Tour de France oder Amateur?Whoop-Daten von Pogačar, Van der Poel & Philipsen

Leon Weidner

 · 09.07.2026

Tour de France oder Amateur?: Whoop-Daten von Pogačar, Van der Poel & PhilipsenFoto: Getty Images/Dario Belingheri
Tour de France Profis weisen deutliche Unterschiede im Gegensatz zu Amateuren auf - aber wie sehen diese aus?
Whoop veröffentlicht Trainingsdaten von Tadej Pogačar, Mathieu van der Poel und Jasper Philipsen aus der Vorbereitung auf die Tour de France 2026. Die Analyse von mehr als 1600 Trainingsstunden zeigt erstaunliche Einblicke.

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Whoop wertete die Vorbereitungsdaten für die Tour de France 2026 von Tadej Pogačar, Mathieu van der Poel und Jasper Philipsen aus und verglich sie mit denen von mehr als 15.000 trainierenden Whoop-Mitgliedern. Die Datenerhebung erfolgte vom 1. Januar bis zum 21. Juni 2026. Eine altersgleiche Vergleichsgruppe von mehr als 2200 männlichen Radsportlern im Alter von 25 bis 35 Jahren diente als Referenz. Die Tragequote der drei Profis betrug 96 bis 99 Prozent.

Herz-Kreislauf-Fitness der Tour de France Profis

Der Ruhepuls der drei Fahrer bewegte sich über den gesamten Analysezeitraum zwischen 38 und 44 Schlägen pro Minute. Die Vergleichsgruppe lag 10 bis 17 Schläge höher. Die Herzfrequenzvariabilität (HRV) zeigt die Regenerations- und Anpassungsfähigkeit des Körpers. Mathieu van der Poel erreichte durchschnittlich 143 Millisekunden, während die altersgleiche Vergleichsgruppe bei 71 Millisekunden lag. Die tägliche Belastung (Daily Strain) der Profis überstieg die der ambitionierten Hobbysportler über die gesamte Saison um 25 Prozent.

Trainingsumfang und Belastung

Jeder der drei Fahrer absolvierte mehr als 200 Radeinheiten vor der Tour de France. Das Training fand neun bis zehn Mal pro Woche statt. Tadej Pogačar sammelte 578 Stunden auf dem Rad, Mathieu van der Poel 506 Stunden und Jasper Philipsen 495 Stunden. In den letzten 30 Tagen vor der Tour stieg die tägliche Belastung weiter an. Bei Pogačar und Van der Poel verbesserten sich gleichzeitig die Herzfrequenzvariabilität und der Ruhepuls. Die durchschnittliche Schlafdauer fiel in dieser Phase kürzer aus. Die Athleten hielten ihre Trainingsintensität bis unmittelbar vor dem Saisonhöhepunkt hoch.

Die drei Profis schliefen durchschnittlich 10 bis 30 Minuten länger als die Vergleichsgruppe. Entscheidender war die Regelmäßigkeit. Alle drei erreichten einen Sleep Consistency Score von über 81 Prozent. Die altersgleiche Vergleichsgruppe lag bei 70 Prozent. Die Daten zeigen, dass eine konsequente Schlafroutine im Spitzensport wichtiger ist als die reine Schlafdauer. Wer also regelmäßig zur selben Zeit ins Bett geht, profitiert auch beim Sport.

Individuelle Trainingsansätze für die Tour de France

Tadej Pogačar absolvierte während des Analysezeitraums 30 Hot-Tub-Sessions, Saunagänge, Krafttraining und Eisbäder. Mathieu van der Poel trainierte mit Rennrad und Mountainbike und spielte nebenbei viel Golf. Trotz unterschiedlicher Herangehensweisen weisen alle drei Athleten ähnliche Herz-Kreislauf-Fitness sowie hohe Trainings- und Schlafkonstanz auf. Die Analyse zeigt, dass der Weg auf WorldTour-Niveau nicht über einen einheitlichen Trainingsansatz führt. Die größten physiologischen Unterschiede zwischen Weltklasse-Athleten und Amateuren liegen in der Herz-Kreislauf-Effizienz, der Regenerationsfähigkeit und der Fähigkeit, über Monate konstant hohe Trainingsbelastungen mit regelmäßiger Schlafroutine zu verbinden.

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Leon Weidner

Redakteur

Leon Philip Weidner ist Kölner, verfolgt den Profi-Radsport intensiv und ist selbst leidenschaftlich auf dem Rennrad unterwegs. Neben langen Kilometern im Sattel des Straßenrads sitzt er auch regelmäßig auf dem Zeitfahrrad – stets mit dem nächsten Triathlon im Blick. Seine Expertise verbindet sportliche Praxis mit Szenewissen.

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