Tour de France Femmes 2026Vorschau 9. Etappe: Letztes Hurra mit erneutem Sekundenkrimi in Nizza

Sebastian Lindner

 · 08.08.2026

Tour de France Femmes 2026: Vorschau 9. Etappe: Letztes Hurra mit erneutem Sekundenkrimi in NizzaFoto: Getty Images / Alex Broadway
Nach dem Drama bei der Tour de France 2024 in Alpe d’Huez, als vier Skeunden zwischen Gelb für Kasia Niewiadoma und Rang zwei für Demi Vollering den Unterschied machten, reichte es gerade für eine höfliche Gratulation der Unterlegenen. Dreht sie den Spieß in Nizza um oder gewinnt Niewiadoma wieder hauchdünn?
​Die Tour de France Femmes ist das wichtigste Rennen im Radsportkalender der Frauen. Die 5. Auflage führt 2026 vom 1. bis 9. August über 1175 Kilometer und knapp 19.000 Höhenmeter von Lausanne nach Nizza. Das ist die 9. und letzte Etappe.

Themen in diesem Artikel

​Die wichtigsten Infos zur 9. Etappe der Tour de France Femmes 2026

  • Sonntag, 9. August: Nizza - Nizza
  • 99,2 Kilometer, 2100 Höhenmeter (bergig)
  • Bergwertungen: KM 7,7 (2. Kat), KM 33,6 (2. Kat), KM 59,6 (2. Kat), KM 83,8 (1. Kat)
  • Sprintwertung: KM 23,5
  • Start: 16:05 Uhr, Zielankunft: ca. 18:51 Uhr
  • Liveticker und Ergebnisse

Die Strecke der 9. Etappe der Tour de France Femmes

Das Profil der 9. Etappe der Tour de France Femmes 2026Foto: A.S.O.Das Profil der 9. Etappe der Tour de France Femmes 2026

“Kurz und schmerzhaft” lautet das Motto der Schlussetappe der Tour de France Femmes 2026. Für eine “Tour d’honneur”, eine Ehrenrunde, wie sie die Männer in Paris fahren, bleibt bei ohnehin nur neun Etappen keine Zeit. Dazu bietet sich das Profil ebenfalls nicht an. 2100 Höhenmeter müssen auf den letzten 99 Kilometer absolviert werden. Und wie so oft bei dieser Tour geht es gleich ab Kilometer 0 los mit dem ersten Berg. Ein Rundkurs über den Col d’Eze, weiter nach Osten in die gleichnamige Ortschaft und wasserseits über Villefranche-sur-Mer zurück nach Nizza zur Promenade des Anglais, die aus der Gegenrichtung vom Vortag angefahren wird, bildet die Basis.

Die ersten drei Male wird der Pass dabei über einen etwas längeren Schlenker nach Norden angefahren. 7,7 Kilometer mit 5,9 Prozent führen zur Passhöhe auf 491 Metern, bewertet ist er als Anstieg der 2. Kategorie. Beim letzten Mal wird dieser Punkt über den klassischen Weg erreicht, wie er im Standard-Programm von Paris-Nizza der Männer steht. Über die Chemin du Vinaigrier und den Col des Quatre Chemins ist der Weg nur sechs Kilometer lang, dafür aber 7,6 Prozent steil. Im Mittelteil bringen es gut 1000 Meter dabei auf zwölf Prozent im Schnitt - und schon wird ein Anstieg der 1. Kategorie draus.

Die letzten 14 Kilometer ins Ziel (jeder Runde) sind abschüssig. Die Abfahrt ist stellenweise steil, vor allem im oberen Teil auch technisch weil mit reichlich Kurven versehen. Hier sind durchaus Steuerkünste gefragt.

Die Strecke der 9. Etappe der Tour de France Femmes 2026Foto: A.S.O.Die Strecke der 9. Etappe der Tour de France Femmes 2026

Sportliche Einschätzung zur 9. Etappe der Tour de France Femmes 2026

Vor der letzten Etappe der Tour geht es tatsächlich wieder um Sekunden. Acht davon trennen Demi Vollering (FDJ United - SUEZ) von Kasia Niewiadoma (CANYON//SRAM) - und dass es die Niederländerin ist, die auf der 8. Etappe tatsächlich ins Gelbe Trikot stürmte war dabei ungefähr genauso überraschend wie der Umstand, dass sie es der Polin überhaupt erstmal abnehmen musste, nachdem die tags zuvor am Mont Ventoux geglänzt hatte.

Der letzte Tag hat es nochmal richtig in sich. Und bis das Gelbe Trikot nicht (zum vierten Mal) den Zielstrich überquert hat, bleibt das auch so. Ein dünnes Sekundenpolster auf einer schwierigen Schlussetappe ist genau das, was sich die A.S.O. gewünscht hat. Und es sind die Zutaten für ein explosives Finale, in dem Niewiadoma vermutlich früh in die Offensive gehen muss, wenn sie Vollering nochmal überflügeln will. Das bedeutet Risiko.

Das Profil des Col d’EzeFoto: A.S.O.Das Profil des Col d’Eze

Auf die letzte Überfahrt des Col d’Eze zu warten, auch wenn die über Chemin du Vinaigrier und den Col des Quatre Chemins noch deutlich schwieriger ist, bietet den Risikofaktor, dass die Polin Vollering vielleicht nicht loswird, zumal sie in einem gemeinsamen Zielsprint mutmaßlich den Kürzeren ziehen würde und über Bonifikationen ohnehin nicht genügend Zeit gutmachen könnte. Also muss sie es bereits in der dritten Runde versuchen.

Möglicherweise wird auch Marlen Reusser (Movistar Team) nochmal zu einem Faktor. Ihr liegt die unregelmäßige Belastung zwar am wenigstens aus dem Trio. Und im Grunde dürfte die Schweizerin auch mit Rang drei bei der Tour zufrieden sein. Letztlich ist sie mit ihrem Rückstand von etwas mehr als einer Minute aber auch noch nicht aus dem Rennen, hat vielleicht noch ein Ass im Ärmel. Wenn es beim großen Finale eine Siegerin gibt, die nicht aus dem Kreis der drei stärksten Frauen dieser Tour kommt, wäre das schon eine Überraschung.

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