Sebastian Lindner
· 03.09.2026
Das Muster ist mittlerweile bekannt. Etappenstart am Mittelmeer und dann ab ins bergige Hinterland. So sieht es auch auf der 13. Etappe aus, die nun allerdings auch schon fast am südlichsten Zipfel des Landes angekommen ist. Startort Almuñécar liegt direkt an der Küste etwa auf halber Strecke zwischen Málaga und Almeria und feiert Vuelta-Premiere.
Die ersten 15 Kilometer sind flach und führen ostwärts entlang der Küste, bis die Strecke die Richtung ändert - und ihr Profil. Denn mit dem Abbiegen des Kurses landeinwärts hebt sich das Terrain für 14 Kilometer mit fünf Prozent. Der Alto de la Venta de la Cebada (1. Kategorie). Auch danach bleibt es anspruchsvoll, während der Kurs noch etwas weiter nach Norden führt. Kurios dabei: Der Zielort der Vuelta 2026, Granada, ist nur noch 20 Kilometer entfernt. Doch das große Finale ist noch neun Tage entfernt.
Stattdessen macht der Kurs einen Knick nach Südwest, um das Feld über den Alto de Legionario (2. Kategorie) zu führen. 15 Kilometer mit drei Prozent bedeutet das, ehe dann, nur unterbrochen durch eine Gegensteigung, fast 50 Kilometer mehr oder weniger abschüssiges Terrain warten. Dabei führt die Strecke wieder nordwärts und damit unweit an Granada vorbei. Der nächste Anstieg, der Puerto de Granada (2. Kategorie), verdeutlicht das nochmal. Dessen siebeneinhalb Kilometer mit 5,6 Prozent sind die letzte Hürde des Tages. Eine lang gezogene leichte Abfahrt und zwölf flache Kilometer führen dann nach Loja, wo auf den letzten leicht ansteigenden 1000 Metern nochmal drei Kreisverkehre lauern, ehe der Zielstrich erreicht ist.
Die knapp 193 Kilometer bedeuten eine der längsten Etappen der Rundfahrt, auch 3400 Höhenmeter sind durchaus sportlich.
Etappe 13 kann eine für die Ausreißer werden. Das liegt vor allem an der starken Bergperformance von Enric Mas (Movistar Team) tags zuvor. Der dominiert an den Bergankünften und hat damit keinen Grund, an anderen Tagen tätig zu werden. Gleichzeitig weiß die Konkurrenz, dass sie ihn nicht loswerden wird, vor allem nicht an lediglich mittelschweren Anstiegen.
Die Klassementfahrer dürften sich also zurückhalten. Gleichzeitig ist der Tag wahrscheinlich ein wenig zu schwierig für Visma-Sprinter Matthew Brennan. Wout van Aert hingegen war tags zuvor lange in der Gruppe und dürft entsprechend auch nicht die Beine haben, mit den besten über den letzten Berg zu fahren. So wird sich niemand zwingend in der Position sehen, die Nachführarbeit zu übernehmen. Und das Mas’ Movistar-Team die Löcher gern mal groß werden lässt, wenn keine Gefahr besteht, hat sie bereits öfters bewiesen. Deswegen wird eine kleine Gruppe den Sieg unter sich ausmachen. Ziemlich sicher ist dann auch ein Uno-X-Fahrer dabei.
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