Sebastian Lindner
· 25.07.2026
Mit der 1500-Einwohner-Gemeinde Thoiry kommt am letzten Tag der Tour nochmal ein neuer Etappenort zur langen Geschichte der Frankreichrundfahrt hinzu. Im dortigen Safaripark beginnt die 21. Etappe. Sie führt nach Osten in die französische Hauptstadt, die nach knapp 50 Kilometern erreicht wird. Bis dahin ist es die aus vergangenen Zeiten gewohnte Tour d’honneur, die Champagnerfahrt.
Dann aber dürfte das Tempo langsam anziehen. Am Eifelturm vorbei und über den Hof des Palais du Louvre wird nach 58 Kilometern zum ersten Mal der Zielstrich gekreuzt. Vier Runden bis zum Place Charles de Gaulle mit dem Arc de Triomphe, die Champs-Élysées zurück und um den Place de la Concorde sowie den Jardin de Tuileries und auf die Zielgerade folgen, ehe sich die im Vorjahr eingeführten drei erweiterten Runden über die Cote de la Butte Montmartre (4. Kategorie) anschließen. 1000 Meter mit durchschnittlich 6,5 Prozent warten pro Bergwertung - inklusive Kopfsteinpflaster im oberen Teil.
Die ersten vier kurzen Runden sind rund sechs Kilometer lang, die Montmartre-Runden 16. Von der letzten Bergwertung bis ins Ziel sind es gut zehn Kilometer.
Vier Kilometer mehr bekommen die Sprinter in diesem Jahr verglichen zum Vorjahr, um ihren Rückstand auf mögliche Angreifer nach der letzten Montmartre-Bergwertung wettzumachen und eventuell doch noch um den verbliebenen Tagessieg bei der Tour sprinten zu können. Einem Mads Pedersen (Lidl - Trek) ist das zuzutrauen, allen anderen eher weniger. Im Kampf um das Grüne Trikot sollte auf den Champs-Élysées also nicht mehr allzu viel Feuer drin sein. Das Gelbe Trikot von Tadej Pogacar (UAE Team Emirates - XRG) gegen das Grüne von Pedersen im Duell um den die Etappe zusehen, wäre jedoch sicher ein besonderer Reiz.
Vermutlich gilt das auch für alle anderen Sonderwertungen. Vier Bergpunkte sind am letzten Tag noch zu vergeben. Der Kampf um das Gepunktete Trikot war lange eng, dürfte sich aber kaum so weit zuspitzen, dass diese vier Punkte noch entscheiden. Falls doch, wird es am Montmartre ein umso größeres Spektakel geben.
Das gilt auch dann, sollten zwischen den vorderen Platzierungen in der Gesamtwertung weiterhin nur wenige Sekunden liegen. Ein bisschen was lässt sich auf der kleinen Hügelrunde vielleicht gutmachen, sicher aber keine Größenordnungen. Und dass auch nur dann, wenn nicht wie im Vorjahr die Zeit für die Gesamtwertung bereits 50 Kilometer vor dem Ziel genommen wird. 2025 war das eine Reaktion auf schwierige Wetterbedingungen, die sollten dieses Mal ausbleiben.
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