Sebastian Lindner
· 18.07.2026
Noch vor dem zweiten Ruhetag macht die Tour den nicht ganz kurzen Transfer zurück ins Jura nach Champagnole. Hier startet die 15. Etappe die das Mittelgebirge einmal der Länge nach durchquert und dann direkt Kurs auf die Alpen nimmt.
Aber auch der Auftakt der Etappe hat es schon in sich. Stufenförmig führen schon die ersten 17 Kilometern bis zum Zwischensprint nach oben. Kurz darauf wird der Col de la Savine erreicht, der aber nicht als Bergwertung eingestuft ist. Die erste davon gibt es nach 37 Kilometern an der Cote des Rousses (3. Kategorie). Verlängert wird der Anstieg noch bis Le Tabagnoz.
Während sich die Strecke weiter Richtung Süden bewegt, jetzt parallel zum Genfersee, bieten die nächsten 80 Kilometer Momente zur Erholung. Von 1250 Metern über dem Meeresspiegel geht es wieder runter auf 500, zwischenzeitlich sogar auf 360. Nach 115 Kilometern kratzt die Strecke an der Landesgrenze zur Schweiz, überfährt sie aber nicht.
Dort nimmt das Profil dann Richtung Fahrt auf. Denn südlich des Genfersees erreicht die Strecke die Alpen. Zunächst muss der zwar keine fünf Kilometer lange, aber im Mittel mehr als elf Prozent steile Col de la Croissette (1. Kategorie) in Angriff genommen werden. An dessen Abfahrt schließt sich die kleinere Cote du Mont (3. Kategorie) an, bevor ein Flachstück zur Bergankunft am Plateau de Solaison (HC) hinführt. Der elf Kilometer lange Anstieg ist im Mittel neun Prozent steil, dabei nie flacher als sechs.
Der erste Tag in den Alpen ist ein durchaus kurioser. Denn die beiden schwierigsten Anstiege des Tages sind doch sehr atypisch für das Gebirge. Steil wird es bei der Tour eigentlich vor allem in den Pyrenäen. Doch dieses Mal ist es anders. Schon der Col de la Croissette wird die Favoriten vor eine erste harte Probe stellen. Wer hier auf Krawall gebürstet und risikofreudig ist, könnte hier für eine echte Explosion sorgen. Die Teams mit zwei potenziellen Klassement-Optionen kommen dafür wieder eher in Frage als andere.
Auch das Team von Tadej Pogacar (UAE Emirates - XRG) hätte die. Dass der Chef selbst schon angreift, scheint ausgeschlossen, denn auch der Weg hinauf zum Plateau de Solaison ist hart genug, um Minutenabstände herauszufahren. Isaac Del Toro wäre aber eine Option, um die Konkurrenz unter Druck zu setzen, wobei das gar nicht notwendig wäre. Allerdings kennt der Mexikaner den finalen Schlussanstieg gut, hat dort vor etwa einem Monat bei der Tour Auvergne-Rhone-Alpes gewonnen. Mit etwas Vorsprung, den Pogacar selbst keinesfalls zufahren würde, könnte er seinen Triumpf wiederholen.
Dass Ausreißer um den Tagessieg kämpfen, scheint derweil aussichtslos. Zu anspruchsvoll ist der Schlussanstieg, zu hoch das Interesse der Klassementteams den engen Kampf ums Podium vielleicht auch mit Bonussekunden zu beeinflussen.
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