Mit dem neuen Ultralight setzt BH Bikes die Weiterentwicklung seines Leichtbau-Rennrads konsequent fort. Während frühere Generationen vor allem das möglichst geringe Gewicht in den Mittelpunkt stellten, verfolgt der spanische Hersteller nun einen ganzheitlicheren Ansatz: Das neue Ultralight soll nicht nur am Berg überzeugen, sondern auch auf schnellen Passagen aerodynamische Vorteile bieten.
Im Mittelpunkt steht dabei ein Rahmen, dessen Gewicht laut Hersteller unter der Marke von 700 Gramm liegt. Damit fällt das Chassis rund elf Prozent leichter aus als beim Vorgängermodell. Möglich wird dies durch den Einsatz von Toray-T1100G-Carbonfasern und die von BH eingesetzte HCIM-Fertigung (Hollow Core Internal Molding). Das Verfahren soll eine besonders präzise Kontrolle der Materialverteilung im Inneren des Rahmens ermöglichen, wodurch unnötige Materialansammlungen vermieden werden würden.
Bemerkenswert ist dabei, dass BH trotz der Gewichtsreduktion keine Abstriche bei der Steifigkeit verspricht. Gerade bei modernen Kletterrädern gilt dieses Verhältnis aus möglichst geringem Gewicht und hoher Antriebssteifigkeit als eine der größten Herausforderungen in der Entwicklung.
Die vielleicht interessanteste Neuerung betrifft die Aerodynamik. Während klassische Bergmaschinen lange möglichst schlanke Rohrformen nutzten, verschwimmen die Grenzen zwischen Aero- und Kletterrad seit einigen Jahren zunehmend. Diesen Trend greift nun auch BH auf.
Für das neue Ultralight übernehmen die Spanier mehrere Lösungen aus dem Aerolight. Kammtail-Profile an den Rohrformen, eine integrierte Gabel, optimierte Rohrübergänge sowie eine aerodynamisch geformte Sattelstütze sollen den Luftwiderstand reduzieren. Laut BH verbessert sich die aerodynamische Effizienz gegenüber dem Vorgänger um zwölf Prozent. Konkrete Wattwerte nennt der Hersteller nicht.
Solche Herstellerangaben sind zwar stets unter Laborbedingungen zu betrachten, zeigen aber die grundsätzliche Entwicklungsrichtung moderner Rennräder: Selbst ausgewiesene Kletterräder müssen heute aerodynamisch konkurrenzfähig sein, da der Luftwiderstand bereits bei moderaten Geschwindigkeiten den größten Teil der Fahrwiderstände ausmacht.
Einen weiteren Schritt in Richtung Vielseitigkeit macht BH bei der Reifenfreiheit. Das neue Ultralight bietet Platz für Reifen bis 35 Millimeter Breite und liegt damit deutlich über dem, was bei klassischen Kletterrädern noch vor wenigen Jahren üblich war.
Davon profitieren nicht nur Fahrer auf schlechten Straßen. Breitere Reifen senken mitunter den Rollwiderstand, bieten mehr Komfort und Traktion und erlauben eine individuellere Abstimmung des Rades. Damit folgt BH einem Entwicklungstrend, der sich inzwischen durch nahezu alle Rennradsegmente zieht.
Trotz der erweiterten Einsatzmöglichkeiten bleibt das Ultralight klar auf den sportlichen Renneinsatz ausgelegt. Ein Sitzwinkel von 74 Grad und kurze 405 Millimeter lange Kettenstreben sollen für eine direkte Kraftübertragung und ein agiles Fahrverhalten sorgen.
Auch im Bereich der Integration orientiert sich BH am aktuellen Stand der Technik. Sämtliche Leitungen verlaufen innen, die Klemmung der Sattelstütze ist verdeckt und das Ausfallende ist mit dem SRAM-UDH-Standard kompatibel. Praktisch im Alltag: Das magnetisch befestigte Planck-Rücklicht lässt sich direkt in das Sitzrohr integrieren.
Mit der neuen Generation entwickelt sich das Ultralight damit vom reinen Bergspezialisten zu einem deutlich vielseitigeren Performance-Rennrad. Besonders die Verbindung aus niedrigem Rahmengewicht, aerodynamischer Optimierung und großzügiger Reifenfreiheit macht das Rad spannend. Ob die versprochenen Aero-Vorteile und die Gewichtsersparnis auf der Straße tatsächlich spürbar sind, wird allerdings erst die Praxis zeigen.

Redakteur
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