Eschborn-Frankfurt 2026Degenkolb, Politt und Alaphilippe angekündigt

Kristian Bauer

 · 20.04.2026

Eschborn-Frankfurt 2026: Degenkolb, Politt und Alaphilippe angekündigtFoto: ASO/Marcel Hilger
Mammolshainer Stich
Eschborn-Frankfurt startet am 1. Mai 2026 mit 21 Teams, darunter 16 WorldTour-Mannschaften. Die Strecke führt über 211 Kilometer und mehr als 3300 Höhenmeter durch den Taunus. Nils Politt, John Degenkolb, Julian Alaphilippe, Søren Kragh Andersen und Magnus Cort Nielsen gehören zu den Favoriten. Der neu integrierte Burgweg in Schmitten-Niederreifenberg, zwei Feldberg-Auffahrten über die Südwestseite und die veränderte Taunus-Passage mit dem Mammolshainer Stich verschärfen das Profil.

Themen in diesem Artikel

16 WorldTour-Teams und fünf ProTeams bilden das Starterfeld für den deutschen UCI-WorldTour-Klassiker. Die Zusammensetzung zeigt eine klare Verschiebung: Bergfeste Klassikerfahrer dominieren die Aufgebote, während die Zahl der reinen Sprinter zurückgeht. Diese Entwicklung spiegelt die Veränderungen wider, die das Rennen in den vergangenen Jahren durchlaufen hat.

Eschborn-Frankfurt Favoriten

Am Start befinden sich mit Nils Politt und Brandon McNulty (beide UAE Team Emirates – XRG), Søren Kragh Andersen (Lidl-Trek), Julian Alaphilippe und Marc Hirschi (beide Tudor Pro Cycling Team), Pello Bilbao (Team Bahrain Victorious), Max Schachmann (Soudal Quick-Step) sowie Magnus Cort Nielsen (Uno-X Mobility), Vorjahres-Zweiter, mehrere Fahrer, die auf schwierigem Gelände zu ihren Stärken finden. Diese Athleten entsprechen genau jenem Typ, der vom anspruchsvolleren Streckenprofil profitiert. Der Eschborn–Frankfurt-Sieger von 2023, Kragh Andersen, konnte bereits unter Beweis stellen, dass er bei diesem Radklassiker reüssieren kann. Als Experte für harte Klassiker mit Entscheidungen aus überschaubaren Gruppen heraus sollte der Däne von der selektiveren Streckenführung begünstigt werden.

Auf der anderen Seite finden sich mit John Degenkolb (Team Picnic PostNL), Pascal Ackermann (Team Jayco AlUla) und Matthew Brennan (Team Visma | Lease a Bike) sprintstarke Fahrer im Teilnehmerfeld von Eschborn-Frankfurt, deren Erfolgsaussichten maßgeblich davon beeinflusst werden, wie selektiv das Rennen durch den Taunus verläuft. Das Starterfeld wird außerdem ergänzt durch Alex Aranburu (Cofidis), der kürzlich eine Etappe bei der Baskenland-Rundfahrt gewann, sowie Jon Barrenetxea (Movistar Team), der im Vorjahr Rang drei belegte.

Verschärftes Streckenprofil

Die 211,4 Kilometer lange Strecke führt von Eschborn-Frankfurt führt über mehr als 3300 Höhenmeter. Der neu integrierte Burgweg in Schmitten-Niederreifenberg stellt eine zusätzliche Herausforderung dar. Die beiden Feldberg-Auffahrten verlaufen über die selektivere Südwestseite. Die veränderte Taunus-Passage endet mit der Überquerung des Mammolshainer Stichs, der für die finale Rennentscheidung eine größere Rolle spielen dürfte als in den Vorjahren.

Wie gefällt Ihnen dieser Artikel?

Fabian Wegmann, Sportlicher Leiter und zweimaliger Sieger, erklärt die Auswirkungen: Der Radklassiker war bereits hart, jetzt erhöht die Strecke den Anspruch noch einmal deutlich. Die Zusammenstellung der Teams zeigt weniger Sprinter und mehr bergfeste Klassikerfahrer. Die Veränderungen sprechen für ein früh selektives Rennen mit einer Entscheidung aus einer kleineren Gruppe.

Deutsche Fahrer bei Eschborn-Frankfurt

Lennard Kämna startet für Lidl-Trek, Felix Engelhardt für Team Jayco AlUla und Georg Zimmermann für Lotto Intermarché. Das Peloton vereint internationale Topklasse mit starker deutscher Präsenz. Degenkolb steht vor der Frage, ob ein erfahrener Klassikerfahrer ohne ausgeprägte Kletterstärke auf diesem Profil bestehen kann.

Wildcards und Rennszenarien

Unibet Rose Rockets und TotalEnergies erhielten die letzten Wildcards. Die ProTeams vergrößern die Zahl möglicher Rennszenarien. Mannschaftstiefe, Timing und Kletterfestigkeit im Taunus werden für die Zielankunft vor der Alten Oper in Frankfurt entscheidend sein. Das Rennen bleibt ein Fixpunkt im internationalen Frühjahrskalender.

Kristian Bauer

Kristian Bauer

Redakteur

Kristian Bauer ist gebürtiger Münchner und liebt Ausdauersport – besonders wenn es in die Berge geht. Er ist ein Fan der Tour de France und bevorzugt solide Rennradtechnik. Er führt für TOUR Interviews, berichtet von Events im Hobbyradsport und schreibt Artikel über die Fahrradbranche sowie Trends im Rennradsport.

Meistgelesen in der Rubrik Profi - Radsport