Sebastian Lindner
· 25.08.2026
Erstmals im Laufe der Rundfahrt erreicht die Vuelta spanischen Boden. Ungewöhnlich spät, erst zur 5. Etappe, kommt das Rennen im Mutterland an. Falset in Katalonien unweit von Tarragona ist der Ausgangspunkt des Teilstücks, dass es auf eine Länge von 173 Kilometer bringt und unterwegs, obwohl die Etappe weitestgehend flach ist, doch irgendwie auch mehr als 1600 Höhenmeter einsammelt.
Dabei spielt sich der komplette Mittelteil und auch die letzten Kilometer des Tages fast auf Meeresspiegelniveau ab, denn dort läuft die Strecke durch das Tal des Ebro. Ab Móra la Nova folgt der zunächst nach Süden führende Parcours für ein paar Kilometer dem Flusslauf, ehe er Richtung Mittelmeerküste nach L’Ampolla abdriftet.
Über Deltebre, von wo der Ebro das Feld dann in entgegengesetzter Fließrichtung begleitet, und Tortosa geht es ins Landesinnere. Zunächst für die Strecke vorbei am Zielort Roquetes - wie Falset erstmals Teil der Vuelta - denn es steht noch eine große Schleife an, auf der auch die einzige Bergwertung des Tages (3. Kategorie) zu meistern ist. Vier Kilometer mit 7,1 Prozent Steigung im Mittel warten etwa 25 Kilometer vor dem Ziel, ehe es nach der Abfahrt inklusive kleiner Gegensteigung bis ins Ziel flach wird. Auch die letzten 1000 Meter sind wieder leicht ansteigend. Dazu muss rund 200 Meter vor dem Ziel noch eine 90-Grad-Rechtskurve durchfahren werden.
Auf den ersten Blick wirkt die 5. Etappe wie eine für die Sprinter. Überwiegend flach, auch nur eine einzige Bergwertung der 3. Kategorie. Die hat es mit ihren sieben Prozent über vier Kilometer aber in sich. Wenn hier richtig die Post abgeht - und es wird Teams geben, die es darauf anlegen - werden selbst die bergfesten Sprinter um Mads Pedersen (Lidl - Trek) oder Etappensieger Matthew Brennan (Team Visma | Lease a Bike) richtig beißen müssen, um den Rückstand zur Spitze zumindest so gering zu halten, damit das wahrscheinliche Loch über eine Teamaktion noch zugefahren kann.
Ob sich Visma daran aber überhaupt beteiligen würde, ist fraglich. Denn Wout van Aert könnte es mit den besten über diese Kuppe schaffen und hätte sich weniger Probleme damit, wenn es noch ein paar weniger endschnelle Profis wären, mit denen er sich auseinandersetzen müsste. Finn Fisher-Black von Red Bull - BORA - hansgrohe dürfte mit ähnlichen Gedanken in die Etappe gehen.
Sollte sich herausstellen, dass einer der Klassement-Fahrer an dieser Hürde schwächelt, könnte die Etappe aber auch noch einen ganz anderen Verlauf nehmen. Denn falls die GC-Teams das Rennen in die Hand nehmen und das Tempo extrem hochhalten, um etwaige Kontrahenten zu distanzieren, wird es vielleicht sogar für die Puncheure schwierig. Dann wäre auch Tadej Pogacar (UAE Team Emirates - XRG) wieder zur Stelle.
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