Robert Kühnen
· 26.07.2026
Die Schlussetappe hat ein ähnliches Format wie im Vorjahr. Nach lockerem Einrollen stehen einige Schlussrunden in Paris an, bei denen dreimal der schmale und steile Montmartre-Hügel zu erstürmen ist. Nach lockerem Auftakt der Etappe dürfen wir daher fürs Ende nochmal auf heiße Action hoffen.
Eine letzte Chance für Teams, die bisher nicht punkten konnten? Können sich Sprinter behaupten oder setzt sich wieder ein Solist in der letzten Steigung ab, wie Wout van Aert im Vorjahr? Oder gefällt es Tadej Pogacar, als Erster über den Zielstrich in Paris zu rollen? Im Prinzip würde auch ihm das Profil der Etappe liegen.
Der Stadtkurs verspricht Klassikeratmosphäre. Alles ist möglich – von der Soloflucht eines Puncheurs bis zum Sprint aus einer dezimierten Gruppe.
Wir simulieren die letzten 10,2 Kilometer des Rennens, um zu analysieren, wer die beste Radtechnik für das Finale der Tour hat.
Das Ergebnis ist keine Überraschung. Das schnellste Aerobike im Feld ist auch im Finale in Paris die Maschine, die nach einer Attacke an der Côte de la Butte Montmartre am wahrscheinlichsten zum Erfolg führen wird: Zwei Sekunden liegt das Van Rysel RCR-F Pro am Ende rechnerisch in Front.
Allerdings mit der Einschränkung, dass bei der unmittelbaren Attacke an der Steigung das Cervélo S5 das bessere, weil deutlich leichtere Rad ist.
Wer einen Vorsprung bis ins Ziel verteidigen will, muss auf jeden Fall die Aerodynamik im Griff haben. Die kalkulierte Durchschnittsgeschwindigkeit inklusive der Steigung: 48,2 km/h.
Das erwartbare Finale ist so rasend schnell wie die ganze Tour de France.
Das (fast) vollständige Feld im Überblick*:
Die Rangfolge der Räder bei einer Attacke während der letzten Überfahrt der Côte de la Butte Montmartre spiegelt wider, was die gesamte Tour de France ausmachte: Tempo, Tempo, Tempo. Aerobikes dominieren die Rangfolge. Das Rennen um noch schnellere Bikes wird daher ungebrochen weitergehen.
Danke fürs Mitlesen, wir sehen uns wieder bei den Briefings für die Tour de France Femmes, ab dem 1. August. Was interessiert euch besonders? Schreibt uns einen Kommentar.
Basierend auf den eigenen Windkanaltests stellen wir Simulationsberechnungen für das Tour de France Tech-Briefing an. So testet TOUR: Aero-Rennrad-Test im Windkanal.
Wir gehen dabei der Frage nach, welche Räder in welcher Situation einen technischen Vorteil bieten können. Variablen, die wir in der Simulation beeinflussen können, sind Radgewicht, Fahrergewicht, Trägheit der Laufräder, Luftwiderstandsbeiwert, Rollwiderstandsbeiwert und die Effizienz des Antriebsstrangs.
Für die Modellierung der Fahrzeiten setzen wir realistische Leistungen und Gewichte für die Fahrer an, kombinieren sie mit unseren Windkanaldaten und lassen die Fahrer virtuell über ausgesuchte Streckenabschnitte rasen, die wir aus den offiziellen Streckendaten extrahieren; zentral sind dazu die abgeleiteten Höhenprofile. Zur Modellierung gehören auch Kurven, die wir realistisch anbremsen können und einstellbare Powerprofile für verschiedene Fahrertypen. So unterscheiden wir zwischen Antritten am Berg und richtigen Endspurts. In der Summe macht dies die Simulierung realitätsnah. Was wir nicht abbilden können, sind fahrdynamische Effekte wie das individuelle Verhalten der Räder auf verschiedenen Untergründen.
Die ermittelten Fahrzeiten für die rennentscheidenden Streckenabschnitte machen den Einfluss der Räder sichtbar – unter der Voraussetzung, dass die Fahrer sich in einem Szenario immer gleich verhalten.

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