Sebastian Lindner
· 31.07.2026
Mit dem Grand Départ in der Schweiz beginnt am Samstag die 5. Tour de France Femmes - ein paar wenige Kilometer länger als die bisherige Rekordausgabe im Vorjahr, dafür aber vielleicht etwas leichter. Wie 2025 werden wieder neun Etappen gefahren.
Die Tour de France Femmes avec Zwift, so der vollständige und offizielle Name, ist dabei in diesem Jahr weniger eine Rundfahrt, die komplett Frankreich abdeckt, als ein Rennen, dass sich neben der Schweiz ausschließlich im Südwesten Frankreichs aufhält. Das sorgt immerhin für kurze Wege: Die Transfers zwischen den Etappen sind übersichtlich.
So startet und endet auch die Auftaktetappe im schweizerischen Lausanne am Genfersee. Von dort geht es geradewegs nach Norden bis Yverdon-les-Bain an der Südspitze des Neuenburgersees. Die 30 Kilometer bis dorthin sind relativ eben. Am Ufer entlang geht es dann weiter Richtung Nordosten, wo mit der Côte des Chàbles (3. Kategorie) die erste Bergwertung des Rennens wartet.
Dort verlässt die Strecke das Ufer, macht noch ein paar Kilometer ins Landesinnere und nimmt dann den Rückweg nach Lausanne in Angriff. Der ist ein wenig anspruchsvoller. Bis zum Ufer des Genfersees warten zwei weitere Bergwertungen der 3. Kategorie. Ab Chexbres sind es noch knapp 25 Kilometer bis ins Ziel, die tellerflach sind. Bis auf die letzten 2500 Meter in Lausanne. Quasi als Schlussanstieg wartet hier noch die letzte Bergwertung des Tages (4. Kategorie) mit 4,6 Prozent Steigung im Mittel.
Eigentlich wäre die 1. Etappe der Tour de France Femmes ein klassisches Sprinterstück - wäre da nicht die Schlussrampe über zweieinhalb Kilometer bei 4,5 Prozent. Die letzten 600 Meter davon liegen bei unter einem Prozent, dafür ist aber vor allem der Mittelteil mit über acht Prozent über 500 Meter nicht ohne.
Auf dem Papier klingt das so, als könnte es genau das Richtige für Elisa Balsamo (Lidl - Trek) sein. Beim Giro d’Italia hat die Italienerin bewiesen, dass vergleichbares Terrain genau ihres ist. Das hat in der Vergangenheit aber auch schon Lorena Wiebes (SD Worx - Protime) getan. Bei der Niederländerin passt auf jeden Fall die Form. Alle drei Etappen der Tour de Pologne, die am vergangenen Wochenende endete, gingen an sie. Ist es für sie doch eine Nummer zu schwer, könnte es ein Finale für ihre Teamkollegin Lotto Kopecky werden. Auch Liane Lippert (Movistar Team) könnte sich den Tag angestrichen haben und im Erfolgsfall erste Deutsche im Gelben Trikot der Tour werden. Was Lippert kann, kann mittlerweile aber auch Franziska Koch (FDJ United - SUEZ), die im Juni zum dritten Mal in Serie Deutsche Meisterin wurde.
Die Grand Tours der Frauen haben zuletzt aber auch immer gezeigt, dass ein kleiner Anstieg im Finale auch gerne mal die Klassementfavoritinnen auf den Plan ruft und vielleicht auch Demi Vollering (FDJ United - SUEZ) Aktien am Auftaktsieg haben könnte. Die Liste der potenziell in Frage kommenden Frauen für den Tagessieg ist in jedem Fall lang.
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