Sebastian Lindner
· 27.08.2026
Aus der Provinz Castellón heraus und damit weg von der Küste führt die 7. Etappe der Vuelta. Vall d’Alba als Ausgangsort reiht sich dabei in die lange Liste der Gemeinden ein, die erstmals als Etappenort der Vuelta dabei sind. Die Richtung Westen führende Strecke kommt dabei zunächst noch eher verhalten daher, was beim Blick auf insgesamt fast 3700 Höhenmeter bei nur 150 Gesamtkilometern keineswegs flach bedeutet.
Nach 52 Kilometern wird dann aber die erste von fünf Bergwertungen des Tages erreicht. Am mehr als zwölf Kilometer langen Puerto el Remolcaldor (2. Kategorie) wird es zunächst aber noch nicht so steil, genau wie kurz darauf an einer Bergwertung der 3. Kategorie bleiben die Durchschnittsprozente unter fünf Prozent.
Das ändert sich dann aber ab der zweiten Rennhälfte, in der es bis auf wenige kurze Zwischenabfahrten fast nur noch bergauf geht. Der Puerto Fuente del Rubielos (3. Kategorie) bringt es auf 6,3 Prozent im Mittel. Die beiden noch größeren Herausforderungen finden sich dann aber auf den letzten 27 Kilometern wieder. Da ist zunächst der Puerto de San Rafael (2. Kategorie), dessen Durchschnittswerte durch ein kleines zu Beginn des zweiten Drittels verfälscht werden. Auf dem Papier sind die elf Kilometer nur 4,3 Prozent steil, allerdings sieht es zwischendurch deutlich anders aus.
Nach dem Gipfel - die Strecke ist bereits auf Richtung Nord abgedreht und macht dann sogar noch einen weiteren Richtungswechsel zurück nach Osten, was mit Blick auf den Wind von Bedeutung sein kann - wartet nach einer kleinen Abfahrt der Weg hinauf nach Aramón Valdenlinares, wo die Etappe zum dritten Mal in der Geschichte der Vuelta mit einer Bergankunft endet. Zehn Kilometer mit sechs Prozent warten hier abschließend. Vor allem der Mittelteil ist steil, dort steigt die Straße immer wieder bis zu 13 Prozent an.
Schlussanstieg bedeutet bei einem Rennen, an dem Tadej Pogacar (UAE Team Emirates - XRG) teilnimmt: Der Slowene ist Top-Favorit auf den Tagessieg. Es gibt wenig, das dagegenspricht. Der Tag ist nicht unbedingt gemacht für Ausreißer, die letzten 50 Kilometer sind dafür zu schwer und der Mann in Rot einmal mehr zu stark.
Bei den Kandidaten für die anderen neun Plätze in den Top 10 hat sich derweil schon mitunter Resignation breit gemacht, mehr oder weniger fahren sie ihr eigenes Rennen losgelöst von Pogacar. Als bester Profi für den Platz hinter Pogacar kommt bei einem Profil wie diesem vor allem Felix Gall (Decathlon CMA CGM) in Frage, auch Enric Mas (Movistar Team) fährt wie der Österreicher lieber bergauf als bergab und zeigte sich im Laufe der Vuelta in durchaus guter Kletterverfassung. Beide müssen die Chance nutzen, um Boden vor allem auf Primoz Roglic (Red Bull - BORA - hansgrohe) gutzumachen, wollen sie auch in der Gesamtwertung im Kampf um den Platz direkt hinter Pogacar eine Rolle spielen.
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