Nach einem hügeligen Teilstück am Vortag ist auch die 6. Etappe geprägt von einem ständigen Auf und Ab. Es sind die östlichen Ausläufer des Zentralmassivs, die den Fahrerinnen nochmal 2600 Höhenmeter bescheren. Auf Kurs Süd-Südwest führt der Weg von Montbrison dabei nach Tournon-sur-Rhône in den Großraum von Valence, vom im Vorjahr die Europameisterschaften auf der Straße ausgefahren wurden.
Über einen dreistufigen Anstieg, der in zwei Bergwertungen der 4. Kategorie unterteilt ist, wird nach 27 Kilometern auf 800 Metern eine erste Anhöhe erreicht. Wieder runter auf etwas mehr als 400 Meter, steht eine kurze Ebene an, bevor es erneut stufenweise bis auf knapp 1100 Meter in Saint-André-en-Vivarais geht. Das Départment Ardèche ist erreicht; hier warten die größten Schwierigkeiten des Tages.
Nach einer steilen und kurvigen Abfahrt wartet mit dem Col de Lalouvesc (2. Kategorie) der längste Anstieg des Tages. 8,6 Kilometer mit fünf Prozent sind zu bewältigen. Im Anschluss an eine 15 Kilometer lange Abfahrt, die sich inklusive einer kleinen Gegenwelle bis 20 Kilometer vor das Ziel zieht, steht mit der Côte de Boucieu-le-Roi (3. Kategorie) die letzte Hürde an, ehe der Rest der Etappe überwiegend abschüssig verläuft.
Im Feld der Männer wäre dieses Teilstück wohl als klassische Ausreißeretappe einzustufen. Bei den Frauen aber könnte der Tag anders verlaufen. Sicher wird sich eine kleine Gruppe finden. Aber mit dem Solosieg von Sigrid Haugset (Uno-X Mobility) auf der 3. Etappe dürften sich weitere Erfolge aus der Fluchtgruppe heraus erledigt haben. Die Tour ist zu kurz, um Siege zu verschenken.
Dazu kommt: Die Etappe ist hochgradig klassementrelevant. Auch wenn tags darauf der Mont Ventoux wartet, werden sich die Top-Frauen hier belauern. Falls die eine oder andere den Ventoux doch im Hinterkopf hat, könnte das bedeuten, dass nicht schon am Col de Lalouvesc voll auf Attacke gefahren wird, sondern erst am letzten Anstieg des Tages rund 15 Kilometer vor dem Ende. Ein einvernehmliches Ins-Ziel-Rollen wird es nicht geben.
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