Leon Weidner
· 21.04.2026
Beim zweiten und vermeintlich kleinsten Ardennen-Klassiker liest sich die Startliste als wäre es die Tour de France. Die Teams schicken ihre besten Fahrerinnen zum Flèche Wallonne, um an der Mur de Huy zu gewinnen. Ebenfalls stark sind die Helferinnen der Stars. Bei entsprechendem Rennverlauf können auch diese das unberechenbare Rennen an sich reißen und einen Überraschungssieg landen. Entscheidend wird dabei wieder die bereits erwähnte Mur de Huy sein. Sie ist zum Schluss der ultimative Härtetest.
Im Zentrum der Favoritinnenrolle steht Demi Vollering. Sie bringt die ideale Mischung aus Kletterstärke, Rennintelligenz und explosivem Antritt mit und hat in den vergangenen Jahren immer wieder gezeigt, dass sie an der Mur de Huy eine der Besten ist. Wenn sie in guter Position in den Schlussanstieg geht, ist sie nur sehr schwer zu schlagen. Genau das hat Puck Pieterse im vergangenen Jahr jedoch geschafft. Die deutlich jüngere Niederländerin schaffte es sich auf den letzten Metern an Vollering vorbei zu schieben und gewann das Rennen. Auch sie steht wieder am Start des Flèche Wallonne und gilt durch ihren Sieg als eine der Favoritinnen, wenn auch nicht als Topfavoritin.
Die wohl größte Herausforderin von Vollering ist Katarzyna Niewiadoma, die das Rennen ebenfalls schon gewinnen konnte und für ihre aggressive, offensive Fahrweise bekannt ist. Sie versucht oft, das Rennen früh zu eröffnen. Ihre Form im Frühjahr macht sie zu einer der absoluten Topfavoritinnen, beim Amstel Gold Race am vergangenen Sonntag belegte sie hinter der Ausreißerin Paula Blasi den zweiten Platz, im Foto-Finish mit Demi Vollering. Wer das Rennen ebenfalls schon gewinnen konnte ist Pauline Ferrand-Prévot. Die Tour de France Siegerin konnte den Flèche Wallonne 2014 gewinnen, das liegt mehr als zehn Jahre zurück. Und trotzdem darf man sie nie abschreiben. Wenn sie am Start steht, fährt sie auch vorne mit.
Neben diesen größten Sieganwärterinnen kommt eine zweite Reihe, die es absolut in sich hat. Paula Blasi muss man nach ihrem Erfolg beim Amstel Gold Race auf dem Zettel haben, sie kommt mit viel Selbstvertrauen nach Huy. Auch Anna van der Breggen, Niamh Fisher-Black, Noemi Rüegg und Magdeleine Vallieres haben realistische Chancen. Die gute Nachricht für all diese Fahrerinnen: bei diesem Rennen kann jede gewinnen, hier kann es auch zu einer faustdicken Überraschung kommen. Es muss auch nicht immer die Kapitänin eines Teams sein, die hier die Nase vorn hat. Mit Juliette Berthet und Elise Chabbey bei FDJ-Suez, Yara Kastelijn bei Fenix-Premier Tech und Mischa Bredewold beim Team SD Worx - Protime stehen auch in der zweiten Reihe absolute Spitzenathletinnen.
Werkstudent