Jens Klötzer
· 03.10.2026
Colnago hat eine spezielle Weltmeister-Version des Y1Rs für Brandon McNulty vorgestellt. Grundlage der Lackierung ist ein glänzend schwarzer Carbonrahmen mit dezentem Glitzereffekt. Die Lichtreflexe sollen an die Sterne der US-amerikanischen Flagge erinnern. Darüber ziehen sich klar abgegrenzte blaue, rote, gelbe und grüne Farbflächen über den Rahmen und die Hinterbaustreben.
Auch das Colnago-Logo auf dem Unterrohr wurde eigens angepasst. Es besitzt eine irisierende, holografische Oberfläche, deren Farbe sich je nach Lichteinfall verändert. Am Steuerrohr verbindet ein historisches Colnago-Emblem die Markentradition mit den Regenbogenstreifen des Weltmeisters.
Weitere persönliche Elemente verbergen sich an der Abdeckung des Steuersatzes: Wird der Lenker eingeschlagen, kommen das Datum des WM-Sieges, ein Kreuz-Ass und ein kanadisches Ahornblatt zum Vorschein. Letzteres verweist auf die Stadt Montréal, wo McNulty am 27. September 2026 den bislang größten Erfolg seiner Karriere feierte.
Der US-Amerikaner setzte sich nach einer rund 32 Kilometer langen Solofahrt durch und gewann 13 Sekunden vor Michael Matthews und Mathieu van der Poel. Damit holte McNulty den ersten WM-Titel im Straßenrennen der Elite-Männer für die USA seit 1993.
Seinen ersten Renneinsatz soll das neue Weltmeisterrad schon heute am Samstag, 3. Oktober 2026, beim Giro dell’Emilia absolvieren. Kaufen können Colnago-Fans die Sonderausführung allerdings nicht: Nach Angaben des Herstellers wurde die Lackierung exklusiv für McNulty angefertigt und soll nicht in den Handel kommen.
Im ausführlichen Test des Colnago Y1Rs durch das TOUR-Magazin überzeugte das Modell vor allem im Windkanal. Für die Überwindung des Luftwiderstands bei 45 km/h ermittelte TOUR einen Leistungsbedarf von 204 Watt und vergab in der Kategorie Aerodynamik die Bestnote 1,0. Damit bewegte sich das Y1Rs auf dem Niveau von Canyon Aeroad CFR, Scott Foil RC Ultimate und Cervélo S5.
In der Gesamtwertung erhielt das getestete, 7,4 Kilogramm schwere Rad die Note 2,1. Kritik gab es unter anderem für die vergleichsweise geringe Fahr- und Tretlagersteifigkeit sowie den begrenzten Federkomfort. Das Fazit fällt damit differenziert aus: Das Y1Rs gehört zu den aerodynamisch schnellsten Rennrädern im TOUR-Test, erreicht in anderen Disziplinen jedoch nicht das Niveau der besten Allround-Wettkampfräder. Das schwarze Colnago des Weltmeisters dürfte ohne den weißen Lack sowie hochwertigeren Laufrädern zumindest um einige Hundert Gramm leichter ausfallen.
Der vollständige Test:

Redakteur
Diskutieren Sie mit – fair, sachlich und respektvoll. Es gilt unsere Netiquette.