Tadej Pogacar hat die Tour de France zum fünften Mal gewonnen. Nach seinen Erfolgen 2020, 2021, 2024, 2025 und nun 2026 gehört der Slowene damit zum exklusiven Kreis der fünfmaligen Tour-Sieger.
Neben ihm gelang dieses Kunststück nur Jacques Anquetil, Eddy Merckx, Bernard Hinault und Miguel Indurain. Mit 27 Jahren, 10 Monaten und fünf Tagen ist Pogacar zugleich der jüngste Fahrer, der fünf Tour-Siege erreicht hat. Den bisherigen Rekord hielt Eddy Merckx, der seinen fünften Tour-Triumph 1974 im Alter von 29 Jahren feierte.
Mit seinem fünften Gesamtsieg in diesem Jahr stand Pogacar zum siebten Mal in Folge auf dem Abschluss-Podium der Tour de France. Das ist ein neuer Rekord.
Seit seinem ersten Toursieg 2020 beendete der Fahrer von UAE Emirates-XRG jede Frankreich-Rundfahrt unter den ersten drei. Lediglich 2022 und 2023 musste er sich mit Rang zwei begnügen.
Auch über die Tour hinaus ist die Serie beeindruckend: Seit seinem dritten Platz bei der Vuelta 2019 erreichte Pogacar bei allen seinen ersten neun Grand Tours das Podium. Damit übertrifft er Legenden wie Jacques Anquetil, Raymond Poulidor und Bernard Hinault, die jeweils maximal sechs Podiumsplatzierungen in Serie schafften.
Mit dem Gewinn seiner fünften Tour sammelte Pogacar auch sein 71. Gelbes Trikot. Allein bei dieser Tour führte er das Rennen 16 Tage lang an.
Damit rückt der Slowene weiter an Bernard Hinault heran, der in seiner Karriere 79-mal das Gelbe Trikot trug. Der Rekord von Eddy Merckx mit 111 Gelben Trikots bleibt allerdings vorerst unerreicht.
Beeindruckend ist auch die Gesamtbilanz: Seit seinem Tour-Debüt 2020 trug Pogacar bereits 189 Wertungstrikots. Neben 71 Gelben Trikots kommen drei Grüne, 40 Bergtrikots und 75 Weiße Trikots hinzu.
Mathieu van der Poel sorgte in Paris für einen spektakulären Abschluss. Nach seiner Attacke an der Butte Montmartre setzte sich der Niederländer auf den Champs-Élysées durch und hielt die Sprinter in Schach.
Für den Fahrer von Alpecin-Premier Tech war es der vierte Tour-Etappensieg seiner Karriere und bereits der zweite bei dieser Tour nach seinem Erfolg in Ussel.
Mit seinem Sieg übertraf Van der Poel auch seinen Vater Adrie, der 1982 in Paris Zweiter geworden war. Gleichzeitig trat er in die Fußstapfen seines Großvaters Raymond Poulidor, der 1967 ebenfalls in der französischen Hauptstadt eine Tour-Etappe gewann. Van der Poel ist erst der sechste Niederländer mit einem Etappensieg auf den Champs-Élysées.
Hinter Van der Poel gewann Jasper Philipsen den Sprint des Hauptfeldes und bescherte Alpecin-Premier Tech damit einen Doppelsieg.
Ein solches Ergebnis gelang dem Team zuletzt 2021 in Pontivy, als Tim Merlier vor Jasper Philipsen gewann. Die Mannschaft bestätigt damit einmal mehr ihre Stellung als eines der erfolgreichsten Sprintteams der Tour.
Auch UAE Emirates-XRG feierte bei dieser Tour gleich zwei Doppelsiege. Isaac Del Toro gewann in Barcelona vor Tadej Pogacar, ehe die beiden Fahrer die Plätze beim Erfolg von Pogacar in Le Markstein tauschten.
Mads Pedersen gewann erstmals das Grüne Trikot der Tour de France und sorgte damit zugleich für eine Premiere aus dänischer Sicht.
Der Fahrer von Lidl-Trek hatte bereits die Punktewertung beim Giro d'Italia 2025 sowie bei der Vuelta a España 2022 und 2025 gewonnen. Mit seinem Erfolg bei der Tour gehört er nun zu den nur sechs Fahrern der Geschichte, die die Punktewertung bei allen drei Grand Tours für sich entscheiden konnten.
Vor ihm schafften dies lediglich Djamolidine Abdoujaparov, Mark Cavendish, Laurent Jalabert, Eddy Merckx und Alessandro Petacchi.
Richard Carapaz drehte die Bergwertung in den letzten Alpenetappen noch zu seinen Gunsten und sicherte sich zum zweiten Mal das Gepunktete Trikot.
Nach seinem Erfolg von 2024 gewann der Ecuadorianer damit erneut die Bergwertung der Tour de France. Er ist erst der 18. Fahrer der Geschichte mit mindestens zwei Erfolgen in dieser Sonderwertung.
Seit Einführung des Gepunkteten Trikots im Jahr 1975 gelang dieses Kunststück überhaupt nur neun Fahrern.
Paul Seixas beendete seine erste Tour de France auf dem vierten Gesamtrang. Der Fahrer von Decathlon CMA CGM hatte im Ziel von Paris 11:56 Minuten Rückstand auf Sieger Tadej Pogacar.
Mit 19 Jahren, 10 Monaten und zwei Tagen ist Seixas damit der jüngste Fahrer der Tour-Geschichte, der eine Rundfahrt in den Top Fünf beendet.
Den bisherigen Rekord hielt Henri Cornet, der die Tour 1904 im Alter von 19 Jahren, elf Monaten und 19 Tagen sogar gewann.
Isaac Del Toro schrieb ebenfalls Geschichte. Der Mexikaner gewann das Weiße Trikot und belegte zudem Rang drei der Gesamtwertung.
Damit wird Del Toro zum Nachfolger seines Landsmanns Raúl Alcalá, der 1987 ebenfalls die Nachwuchswertung der Tour de France gewann.
Bemerkenswert: Del Toro ist erst der dritte Mexikaner überhaupt, der bei einer Tour de France an den Start ging.
Die Tour de France 2026 endet mit einer historischen Besonderheit. Frankreich, Italien und Spanien, die Heimatländer der drei Grand Tours, blieben erstmals in der Geschichte einer großen Landesrundfahrt komplett ohne Etappensieg.
Insgesamt war dies bereits die 302. Grand Tour seit 1903, verteilt auf 113 Tour-Ausgaben, 109 Austragungen des Giro d'Italia und 80 Auflagen der Vuelta a España.
Für Frankreich ist es erst das dritte Mal nach 1926 und 1999, dass die heimische Rundfahrt ohne nationalen Etappensieg endet. Italien gewann 2025 noch zwei Etappen durch Jonathan Milan, brachte 2026 jedoch nicht einmal einen Fahrer auf ein Etappenpodium. Spaniens letzter Tour-Etappensieg liegt bereits drei Jahre zurück: Carlos Rodríguez gewann 2023 in Morzine.

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