In El Puerto de Santa María am Golf von Cádiz beginnt die entscheidende Phase der Vuelta 2026. Denn dort starten die 32,1 Kilometer Einzelzeitfahren, die an der Spitze der Gesamtwertung vor den beiden letzten Bergetappen der Rundfahrt Bewegung erwarten lassen.
Insgesamt ist der Kurs technisch wenig anspruchsvoll, viele lange Geraden prägen die Strecke, die nach dem Start vor allem in nordöstlicher Richtung Meter macht. Erst die finalen Kilometer in Jerez de la Frontera, wo zum 13. Mal eine Vuelta-Etappe endet, weichen wieder von dieser groben Marschroute ab.
Beim wenig technischen Kurs spielt also die Aerodynamik eine große Rolle. Und wahrscheinlich auch der Wind. Der Levante, ein warmer, häufig auch starker Ostwind im westlichen Mittelmeer und der Straße von Gibraltar könnte zu einem ausschlaggebenden Faktor werden. Höhenmeter spielen kaum eine Rolle. Etwas mehr als 200 sind zu absolvieren, der Großteil davon rund um die zweite Zeitnahme bei KM 22,1, wo in zwei Stufen ein kleiner Anstieg zu meistern ist. Bergfahrer muss aber niemand sein, um damit klarzukommen.
Das zweite Zeitfahren nach dem Auftakt gegen die Uhr in Monaco könnte zum Zünglein an der Waage im Kampf um das Rote Trikot werden. Während das Zeitfahren für den aktuellen Gesamtführenden Enric Mas (Movistar Team) zum letzten Fallstrick werden könnte und auch Felix Gall (Decathlon CMA CGM) zumindest um Rang zwei bringen könnte, ist es für Primoz Roglic (Red Bull - BORA - hansgrohe) der letzte Strohhalm, um vielleicht doch nochmal Rot überzustreifen.
Der Slowene ist aus dem Spitzentrio im Normalfall klar der beste Zeitfahrer, müsste aber auf Mas schon mindestens 2:10 Minuten gutmachen, um überhaupt erstmal in Führung gehen zu können. Ausgeschlossen ist das nicht. Eigentlich bräuchte er aber auch noch ein Polster, mit dem er in die letzten beiden Bergetappen gehen kann. Und da Mas in Rot auch schon am Berg Flügel gewachsen sind, kann das durchaus auch auf dem Zeitfahrrad passieren. Auf Gall, der unter den Dreien am wenigsten gegen die Uhr glänzen kann, hat Roglic hingegen nur vier Sekunden Rückstand. Zwei Minuten auf den Österreicher aufzuholen, könnte durchaus realistisch sein.
Auch für den Kampf um den Tagessieg kommt Roglic nach fast drei Wochen infrage - genau wie sein Teamkollege Finn Fisher-Black. Auch Stefan Küng (Tudor Pro Cycling Team) gehört zum Kandidatenkreis, ebenso Bruno Armirail (Team Visma | Lease a Bike), Ivo Oliveira (UAE Team Emirates - XRG) oder Iván Romeo (Movistar Team). Für Ethan Hayter (Soudal Quick-Step), der zum Auftakt in Monaco nur ein paar Hundertstel langsamer war als Sieger Tadej Pogacar, dürfte der Kurs etwas zu lang sein.
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