Tour de France 2026Vorschau 6. Etappe: Tourmalet ohne Spektakel?

Sebastian Lindner

 · 08.07.2026

Tour de France 2026: Vorschau 6. Etappe: Tourmalet ohne Spektakel?Foto: Getty Images
2025 lag der Tourmalet im Nebel. Nils Politt führte das Feld und seinen Kapitän Tadej Pogacar im Gelben Trikot den Anstieg hinauf.
​Die Tour de France ist das wichtigste Rennen im Radsport. Die 113. Auflage führt 2026 vom 4. bis 26. Juli über 3300 Kilometer und mehr als 54.000 Höhenmeter von Barcelona nach Paris. Das ist die 6. Etappe.

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​Die wichtigsten Infos zur 6. Etappe der Tour de France 2026

  • Donnerstag, 9. Juli: Pau - Gavarnie-Gèdre
  • 186,2 Kilometer, 4100 Höhenmeter (Bergankunft)
  • Bergwertungen: KM 50,9 (4. Kat), KM 77,3 (3. Kat), KM 118,1 (1. Kat), KM 147,8 (HC), KM 186,2 (2. Kat)
  • Zwischensprint: KM 59,1
  • Start: 12:25 Uhr, Ziel: ca. 17:29 Uhr
  • Liveticker und Ergebnisse

Die Strecke der 6. Etappe der Frankreich-Rundfahrt

Das Profil der 6. Etappe der Tour de France 2026Foto: A.S.O.Das Profil der 6. Etappe der Tour de France 2026

Nach dem Sprintfinale in Pau am Vortag bleibt der Tour-Tross in der Stadt, denn auf der 6. Etappe beginnt hier die große Pyrenäen-Etappe der Rundfahrt. Es geht zurück in die Berge, die das Peloton eigentlich schon hinter sich gelassen hatte. Ziel ist die kaum 350 Einwohner große Gemeinde Gavarnie-Gèdre, in der erstmals eine Etappe der Tour enden wird.

Zwischen Start und Ziel liegen 186 Kilometer, von denen die erste Hälfte ohne größere Schwierigkeiten auskommt. Bis zum Wallfahrtsort Lourdes steigt das Terrain nur ganz leicht an, auf den folgenden Kilometern machen eine Bergwertung der 4. Kategorie, ein knapp zwei Kilometer langer Stieg mit sieben Prozent, und etwas später nochmal drei Kilometer mit knapp sieben Prozent (3. Kategorie), zwischen den der Zwischensprint ausgefahren wird, noch nicht den Unterschied.

In Arreau, gut 100 Kilometer sind gefahren, beginnt dann aber der Anstieg zum Col d’Aspin (1. Kategorie) über die Ostrampe, an den sich dann klassisch der Col du Tourmalet (HC) anschließt. Der Aspin bringt es auf zwölf Kilometer mit 6,5 Prozent, für den Tourmalet sind es dann 17,1 Kilometer mit 7,3 Prozent. Mit fast 90 Überquerungen ist der Tourmalet der am häufigsten gefahrene Anstieg der Tourgeschichte. Auch das Souvenir Jacques Goddet zu Ehren des zweiten Tour-Direktors wird hier in Form einer Sonderprämie ausgelobt.

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Nach dem Tourmalet, der auf 2115 Metern überfahren wird, begibt sich die Tour dann auf neue Wege. Am Fuße des Pyrenäen-Riesen in Luz-Saint-Sauveur wird der Weg nach Gavarnie-Gèdre eingeschlagen. Zu erklimmen ist eine mit nur wenigen Kurven versehene, leicht ansteigende Bergstraße, die im Mittel nur 3,7 Prozent steil ist, aber aufgrund ihrer Länge von fast 19 Kilometern doch noch als Wertung der 2. Kategorie und somit als Bergankunft durchgeht.

Im Ziel, das im Niemandsland in einer Sackgasse kurz vor Grenze zu Spanien liegt, wartet dafür ein UNESCO-Welterbe-Panorama auf das Peloton. Der Felsenkessel Cirque de Gavarnie umgibt den Zielort, teilweise sind die Felswände dort fast senkrecht. Dort liegt auch der höchste Wasserfall Frankreichs. In der Grand Cascade stürzt das Wasser 420 Meter tief in den Kessel.

Die Strecke der 6. Etappe der Tour de France 2026Foto: A.S.O.Die Strecke der 6. Etappe der Tour de France 2026

Sportliche Einschätzung zur 6. Etappe der Tour de France 2026

Rein auf die Pyrenäen bezogen, wartet die Königsetappe auf das Feld. Im Grunde wie immer, wenn der Tourmalet auf dem Programm steht. Doch ob der Riese auf klassementrelevant sein wird, bleibt abzuwarten. Denn dafür müssten Tadej Pogacar (UAE Team Emirates - XRG) und Co. eine frühe Attacke wagen. Der Gipfel des Tourmalet wird 40 Kilometer vor dem Ziel erreicht. Und der finale Anstieg ist zwar lang, aber nicht steil genug, um den Unterschied zu machen. Atypisch für die Pyrenäen die Steigung nicht nur im Mittel gering - sie weist auch keine extremen Ausreißer nach oben auf.

Der Schlussanstieg der 6. Etappe im Profil.Foto: A.S.O.Der Schlussanstieg der 6. Etappe im Profil.

Es wäre ein risikoreiches Unterfangen, so früh auf der Etappe in die Offensive zu gehen. Und da es eben auch noch früh in der Tour ist, wird es kaum einer der Spitzenfahrer eingehen. Möglich wäre es vielleicht, für die Teams mit Doppelspitze einen der Kapitäne oder ersten Offiziere in eine Ausreißergruppe zu stecken, um die Konkurrenz unter Druck zu setzen. Doch sowohl Remco Evenepoel (Red Bull - BORA - hansgrohe), Isaac Del Toro (UAE Team Emirates - XRG) oder Matteo Jorgenson (Team Visma | Lease a Bike) wären ein ungewohntes Bild.

Dass die Topteams die Gruppe des Tages, die es ohne Frage geben wird, besetzten werden, steht hingegen fast außer Frage. Nur eben vielleicht nicht ganz so prominent. Red Bull könnte Jai Hindley schicken, Visma Davide Piganzoli und UAE Brandon McNulty, um nicht auf nicht im Feld arbeiten zu müssen. Die Gruppe, die höchstwahrscheinlich recht groß werden wird, dürften aber auch alle besetzen, die das Bergtrikot im Hinterkopf haben oder auf Etappen schielen. Lenny Martinez (Bahrain - Victorious), der 2025 der Erste auf dem Tourmalet war, oder Ben Healy (EF Education - EasyPost) wären Experten für so ein Unterfangen. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Gruppe durchkommt, dürfte relativ hoch sein.

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