Lüttich-Bastogne-Lüttich 2026Pogačar-Terrain und Herausforderer Evenepoel

Leon Weidner

 · 18.04.2026

Lüttich-Bastogne-Lüttich 2026: Pogačar-Terrain und Herausforderer EvenepoelFoto: Getty Images/Dario Belingheri
Tadej Pogačar kann das Monument Lüttich-Bastogne-Lüttich bereits zum vierten Mal gewinnen
Mit Lüttich-Bastogne-Lüttich steht das vierte Monument der Saison an. Nach der Niederlage für Pogačar bei Paris-Roubaix greift der Radstar nicht nach den fünf Monument-Siegen in einer Saison, ist durch seine Erfolge aus den letzten Jahren bei Lüttich-Bastogne-Lüttich jedoch wieder Favorit.

Themen in diesem Artikel

Lüttich-Bastogne-Lüttich 2026: Das Wichtigste in Kürze

  • Termin: 26. April 2026, voraussichtliche Zielankunft: ~ 16:20 Uhr
  • Distanz: 259,5 Kilometer; Höhenmeter: 4395
  • Start: Lüttich; Ziel: Lüttich
  • UCI-Kategorie: WorldTour
  • Veranstalter: A.S.O.
  • Premiere: 1892, 112. Austragung
  • Vorjahressieger: Tadej Pogačar
  • Rekordsieger: Eddy Merckx (fünfmal)

​Seit 1892 wird Lüttich-Bastogne-Lüttich ausgetragen und trägt nicht umsonst den Namen „La Doyenne“, die Älteste. Das legendäre Eintagesrennen durch die belgischen Ardennen zählt dank seiner langen Geschichte, seiner ebenso langen Distanz und seines anspruchsvollen Profils zu den fünf Monumenten des Radsports. Innerhalb der Ardennen-Klassiker bildet Lüttich-Bastogne-Lüttich nach dem Amstel Gold Race und dem Flèche Wallonne den krönenden Abschluss. Der Ruf des Rennens ist so traditionsreich wie gefürchtet: Ein anspruchsvoller, ständig welliger Kurs zwingt die Fahrer immer wieder über kurze, steile Anstiege, die sich wie Nadelstiche durch die Landschaft ziehen und am Ende die ganz großen Entscheidungen erzwingen.

Über 250 Kilometer und mehr als 4000 Höhenmeter machen dieses Rennen zu einem echten Härtetest, bei dem nicht nur die Beine, sondern auch Taktik, Timing und Leidensfähigkeit zählen. Rekordsieger ist Eddy Merckx, der zwischen 1969 und 1975 gleich fünfmal triumphierte. Und auch aus deutscher Sicht stehen Namen in der Siegerliste: Hermann Buse gewann 1930, Dietrich Thurau folgte 1979 – Siege, die zeigen, wie tief dieses Rennen im Radsportgedächtnis verankert ist.

Lüttich-Bastogne-Lüttich 2026: Die Strecke

Das Höhenprofil des RennensFoto: A.S.O.Das Höhenprofil des Rennens

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Lüttich-Bastogne-Lüttich 2026 ist mit 259,5 Kilometern sieben Kilometer länger als noch im Vorjahr und kehrt damit zu der Distanz aus 2024 zurück. Auch die kumulierten Höhenmeter sind im Vergleich zum Vorjahr noch einmal gestiegen. Das liegt vor allem am zusätzlichen Anstieg, Col du Maquisard, der vor den finalen Stichen hinzugekommen ist. Die entscheidenden Passagen sind auch 2026 wieder im Programm und dürften mit hohen einstelligen, bis zweistelligen Prozenten für die nötige Selektion sorgen. Zu nennen sind vor allem Côte de Desnié, Côte de la Redoute, Côte des Forges und der finale Anstieg, Côte de la Roche-aux-Faucons.

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Die Favoriten

Remco Evenepoel wird alles versuchen, um Tadej Pogačar zu überraschenFoto: Getty Images/Pim WaslanderRemco Evenepoel wird alles versuchen, um Tadej Pogačar zu überraschen

Wer wenn nicht Pogačar sollte auf dieser Liste ganz oben stehen? Auch nach dem Dämpfer bei Paris-Roubaix, wo der Slowene gegen Wout van Aert im Zielsprint verlor, ist er der klare Topfavorit von Lüttich-Bastogne-Lüttich. Er gewann die beiden letzten Austragungen des Rennens und siegte mit 2021 insgesamt dreimal. Fast 4400 Höhenmeter ist eine echte Ansage, für reine Klassiker-Spezialisten dürfte es schwierig werden zu gewinnen. Remco Evenepoel will das Monument ebenfalls in Angriff nehmen, konnte den Klassiker 2023 und 2024 gewinnen, verlor im letzten Jahr jedoch deutlich. Bei der Flandern-Rundfahrt zeigte der Belgier sich formstark, die Höhenmeter liegen ihm. Ein Duell zwischen Pogačar und Evenepoel ist durchaus denkbar.

Auch Thomas Pidcock versucht sein Glück gegen den Überflieger des Radsports ein weiteres Mal, bei Mailand-Sanremo verlor er nur knapp gegen Pogačar. Aber auch die junge Garde lässt sich beim Ardennen-Klassiker blicken. Mit Paul Seixas fährt das aktuell größte Talent des Radsports mit, genauso wie Kévin Vauquelin, Lenny Martinez und Tobias Halland Johannessen. Auch Romain Grégoire ist im erweiterten Favoritenkreis zu nennen, genauso wie Matteo Jorgenson. Die vielen Höhenmeter ziehen Gesamtklassement-Fahrer nur so an, hier haben sie besonders gute Chancen auf einen Klassiker-Sieg. Dieser geht allerdings nur über Tadej Pogačar.

​Lüttich-Bastogne-Lüttich der Männer 2026: TV-Übertragung und Live-Stream

Lüttich-Bastogne-Lüttich der Männer 2026 ist im Fernsehen bei Eurosport 2 zu sehen. Die Übertragung läuft von 13:30-16:40 Uhr. Zusätzlich gibt es einen kostenpflichtigen Live-Stream bei Discovery Plus und HBOmax. Alle Infos zum Frauenrennen gibt es hier.

Leon Weidner

Werkstudent

Leon Philip Weidner ist Kölner, verfolgt den Profi-Radsport intensiv und ist selbst leidenschaftlich auf dem Rennrad unterwegs. Neben langen Kilometern im Sattel des Straßenrads sitzt er auch regelmäßig auf dem Zeitfahrrad – stets mit dem nächsten Triathlon im Blick. Seine Expertise verbindet sportliche Praxis mit Szenewissen.

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