Erneut CervéloDas schnellste Rad für Etappe 8 der Tour de France Femmes

Robert Kühnen

 · 08.08.2026

Der Tech-Briefing wird präsentiert von
Der Tech-Briefing wird präsentiert von
Erneut Cervélo: Das schnellste Rad für Etappe 8 der Tour de France FemmesFoto: Getty Images / Tim de Waele
Das war bei der 2. Etappe der Tour de France Femmes avec Zwift 2026. Auch wenn Lorena Wiebes nicht auf dem nach unseren Simulationen schnellsten Rad sitzt, könnte sie durch ihre Sprintstäe die 8. Etappe gewinnen
Noch bis zum 9. August messen sich die besten Radsportlerinnen der Welt bei der Tour de France Femmes. Über Sieg und Niederlage auf den Straßen Frankreichs entscheiden dabei nicht nur die Beine, sondern auch das Material. Das TOUR Tech-Briefing zur 8. Etappe.

Die achte Etappe gibt den GC-Fahrerinnen die Gelegenheit durchzuschnaufen. Es geht von Sisteron nach Nizza, 171,9 Kilometer. Aber die topographischen Herausforderungen sind gering. Der Col de Toutes Aures (6,4 km, 3,1%) nach 76 Kilometern ist die höchste Erhebung, von dort geht es knapp 100 Kilometer fallend Richtung Meer. Frühe Ausreißerinnen können auf dem langen Weg an die Küste leicht wieder aufgerollt werden. Der schnellste Schnitt in der Marschtabelle: 46 km/h. Das sagt eigentlich alles.

Zwei im Streckenprofil kaum sichtbare Anstiege kurz vor dem Ziel laden aber dazu ein, zu attackieren und reine Sprinterinnen abzuschütteln. Die Côte de la Ginestière zehn Kilometer vor dem Ziel ist nur 152 Meter hoch, kurzzeitig mit 13% aber steil genug, um das Feld zu zerreißen.

Es läuft daher mutmaßlich auf ein Duell zwischen Sprinterinnen und späten Ausreißerinnen hinaus.

Ein Berg in der Mitte, dann 100 km Abfahrt Richtung Meer. Eine kleine Steigung 10 km vor dem Ziel könnte Sprinterinnen aus dem Rennen um den Tagessieg werfenFoto: A.S.O.Ein Berg in der Mitte, dann 100 km Abfahrt Richtung Meer. Eine kleine Steigung 10 km vor dem Ziel könnte Sprinterinnen aus dem Rennen um den Tagessieg werfenNachdem die letzte Klippe geschafft ist, geht es an der Uferpromenade entlang Richtung ZielFoto: A.S.O.Nachdem die letzte Klippe geschafft ist, geht es an der Uferpromenade entlang Richtung Ziel

​Die Zahl des Tages: 25 Sekunden

Wir simulieren eine Attacke an der letzten kleinen Steigung. Mit welchem Bike könnte sich eine Ausreißerin am besten absetzen?

Ihr ahnt es, weil das Bike bislang in allen Szenarios vorne lag: das Cervélo S5 legt die schnellste Fahrzeit hin. Aerodynamik ist in der flachen Zielanfahrt nach dem Hügel am wichtigsten.

Der Vorsprung gegenüber einem Leichtbike beträgt 25 Sekunden.

Wahrscheinlicher als eine Flucht erscheint uns allerdings ein Sprintfinale. Lorena Wiebes ist die Top-Favoritin. Wenn Sie von ihrem Team vorne in die letzte Klippe gefahren wird, muss sie nur zwei Minuten Vollgas fahren, um dranzubleiben. Das ist etwas, was die Top-Sprinterin schaffen kann.

Das (fast) vollständige Feld im Überblick*:

Die Tabelle zeigt die berechneten Fahrzeiten für eine 56-Kilo-Fahrerin, die zehn Kilometer vor dem Ziel an der Côte de la Ginestière angreift. Vorne liegen die Bikes mit der besten aerodynamischen QualitätFoto: Robert KühnenDie Tabelle zeigt die berechneten Fahrzeiten für eine 56-Kilo-Fahrerin, die zehn Kilometer vor dem Ziel an der Côte de la Ginestière angreift. Vorne liegen die Bikes mit der besten aerodynamischen Qualität

* Simulationsberechnungen

Basierend auf den eigenen Windkanaltests stellen wir Simulationsberechnungen für das Tour de France Tech-Briefing an. So testet TOUR: Aero-Rennrad-Test im Windkanal.

Wir gehen dabei der Frage nach, welche Räder in welcher Situation einen technischen Vorteil bieten können. Variablen, die wir in der Simulation beeinflussen können, sind Radgewicht, Fahrergewicht, Trägheit der Laufräder, Luftwiderstandsbeiwert, Rollwiderstandsbeiwert und die Effizienz des Antriebsstrangs.

Für die Modellierung der Fahrzeiten setzen wir realistische Leistungen und Gewichte für die Fahrer an, kombinieren sie mit unseren Windkanaldaten und lassen die Fahrer virtuell über ausgesuchte Streckenabschnitte rasen, die wir aus den offiziellen Streckendaten extrahieren; zentral sind dazu die abgeleiteten Höhenprofile. Zur Modellierung gehören auch Kurven, die wir realistisch anbremsen können und einstellbare Powerprofile für verschiedene Fahrertypen. So unterscheiden wir zwischen Antritten am Berg und richtigen Endspurts. In der Summe macht dies die Simulierung realitätsnah. Was wir nicht abbilden können, sind fahrdynamische Effekte wie das individuelle Verhalten der Räder auf verschiedenen Untergründen.

Die ermittelten Fahrzeiten für die rennentscheidenden Streckenabschnitte machen den Einfluss der Räder sichtbar – unter der Voraussetzung, dass die Fahrer sich in einem Szenario immer gleich verhalten.

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Robert wurde 1964 in Düsseldorf geboren und fuhr seine ersten Straßenrennen mit 17 Jahren. Zum Spitzenrennfahrer reichte es nicht, aber zu späten Nischenerfolgen. 2011 gelang es Robert, Zeitfahrweltmeister der Journalisten zu werden. Nach seinem Maschinenbaustudium in Essen führte ihn sein Weg bereits 1993 zur TOUR, wo er anfangs mit der Legende Hans Christian Smolik zusammenarbeitete. Heute ist Robert freiberuflich für TOUR und BIKE unterwegs, mit den Schwerpunktthemen Aerodynamik, Messtechnik und Entwicklung neuer Prüfmethoden. Motto: Geht nicht? Gibt‘s nicht. Robert berät auch die Radindustrie und Profiteams, coacht Athleten und kümmert sich um den Radsportnachwuchs. Als Radsportler mag es Robert kurz und schnell, auf schmalen wie auf breiten Reifen.

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