La Flèche Wallonne 2026Große Chance für Talente

Leon Weidner

 · 20.04.2026

La Flèche Wallonne 2026: Große Chance für TalenteFoto: Getty Images/Dirk Waem
Die Spitzengruppe an der legendären Mur de Huy
​Flèche Wallonne 2026 verspricht ein offenes Finale an der Mur de Huy. Ohne Vorjahressieger Tadej Pogačar rücken vor allem große Talente und junge Puncheure in den Fokus. Das sind die aussichtsreichen Kandidaten auf den Sieg.

Der zweite der drei Ardennen-Klassiker ist traditionell der Flèche Wallonne. Das Rennen verspricht auch in diesem Jahr ein taktisch geprägtes Finale, das vermutlich an der steilen Mur de Huy entschieden wird. Tadej Pogačar steht als Vorjahressieger nicht im Aufgebot seines Teams, was anderen Fahrer größere Chancen zukommen lässt. Im Kreis der Topfavoriten ragen vor allem Paul Seixas, Kévin Vauquelin, Romain Grégoire und Mattias Skjelmose heraus. Sie bringen unterschiedliche Stärken mit, doch alle haben das Profil, um am Schlussanstieg die entscheidende Attacke zu setzen oder mit einem explosiven Sprint den Sieg im Bergauf-Finale zu erringen.

Die Favoriten für Flèche Wallonne 2026

Steile Anstiege liegen Paul Seixas, Mattias Skjelmose stellte er auf der zweiten Etappe der Baskenland-Rundfahrt einfach abFoto: Getty Images/Tim de WaeleSteile Anstiege liegen Paul Seixas, Mattias Skjelmose stellte er auf der zweiten Etappe der Baskenland-Rundfahrt einfach ab

Besonders Skjelmose gilt als sehr kompletter Fahrer, während Vauquelin und Grégoire mit ihrer Punchiness auf kurzen, steilen Rampen glänzen können. Seixas wiederum wird als aufstrebendes Talent gehandelt, das für eine Überraschung sorgen könnte.

Paul Seixas scheint mit seinen 19 Jahren aktuell kaum etwas aufhalten zu können. Er hat schon bewiesen, dass er neben Rundfahrten auch Eintagesrennen kann, deshalb hat er vermutlich die besten Aussichten auf den Sieg bei Flèche Wallonne. Mattias Skjelmose zeigte jedoch erst am Sonntag, dass ihm die Ardennen so richtig liegen. Der Däne erlebte beinahe ein kleines Déjà-vu beim Amstel Gold Race. Diesmal musste er sich Remco Evenepoel jedoch im Zielsprint geschlagen geben. Nichtsdestotrotz ist er einer der großen Favoriten am Mittwoch beim zweiten Ardennen-Rennen. Dem jungen Romain Grégoire hingegen fehlt der ganz große Klassiker-Sieg noch. Nach starken Ergebnissen in dieser Saison könnte er sich mit dem ganz großen Wurf belohnen, sein Durchbruch ist nur noch eine Frage der Zeit. Der vierte im Bunde des engsten Favoritenkreises heißt Kévin Vauquelin. Der Franzose belegte in den vergangenen beiden Jahren den zweiten Platz an der Mur de Huy, es wäre also an der Zeit für den Sieg.

​Dahinter formiert sich eine starke zweite Reihe mit Fahrern wie Lenny Martinez, Tobias Halland Johannessen und Tim Wellens. Martinez bringt als leichter Kletterer ideale Voraussetzungen für die brutalen Steigungsprozente mit, während Johannessen durch seinen Punch die entscheidende Attacke setzen kann. Benoît Cosnefroy wiederum lieferte bei seinen letzten beiden Rennen schon ab. Mit zwei dritten Plätzen ist er wohl der Kapitän des UAE-Teams, da Tim Wellens nach seinem Sturz bei Kuurne-Brüssel-Kuurne noch nicht wieder bei vollen Kräften ist.

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Außenseiterchancen haben noch eine Hand voll anderer Profis. Dazu zählen Christian Scaroni, Giulio Ciccone, Mauro Schmid und Dorian Godon. Das Rennen ist deutlich offener als in den vergangenen Jahren, da sich die ganz großen Stars ihre Kräfte wohl für die beiden größeren Ardennen-Klassiker aufsparen wollen. Insgesamt deutet vieles auf ein selektives Rennen hin, bei dem sich das Feld früh ausdünnt, ehe die Entscheidung wie so oft an der Mur de Huy fällt.

Leon Weidner

Werkstudent

Leon Philip Weidner ist Kölner, verfolgt den Profi-Radsport intensiv und ist selbst leidenschaftlich auf dem Rennrad unterwegs. Neben langen Kilometern im Sattel des Straßenrads sitzt er auch regelmäßig auf dem Zeitfahrrad – stets mit dem nächsten Triathlon im Blick. Seine Expertise verbindet sportliche Praxis mit Szenewissen.

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