Vuelta a España 2026Vorschau 20. Etappe: Bringt der neue Berg auch die Premiere für Mas?

Sebastian Lindner

 · 11.09.2026

Vuelta a España 2026: Vorschau 20. Etappe: Bringt der neue Berg auch die Premiere für Mas?Foto: Getty Images / Tim de Waele
Lässt sich Enric Mas seinen größten Sieg noch nehmen oder wehrt er die Angriffe der Konkurrenten auch am vorletzten Tag der Vuelta noch einmal souverän ab?
​Die Vuelta a España ist die dritte und letzte Grand Tour der Saison 2026. Die 81. Auflage führt vom 22. August bis zum 13. September über 3275 Kilometer und rund 58.000 Höhenmeter von Monaco nach Granada. Sie gilt als bislang schwerste Spanienrundfahrt überhaupt. Das ist die 20. Etappe.

Themen in diesem Artikel

​Die wichtigsten Infos zur 20. Etappe der Vuelta a España 2026

  • Samstag, 12. September: La Calahorra - Collado del Alguacil
  • 186,8 Kilometer, 4890 Höhenmeter (Bergankunft)
  • Bergwertungen: KM 50,7 (3. Kat), KM 94,3 (1. Kat), KM 125,5 (1. Kat), KM 155,4 (1. Kat), KM 186,8 (ESP)
  • Zwischensprint: KM 144
  • Bonussprint: KM 155,4
  • Start: 12:30 Uhr, Ziel: ca. 17:16 Uhr
  • Liveticker und Ergebnisse

Die Strecke der 20. Etappe der Spanienrundfahrt

Das Profil der 20. Etappe der Vuelta a España 2026Foto: UnipublicDas Profil der 20. Etappe der Vuelta a España 2026

Ob es die Königsetappe ist oder einfach nur eine weitere extrem schwere bei dieser Vuelta: Das vorletzte Teilstück der Rundfahrt durch die Sierra Nevada wird die Klassementfahrer mit 4900 noch mal an ihre Grenzen bringen. So wirklich beginnt der Tag, der zum ersten Mal in der Geschichte der Rundfahrt in La Calahorra startet, aber erst nach 80 Kilometern. Denn zunächst warten viele abschüssige Kilometer und im Kontrast dazu lediglich eine kleine Bergwertung (3. Kategorie), mit weniger als vier Prozent im Mittel eine zum Einrollen ist.

Meistgelesen

1

2

3

4

5

Dann aber, Granada - Ziel der Vuelta einen Tag später - ist gerade passiert, wird es ernst. Auf einen zum Teil etwas aus der Not geborenen Rundkurs wird zunächst zweimal der Puerto de El Purche (1. Kategorie) überfahren. Bis Anfang August stand der eigentlich nur einmal auf dem Plan. Doch die Streckenplaner mussten ihre ursprüngliche Idee verwerfen. Bereits im Februar hatte ein Erdrutsch die Zufahrtswege auf den eigentlich zwei Mal im Plan stehenden Alto de Hazallanas beschädigt. Weil bis kurz vor der Vuelta immer noch nicht alle Probleme beseitigt waren, wurde der nun gestrichen.

Dafür nun der doppelte El Purche. Und weil ein zusätzlicher Berg nicht zwei wegfallende ersetzen kann, ist der Puerto de El Duque (1. Kategorie) neu dabei. Und zwar ganz neu. Er wird erstmals bei der Vuelta befahren. Die Runde über El Duque schließt sich östlich an die des El Purche an. Ein Streckenabschnitt wird damit sogar drei Mal gefahren.

Die beiden Berge sind sich dabei sowohl in Länge als auch Steigung recht ähnlich. Bei etwas mehr als acht Prozent im Durchschnitt ist der Purche aber mit gut acht Kilometern etwas länger. Er hat zudem kurz vor dem Gipfel noch eine kleine Abfahrt im Profil.

Nach dem Triple verlassen die Fahrer die Runden und biegen ab auf die finale Stichstraße zum Collado del Alguacil (Spezial-Kategorie). Der Berg ist nicht nur Vuelta-Neuling, sondern im gesamten Profiradsport noch ohne Befahrung in einem Rennen. Und der Alguacil hat sich seine Spezial-Kategorie auch verdient. Auf den gut acht Kilometern liegt die durchschnittliche Steigung nur zu Beginn mal kurz unter neun Prozent. Im Mittel sind es zehn - mit Spitzen bis zu 22 Prozent.

Die Strecke der 20. Etappe der Vuelta a España 2026Foto: UnipublicDie Strecke der 20. Etappe der Vuelta a España 2026

Sportliche Einschätzung zur 20. Etappe der Vuelta a España 2026

Primoz Roglic (Red Bull - BORA - hansgrohe) hat es am Vortag versucht, Felix Gall (Decathlon CMA CGM) auf mehreren Etappen in der zweiten Rennwoche. Das Ergebnis war immer das gleiche: Enric Mas (Movistar Team) wehrte alle Angriffe auf das Rote Trikot mit einer Souveränität ab, die dem Spanier in der Vergangenheit so nicht zuzuschreiben war. So wartet nun am letzten ganz schweren Tag der Vuelta seine Meisterprüfung.

Neben den Beinen müssen auch die Nerven des bislang eher als “ewigen Zweiten” bekannten Profis mitspielen. Die Angriffe von Gall und Roglic wird es erneut geben. Vor allem dem Österreicher müsste der wirklich verdammt steile Schlussanstieg gut liegen. Drei Minuten wird er im Normalfall aber keinesfalls aufholen können. Kaum vorstellbar auch, dass Roglic es gelingen sollte, die Hälfte davon gutzumachen. Und nicht weniger, sondern sogar noch etwas mehr wäre notwendig, um zum fünften Mal die Vuelta zu gewinnen.

Das Profil des Collado del AlguacilFoto: UnipublicDas Profil des Collado del Alguacil

Viel eher ist davon auszugehen, dass auf Mas nochmal ein vergleichsweise ruhiger Tag zukommt. Der Tagessieg wird einmal mehr für die Favoriten nicht zur Debatte stehen, weil keiner das Team hat, um einer Gruppe nachzufahren. Das war bei den vergangenen Bergetappen gelebte Praxis.

Und Gall und Roglic werden sich gegenseitig beäugen, sodass Mas eigentlich nur am Hinterrad bleiben muss. Von Gall ist kein Risiko zu erwarten, denn Rang drei - oder ein möglicher zweiter Platz - wäre für den Österreicher neben seinem Podium vom Giro aus diesem Jahr sein größter Karriereerfolg.

Eher könnte Roglic noch alles auf eine Karte setzen. Der 36-Jährige könnte mit dem Mut der Verzweiflung eventuell einen Versuch starten und für die Chance auf Rot vielleicht auch das Rang zwei oder noch mehr riskieren, denn für den Slowenen zählen nur noch Siege. Bei ihm dürfte es letztlich eher eine Frage der Beine sein, die ein solches Unterfangen im Zweifel verhindern.

Artikel teilen:
Kommentare

Diskutieren Sie mit – fair, sachlich und respektvoll. Es gilt unsere Netiquette.

Meistgelesen in der Rubrik Profi - Radsport

Shorts