Auch die 8. Etappe der Tour de France ist flach und vom Verlauf her ähnlich dem Vortag. Sowohl der Startort Périgueux als auch Bergerac als Ziel sind zum fünften Mal Teil der Tour. Der Tag verbindet damit die beiden größten Städte der Dordogne nordöstlich von Bordeaux. Was auf den ersten Blick seltsam anmutet, ist dabei die Verteilung von Start und Ziel. Denn Périgueux liegt weiter vom Vortagesziel entfernt, dafür aber näher am Startpunkt der Folgeetappe. Für Bergerac gilt vice versa dasselbe.
Logistische und finanzielle beziehungsweise politische Herausforderungen sind aber nicht immer zwingend deckungsgleich, weshalb auf den Tour-Tross ein paar unnötige Auto-Kilometer zukommen. Die sportliche Aufgabe ist dafür aber wieder verhältnismäßig klein. Auf die 180 Kilometer mit dem Rad verteilen sich recht gleichmäßig 1150 Höhenmeter. Um die eigentlich nur gut 40 Kilometer Luftlinie zwischen Start und Ziel etwas zu verlängern, führt der Parcours in einem großen Bogen im Uhrzeigersinn übers flache Land. Nach gut 100 Kilometern wartet die erste Bergwertung der 4. Kategorie, 40 später die zweite. Die Steigungsprozente bleiben unter sechs Prozent.
Topografisch passiert bis zum Zielstrich nichts weiter. Ganz unkompliziert wird das Finale dennoch nicht. Kurz vor dem Teufelslappen wartet eine 90-Grad-Kurve, 500 Meter vor dem Ziel ein weiterer scharfer Rechtsknick.
Es wird auch in Bergerac einen Massensprint geben, aber es wird kein einfacher. Die beiden scharfen Kurven im Finale erfordern gut getimte Sprints, die sich am ehesten über lange und gut eingespielte Züge fahren lassen. Deswegen sind die reinen Sprinterteams von Soudal Quick-Step von Tim Merlier und Alpecin - Premier Tech für Jasper Philipsen hier im Vorteil gegen Mads Pedersen (Lidl - Trek), Olav Kooij (Decathlon CMA CGM) sowie den deutschen Hoffnungen Max Kanter (XDS Astana Team), Pascal Ackermann (Team Jayco AlUla) und Phil Bauhaus (Bahrain - Victorious), die sich die Helfer mit den Kletterern in der Mannschaft teilen müssen. Letzter Sieger in Bergerac, das macht vielleicht Hoffnung, war 2017 Marcel Kittel.
Dass etwaige Ausreißer den Sprintern in die Suppe spucken könnten, scheint unwahrscheinlich. Der Sprintertag nach Pau auf der 5. Etappe, als Baptiste Veistroffer (Lotto Intermarché) den ganzen Tag als Einziger vor dem Feld unterwegs war, hat gezeigt, dass das Interesse an potenziell aussichtslosen Ausreißversuchen eher gering ist.
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