Der baskische Hersteller entwickelte das Orca Aero als System, bei dem Fahrrad und Fahrer aerodynamisch zusammenwirken. So soll nicht nur die Rahmenform selbst, sondern auch die Geometrie und damit die Körperposition aerodynamische Vorteile bringen. Die Vorgängerversion, die 2022 eingeführt wurde, fuhr bereits Siege bei WorldTour-Rennen und nationalen Meisterschaften mit dem Team Lotto-Intermarché ein. Der Entwicklungsprozess umfasste Windkanalprototypen, CFD-Analysen, Tests auf der Radrennbahn und Straßentests mit dem Profiteam.
Das Steuerrohr fällt schmaler aus und nimmt einen Standard-Gabelschaft auf. Das Unterrohr erhielt ein breiteres Profil, spezielle Aero-Flaschenhaltern nehmen das Profil auf und nehmen die Flaschen dadurch aus dem Fahrtwind. Das Sitzrohr wurde schlanker gestaltet als beim Vorgänger. Die Sitzstreben fallen dünner aus und setzen tiefer am Hauptrahmen an. Der Tretlagerbereich besitzt eine Kielform, die den Luftstrom in diesem Übergangsbereich besser steuert.
Eine Service Box dient als aerodynamische Verkleidung und bietet Stauraum für Ersatzteile. Sie war bereits beim Vorgänger Teil des Aero-Konzepts, darf aber aus Reglementgründen nicht im Rennen gefahren werden. Hausinterne Windkanaltests ergaben laut Hersteller eine Einsparung von 5,1 Watt bei 50 km/h, die bei allen Anströmwinkeln erhalten bleibt.
Das Tretlager besitzt gegenüber den Radachsen eine Absenkung 78 mm und liegt damit niedriger als bei jedem anderen Rennrad auf dem Markt. Die tiefere Position verbessert die Stabilität, reduziert Körperbewegungen und erhöht die Kontrolle bei hohen Geschwindigkeiten, so Orbea. Gleichzeitig verringert sich die dem Wind ausgesetzte Stirnfläche. Diese Maßnahmen sparen nach Herstellerangaben rund 14 Watt bei 50 km/h auf ebener Strecke.
Das Cockpit lässt sich in 13 verschiedenen Lenkergrößen bestellen. Unter dem Vorbau finden bis zu 40 mm Spacer Platz. Zwei Sattelstützen-Offsets stehen zur Verfügung: 0–15 mm und 15–25 mm. Ein reversibler Sattelkopf erweitert die Anpassungsmöglichkeiten. Die neuen OQUO RA57 LTD Laufräder sollen Reaktionsfreudigkeit und Kraftübertragung verbessern.
Der Rahmen nimmt nun Reifen bis zu 37 Millimeter Breite auf. Die Aerodynamikverbesserung bleibt mit Reifenbreiten von 29 bis 35 mm vollständig erhalten, verspricht der Hersteller. Auf Kopfsteinpflaster oder rauem Asphalt spart die größere Reifenfreiheit bei 40 km/h zwischen 6 und 7 Watt, da Vibrationsverluste reduziert werden.
Der Rahmen verwendet ein BB386-Tretlager und wurde ausschließlich für elektronische Schaltgruppen entwickelt. Der Di2-Akku sitzt im Tretlagerbereich. Das neue Orca Aero verfügt außerdem über ein UDH-Schaltauge.
Die Modellpalette reicht vom M30i LTD mit Shimano 105 Di2 für 5.699 Euro bis zu den Topmodellen M10i LTD mit Shimano Dura-Ace Di2 und M11e LTD mit SRAM Red AXS, sie kosten jeweils 10.999 Euro. Dazwischen liegen Varianten mit Shimano Ultegra Di2, SRAM Force AXS und Campagnolo Record 13-fach.
Die Topmodelle M10i LTD und M11e LTD stehen serienmäßig auf OQUO Road Aero RA57 LTD Laufrädern mit Carbonspeichen. Die günstigeren Varianten verwenden etwas schwerere OQUO Road Performance RP50 LTD oder RP50 TEAM Laufräder, jeweils mit Aero-Felgen aus Carbon. Als Reifen sind je nach Ausstattung Vittoria Corsa Pro Speed oder Vittoria Corsa N.EXT in 29 mm Breite montiert.
Je nach Modell gibt es Powermeter-Optionen oder serienmäßige Leistungsmessung über Shimano-, SRAM- oder 4iiii-Lösungen.

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