Pithie, der zweitplatzierte Fred Wright (Pinarello Q36.5 Pro Cycling Team) und dessen Teamkollege Aimé De Gendt hatten sich 46 Kilometer vor dem Ziel aus dem Feld abgesetzt. Obwohl das Peloton die Ausreißer nie wirklich weit wegließ und den Vorsprung bei rund 30 Sekunden hielten, waren sie im Finale jedoch auch nicht mehr dazu in der Lage, die Lücke zu schließen. Ständige Attacken ließen keine Früchte tragende Nachführarbeit zu. Dazu kam, dass in Red Bull das Team, das am meisten Interesse an einem Sprint hätte haben können, da in Jordi Meeus der auf dem Papier beste Sprinter auf seine Chance lauerte, schon vorne vertreten war.
Meeus musste sich letztlich im Sprint der Verfolger der deutschen Hoffnung Tobias Müller (Unibet Rose Rockets) geschlagen geben. Vorne aber spielte Pithie seine überlegene Sprintfähigkeit aus, hielt Wright und De Gendt in Schach. Er feierte den dritten Sieg seiner Karriere und den ersten seit dem Cadel Evans Race 2024, den er noch für Groupama - FDJ eingefahren hatte. Damit war es auch sein erster Erfolg für Red Bull, das Team konnte zum 15. Mal in diesem Jahr einen Sieg bejubeln.
”Das ist natürlich ein sehr wichtiger Sieg für das Team”, so Pithie im Ziel. “Wir hatten hier ein paar Karten, die wir spielen konnten. Mein Job war es, in den Gruppen mitzugehen. Es hat dann aber gereicht um Durchzukommen und den Sprint zu gewinnen. Weil ich hinten ja noch Jordi hatte, konnte ich mich bei der Arbeit ein wenig zurückhalten. Das hat sich dann ausgezahlt.”
191 Kilometer bei regnerischem Wetter standen auf dem Programm, das rheinsische Bergland hielt 2200 Höhenmeter für die Profis parat.
| RG | Fahrer | Zeit |
|---|---|---|
| 1 | Red Bull - BORA - hansgrohe | 04:12:36 |
| 2 | Pinarello Q36.5 Pro Cycling Team | +00:00:00 |
| 3 | Pinarello Q36.5 Pro Cycling Team | +000:00:02 |
| 4 | Unibet Rose Rockets | +000:00:06 |
| 5 | Red Bull - BORA - hansgrohe | +000:00:06 |
| 6 | Alpecin - Premier Tech | +000:00:06 |
Im Kölner Regen gehörte Paul Voß, der in der Nationalmannschaft mit 40 Jahren ein Kurzzeit-Comeback gab, zu den ersten Angreifern beim rheinischen Klassiker. Eine achtköpfige Gruppe um den Deutschen Gravelmeister setzte sich relativ früh ab, wurde aber noch vor dem ersten Anstieg, dem Ferrenberg, wieder gestellt. In der nächsten Gruppe saßen die beiden Deutschen KT-Fahrer Ole Theiler (REMBE | rad-ent) und Silas Koech (Team Lotto Kern-Haus Outlet Montabaur). War der Abstand zwischenzeitlich auf eine halbe Minute geschrumpft, ging die Lücke nach rund 50 Kilometern dann schnell auf zweieinhalb Minuten auf.
In der Folge übernahm Red Bull - BORA - hansgrohe im Feld das Kommando. 112 Kilometer vor dem Ziel ging es erstmals über den Agathaberg. Während die Feldspitze unten rein das Tempo verzögerte, es dadurch hinten staute und Fahrer im 27 Prozent steilen Teil absteigen mussten, wurde dann wieder am Tempo gezogen, wodurch das Feld auseinanderbrach. Rund 30 Fahrer gruppierten sich hinter der Spitzengruppe. Als es zum zweiten Mal über den Agathaberg bin, lagen sie rund eine halbe Minute hinter den Ausreißern.
Im flacheren Teil danach liefen die Gruppen hinter der Spitze aber wieder zusammen, das Quintett vorne verteidigte 70 Kilometer vor dem Ziel 50 Sekunden Vorsprung. Allerdings war 62 Kilometer vor dem Ziel dann Schluss. Als es kurz darauf erstmals über den Kopfsteinpflasterberg hoch zum Schloss Bensberg ging, riss das Feld erneut auseinander. Der Cut war aber nur von kurzer Dauer.
Anders war das, als es eine Runde später wieder hinauf ging. Pithie folgte Wright dessen Teamkollege De Gendt kurz darauf ebenfalls aufschloss. Das Trio hielt sich bis 30 Kilometer vor dem Ziel eine halbe Minute Vorsprung.
Ein weiteres Verfolgertrio, dass sich gebildet hatte, wurde zehn Kilometer vor dem Ziel wieder eingeholt. Die Spitze nahm 25 Sekunden mit auf die letzten Kilometer. Und die sollten reichen. Zwar in Unterzahl, aber als klar sprintstärkster Profi unter den Ausreißern, sicherte sich Pithie den Sieg vor Wright. Aus dem Feld heraus, dass nur wenige Sekunden später über die Ziellinie fuhr, hatte Müller als bester Deutscher die Nase vorn.