Rad-EM 2024Merlier triumphiert im Massensprint

Rad-EM 2024: Merlier triumphiert im MassensprintFoto: Getty Images/Dirk Waem
Tim Merlier ist Europameister im Straßrennen der Rad-EM von Limburg 2024
Tim Merlier hat das Straßenrennen der Rad-EM 2024 gewonnen. Vor heimischem Publikum setzte er sich in der Provinz Limburg im Massensprint vor Olav Kooij und Madis Mihkels durch.

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Am Ende war es doch ein klassischer Sprinter, der den Europameistertitel bejubeln darf: Nach 223 Kilometern durch die Provinz Limburg hatte Tim Merlier aus Belgien die schnellsten Beine im Massensprint. Dabei hatte der Belgier auf den finalen Metern keine optimale Position, um seine Attacke zu lancieren. Er musste einen weiten Bogen rechts um die Sprinterkonkurrenz um Jonathan Milan (Italien) und Co fahren. Weil er aber klar schneller als die übrigen Sprinter war, flog er förmlich an ihnen vorbei und holte sich vor dem heranstürmenden Olav Kooij (Niederlande) den EM-Sieg. Der dritte Platz geht nach Estland an Madis Mihkels, der knapp vor Top-Sprinter Jasper Philipsen (Belgien) ins Ziel kam.

Deutschland ohne Chance

Das Vorhaben des deutschen Teams beim Straßenrennen der Rad-EM 2024 war klar ersichtlich: Jonas Rutsch sollte als Ausreißer im Kampf um eine Top-Platzierung ein Wörtchen mitreden. Der 26-Jährige war nicht nur zu Beginn des Rennens in der Spitzengruppe des Tages, sondern war auch vorne mit dabei, als die Klassikerfahrerprominenz um Mathieu van der Poel (Niederlande) und Mads Pedersen (Dänemark) sich aus dem Staub machten. Als die Ausreißergruppe 25 Kilometer vor dem Ziel gestellt wurde, bahnte sich ein Massensprint an. Für Deutschland ging Max Walscheid in die Vollen und wurde Zwölfter.

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Rad-EM 2024 - Ergebnisse: die Top 10 des Herren-Straßenrennens

  1. Tim Merlier (Belgien)
  2. Olav Kooij (Niederlande)
  3. Madis Mihkels (Estland)
  4. Jasper Philipsen (Belgien)
  5. Alexander Kristoff (Norwegen)
  6. Mads Pedersen (Dänemark)
  7. Pavel Bittner (Tschechien)
  8. Stanislaw Aniolkowski (Polen)
  9. Christophe Laporte (Frankreich)
  10. Alex Kirsch (Luxemburg)

So lief das Straßenrennen der Rad-EM 2024

Auf der 223 Kilometer langen Strecke zwischen Heusden-Zolder und Hasselt war von Beginn an Tempo im Rennen. Nach wenigen Kilometern schafften es fünf Fahrer, eine Lücke zum Peloton zu reißen. Jonas Rutsch (Deutschland), Mathis Le Berre (Frankreich), Nils Brun (Schweiz), Felix Ritzinger (Österreich) und Ivo Oliveira (Portugal) bildeten eine Ausreißergruppe, die lange Zeit vorneweg fuhr. Erst schlossen mehrere Fahrer um Arthur Kluckers (Luxemburg) und Mads Würtz Schmidt (Dänemark) zur Spitze auf, 96 Kilometer vor dem Ziel wurden dann die Ausreißer vom Peloton gestellt.

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Van der Poels erste Attacke

Zeigte sich beim Straßenrennen der Rad-EM 2024 immer wieder aktiv: Mathieu van der PoelFoto: Getty Images/Dirk WaemZeigte sich beim Straßenrennen der Rad-EM 2024 immer wieder aktiv: Mathieu van der Poel

In Folge zeigten sich auch deutsche Fahrer an der Spitze des Pelotons: Nils Politt und Max Walscheid waren in der Tempoarbeit involviert. Nicht nur Mads Pedersen (Dänemark) sondern auch Mathieu van der Poel (Niederlande) zeigten sich außerdem mit mehreren Tempoverschärfungen hoch motiviert. Der Niederländer schaffte es 85 Kilometer vor dem Ziel, sich gemeinsam mit Matteo Trentin (Italien) und Mikkel Berg (Dänemark) abzusetzen.

Sofort schrillten bei mehreren Teams die Alarmglocken, immerhin war mit van der Poel einer der Top-Favoriten auf den Tagessieg nun an der Spitze des Rennens. Das Peloton riss aufgrund dessen auf. Eine kleinere Gruppe holte die drei in Führung liegenden Fahrer ein, während die größere und weiter hinten liegende Gruppe lange Zeit und viele Kräfte benötigte, um den Anschluss an die Spitze wiederherzustellen. 62 Kilometer vor dem Ziel war es dann so weit.

Rutsch rutscht erneut in eine Ausreißergruppe

Jonas Rutsch (in weiß) fuhr beinahe das gesamte Rennen an der Spitze der Rad-EM 2024Foto: Getty Images/Luc ClaessenJonas Rutsch (in weiß) fuhr beinahe das gesamte Rennen an der Spitze der Rad-EM 2024

Sieben Kilometer später formierte sich eine sechsköpfige Gruppe, die eine Attacke fuhr und sich vom Peloton absetzte: Mit dabei waren der emsige Mathieu van der Poel, Danny van Poppel (beide Niederlande), Christophe Laporte (Frankreich), Mads Pedersen (Dänemark), Arthur Kluckers (Luxemburg) und erneut Jonas Rutsch (Deutschland). Besonders Italien und Belgien waren bestrebt, dass die Lücke nicht zu weit aufgeht - sie wollten es auf einen Sprint ankommen lassen. Dieses Vorhaben gelang den beiden Teams: Die Ausreißer hatten kaum mehr Vorsprung als 20 Sekunden – und 25 Kilometer vor dem Ziel wurde die sechsköpfige Spitzengruppe gestellt.

Massensprint bahnt sich an

Besonders das dänische Team war mit dem sich anbahnenden Massensprint unzufrieden. Erst versuchte Sören Kragh Andersen, sich vom Peloton abzusetzen, dann war es Kasper Asgreen. Beide Attacken waren nicht von Erfolg gekrönt. Damit war klar: Das Rennen sollte in einem Massensprint enden. Dort war Tim Merlier der schnellste Fahrer, der sich zum Europameister krönte.

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