Der Flèche Wallonne wird bereits seit 1936 ausgetragen und zählt zu den bedeutendsten Eintagesrennen des Profi-Radsports – auch, wenn er nicht zu den großen Radsportklassikern zählt. Der “Wallonische Pfeil” wird traditionell am Mittwoch zwischen dem Amstel Gold Race und dem letzten Frühjahrsklassiker, Lüttich-Bastogne-Lüttich, ausgetragen. Aufgrund seiner kürzeren Distanz und wechselnden Streckenverläufen wird der Flèche Wallonne als eher kleiner Klassiker eingestuft, ähnlich wie Gent-Wevelgem. Der Spanier Alejandro Valverde ist mit fünf Siegen der Rekordhalter des Eintagesrennens. Im Jahr 1988 sicherte sich Rolf Gölz den bislang einzigen deutschen Triumph beim Flèche Wallonne.
Die in diesem Jahr 200 Kilometer lange Strecke führt die Fahrer, wie im Vorjahr, dreimal über die Mur de Huy. Auch die Anzahl der kategorisierten Anstiege, in Summe elf, bleibt unverändert gegenüber der letzten Austragung. Jedoch hebt sich die erste Hälfte des Streckenverlaufs vom Rennen 2025 ab: Gestartet wird erstmals in der Gemeinde Herstal, von wo aus sich das Feld die ersten 30 Kilometer einrollen kann. Mit der Côte de Trasenster und der Côte des Forges warten nach 31,4 bzw. 40 Kilometern die ersten kategorisierten Anstiege auf die Fahrer. Gerade die 3,3 Kilometer lange Côte de Trasenster wird mit einer durchschnittlichen Steigung von 8,4% die ersten Körner kosten. Weiter geht es über Esneux und Ouffet nach Modave, von wo aus es erneut auf einen Rundkurs geht, den es zweieinhalbmal zu bewältigen gilt. Abermals im Programm ist die Côte de Cherave, die neben der Côte d’Ereffe und der Mur de Huy eine von drei Steigungen des Rundkurses sein wird.
Ob es erste Ausreißerversuche schon vor der Côte de Trasenster gibt oder die ersten beiden Anstiege für eine größere Selektion im Feld sorgen, bleibt abzuwarten. Zur Selektion durch regenverursachte Stürze dürfte es in diesem Jahr zumindest nicht kommen. Der Wetterbericht meldet 15 Grad und Sonne.
Im vergangenen Jahr wurde der Flèche Wallonne durch eine beeindruckende Leistung von Tadej Pogacar gewonnen. Der Slowene setzte beim letzten Anstieg, der Mur de Huy, seine finale Attacke und ließ augenscheinlich mühelos die Konkurrenz hinter sich. Auch in der 90. Ausgabe des Wallonischen Pfeils wird es voraussichtlich auf eine Entscheidung an der legendären Mur de Huy hinauslaufen, die in der letzten Runde mit einer durchschnittlichen Steigung von 10 Prozent und deutlich höheren Spitzenwerten schon beim Zuschauen die Schweißdrüsen aktiviert.
Die 29. Austragung von La Flèche Wallonne Femmes führt über eine Rekorddistanz von 148,2 Kilometer. Auch die Zahl der kategorisierten Anstiege wurde im Vergleich zum Vorjahr von acht auf neun gesteigert. Die Côte de Bohissau hat es nach der letztjährigen Wiedereinführung erneut in den Streckenverlauf geschafft. Anstelle der Côte de Petite Somme (1,2 km à 8 %) warten in diesem Jahr die Côte de Courrière (1,4 km á 7%) und die Côte de Durnal (2,3 km á 4,6%) auf die Fahrerinnen. Weiter geht es durch Florée, einen Abschnitt in der belgischen Gemeinde Assesse, und Havelange, bevor die Strecke in den Rundkurs der Männer überführt, der insgesamt eineinhalbmal gefahren wird, ehe das Finale ebenfalls auf der Mur de Huy entschieden wird. Die Damen müssen die drei Anstiege des Rundkurses somit wie im vergangenen Jahr zweimal bewältigen.
Dass die Entscheidung über die Siegerin beim letzten Anstieg der Mur de Huy fällt, ist durchaus realistisch. Hier konnte Puck Pieterse im Vorjahr mit einer ebenfalls eindrucksvollen Attacke an Demi Vollering vorbeiziehen und ihren zweiten Profisieg auf der Straße feiern. Ob die Niederländerin ihren Titel verteidigen kann?
Das Rennen der Männer und der Frauen wird kostenpflichtig bei Discovery+ übertragen. Der Stream des Männerrennens startet um 14:00 Uhr, der Stream des Flèche Wallonne Femmes beginnt um 16:45 Uhr. Auch Eurosport bietet in Kooperation mit HBO Max einen kostenpflichtigen Livestream an, bei dem die Übertragung der Männer bereits um 12:45 Uhr beginnt.

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