Tour de France 2026Vorschau 4. Etappe: Bühne frei für die Ausreißer

Sebastian Lindner

 · 06.07.2026

Tour de France 2026: Vorschau 4. Etappe: Bühne frei für die AusreißerFoto: Getty Images / Tim de Waele
2022 führte zuletzt eine Etappe von Carcassonne nach Foix. Damals siegte der Kanadier Hugo Houle als Ausreißer. Auch 2026 könnte der Sieger des Teilstücks aus der Fluchtgruppe kommen.
​Die Tour de France ist das wichtigste Rennen im Radsport. Die 113. Auflage führt 2026 vom 4. bis 26. Juli über 3300 Kilometer und mehr als 54.000 Höhenmeter von Barcelona nach Paris. Das ist die 4. Etappe.

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​Die wichtigsten Infos zur 4. Etappe der Tour de France 2026

  • Dienstag, 7. Juli: Carcassonne - Foix
  • 181,9 Kilometer, 2700 Höhenmeter (hügelig)
  • Bergwertungen: KM 48,2 (4. Kat), KM 64,9 (3. Kat), KM 104,9 (2. Kat), KM 146,7 (3. Kat)
  • Zwischensprint: KM 93,4
  • Start: 13:10 Uhr, Ziel: ca. 17:23 Uhr
  • Liveticker und Ergebnisse

Die Strecke der 4. Etappe der Frankreich-Rundfahrt

Das Profil der 4. Etappe der Tour de France 2026Foto: A.S.O.Das Profil der 4. Etappe der Tour de France 2026

Die 4. Etappe der Tour de France 2026 wird die erste sein, die ausschließlich auf französischem Boden ausgefahren wird. Sie startet in Carcassonne. Die Stadt, die knapp 50.000 Einwohner beherbergt und vor allem für ihre beeindruckende, mittelalterliche Festung bekannt ist, war in jüngerer Vergangenheit immer wieder Teil der Tour. Seit 2018 endeten hier vier Etappen, im vergangenen Jahr siegte Tim Wellens als Solist.

In diesem Jahr ist Carcassonne allerdings wieder Ausgangspunkt eines Teilstücks, dass zunächst nach Süden führt und sich anschließend in westlicher Richtung an den Pyrenäen entlangschlängelt. Die ersten gut 30 Kilometer sind flach, bevor eine erste Hügelzone mit jeweils einer Bergwertung der 4. und 3. Kategorie durchfahren wird. Anschließend wird es wieder flacher, bevor nach gut 90 Kilometern die Hürden größer werden. Zunächst ist der Col du Coudons (2. Kategorie) zu absolvieren. 10,7 Kilometer mit 5,5 Prozent stellen eine erste Herausforderung dar, aber noch nicht die größte des Tages.

Die wartet etwa 30 Kilometer später, nachdem das Feld über ein Hochplateau und durch eine Abfahrt gerollt ist. Dann stellt sich der Col de Montségur in den Weg. Mit knapp sieben Kilometern deutlich kürzer, mit 6,6 Prozent Steigung im Schnitt aber auch steiler, ist das die zweite Bergwertung der 2. Kategorie. Vom höchsten Punkt des Tages auf rund 1000 Metern über dem Meer ist der Rest der Strecke nach Foix überwiegend abschüssig, auch wenn einige kleine Gegensteigungen warten. 320 Meter vor dem Ziel macht der Parcours einen scharfen Rechtsknick, ansonsten warten im Finale keine Schwierigkeiten.

Die Strecke der 4. Etappe der Tour de France 2026Foto: A.S.O.Die Strecke der 4. Etappe der Tour de France 2026

Sportliche Einschätzung zur 4. Etappe der Tour de France 2026

​2022 endete hier letztmals eine Etappe der Tour. Auch sie war in Carcassonne gestartet, hatte mit zwei Anstiegen der 1. Kategorie aber einen anderen Charakter. Das Ergebnis könnte jedoch ein ähnliches werden. Denn damals siegte mit Hugo Houle ein Ausreißer. Der Kanadier kam solo ins Ziel. Dafür dürfte die Etappe nicht schwierig genug sein, doch ein Massensprint ist noch unwahrscheinlicher. Die scharfe Kurve kurz vor dem Ziel zeigt, dass auch die A.S.O. nicht an eine allzu große Gruppe glaubt, ansonsten wäre die Streckenführung bemerkenswert.

Erwartbar ist, dass es einen langen Kampf zwischen einer kleinen Spitzengruppe und einem reduzierten Hauptfeld gibt, in dem Lotto Intermarché, Lidl - Trek, Jayco AlUla und Netcompany INEOS für Arnaud De Lie, Mads Pedersen, Michael Matthews und Dorian Godon arbeiten. Das Quartett stellt die bergfestesten der Sprinter bei der Tour dar. Diesen Teams bleiben nach der letzten Bergwertung 35 Kilometer, um eine erfolgreiche Aufholjagd bis ins Ziel umzusetzen, ohne ihre möglicherweise angeschlagenen Männer aus den Schuhen zu fahren.

Gut möglich aber, dass das nicht reichen könnte. Denn der Tag schreit förmlich nach Mathieu van der Poel (Alpecin - Premier Tech) in der Ausreißergruppe. Und wenn der dreifache Sieger der Flandern-Rundfahrt und von Paris-Roubaix einmal einen Vorsprung hat, bedarf es in der Regel der Mobilisierung sämtlicher Kräfte, um ihn wieder einzufangen.

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