramm leichter sein. Laut der Hanseaten wog der Rohrahmen in mittlerer Rahmengröße bislang 966 Gramm, die neue sogenannte SSL-Variante soll 842 Gramm auf die Waage bringen.
TOUR hatte die erste Rahmengeneration inklusive Lackierung mit 1162 Gramm an der Waage hängen. Mit neuem Chassis dürfte das Arcalis damit zu den leichtesten Aero-Spezialisten zählen und den Rückstand zu Race-Allroundern, die Aerodynamik und Gewicht vereinen, verkürzen. Zur besseren Einordnung ein Vergleich zur schnellen Konkurrenz: Der Carbonrahmen eines Canyon Aeroad CFR wiegt laut unseren Messungen 955 Gramm (Größe M), für das Cervélo S5 ermittelten wir ein Rahmengewicht von 1110 Gramm (Größe 56).
Auch das langstreckentaugliche Xenith speckte für das Modelljahr 2024 ab. Laut Herstellerangabe soll der blanke Rahmen “um etwa 90 bis 120 Gramm” leichter ausfallen. Die lackierte Version dürfte damit unter 1000 Gramm liegen, nachdem der Rahmen des Vorgängers mit 1019 Gramm an der TOUR-Waage hing. Für ein Marathonrad ein beeindruckendes Ergebnis. Aktuell zählt der Rahmen des Giant Defy Advanced SL (947 Gramm) zu den leichtesten im Endurance-Segment.
Die Gewichtsersparnis ging laut Stevens nicht auf Kosten von Steifigkeiten oder Komfort. Für beide Plattformen nennen die Norddeutschen eine gleichbleibende Qualität. Die neuen Ausbaustufen des Arcalis und Xenith sind weiter ausschließlich über das Custom-Programm von Stevens erhältlich, die Basiskonfigurationen starten bei 3699 Euro für das Arcalis und 3399 Euro für das Xenith. Beide Modelle sind zudem weiterhin mit schwererem Rahmen für jeweils 200 Euro weniger erhältlich.
Mit dem E-Getaway präsentiert Stevens außerdem erstmals ein motorisiertes Bike mit gebogenem Lenker. Das Geländerad mit Carbonrahmen ist mit dem leichten HPR50-Elektromotor von TQ ausgestattet. Die Antriebseinheit hat ein maximales Drehmoment von 50 Newtonmetern, die Höchstleistung liegt bei 300 Watt. Der Akku mit 360 Wattstunden ist im Unterrohr versteckt, über ein integriertes Display am Oberrohr lassen sich Fahrmodi & Co. auswählen.
Das E-Gravelbike schaltet mechanisch mit Shimanos neuer GRX-Gruppe. Serienmäßig sind 40-Millimeter-Reifen von Continental auf die Alu-Felgen von DT Swiss aufgezogen. Rahmen und Gabel lassen Platz für bis zu 45 Millimeter breite Pneus. Für längere Touren oder Pendler lassen sich feste Schutzbleche und ein Gepäckträger nachrüsten. Der Preis der knapp 13 Kilogramm schweren Neuheit: 6399 Euro.
Das Aspin kehrt mit Scheibenbremsen und neu gestaltetem Alu-Rahmen ins Portfolio zurück, nachdem der sportlich orientierte Klassiker zuletzt nur noch mit Felgenbremsen erhältlich war. Durch die Integration von Bremsleitungen und Sattelstützenklemmung hat das Aspin Disc eine moderne Optik, das Rahmen-Set ist für maximal 32-Millimeter-Reifen freigegeben.
Im Setup mit mechanischer Zwölffach-105 von Shimano und robusten Alu-Laufrädern von DT Swiss soll die Neuheit 9,2 Kilogramm wiegen. Neben der 1999 Euro Basisversion ist das Aspin auch im Konfigurator erhältlich und lässt sich mit elektronischen Top-Schaltgruppen und hochwertigen Carbonlaufrädern aufbauen.

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