Die Organisatoren der Lombardei-Rundfahrt bleiben ihrem Erfolgsrezept treu. Auch 2026 wartet beim letzten Monument der Saison ein anspruchsvoller Parcours, der von Bergamo nach Como führt und auf den letzten Kilometern zahlreiche Angriffsmöglichkeiten bietet. Die Strecke setzt dabei vor allem auf eine Aneinanderreihung von Anstiegen statt auf einen einzelnen Schlüsselberg und dürfte erneut für ein selektives Rennen sorgen.
Bereits kurz nach dem Start in Bergamo wird es hart. Über den Colle dei Pasta, den Anstieg nach Selvino, den Colle di Berbenno und Valpiana sammeln die Fahrer schon früh einige Höhenmeter. Anschließend führt die Route durch die Brianza-Region und über die Giovenzana-Seite des Colle Brianza, ehe es hinunter nach Lecco und an den Comer See geht.
Wie so oft gehört der legendäre Madonna del Ghisallo zu den Höhepunkten des Rennens. Der traditionsreiche Anstieg wird von der Seite Bellagios aus befahren und weist Steigungen von bis zu 14 Prozent auf. Direkt danach folgt eine schnelle Abfahrt in Richtung Como. Doch die Vorentscheidung dürfte hier noch nicht fallen. Vielmehr dient der Ghisallo als erster echter Belastungstest, der das Feld weiter verkleinern dürfte und die Beine für die entscheidende Schlussphase vorbereitet.
In Como angekommen, müssen die Fahrer einen rund 22 Kilometer langen Schlusskurs absolvieren. Dort stehen die traditionellen Anstiege von Civiglio und San Fermo della Battaglia im Mittelpunkt. Nach einer ersten Überquerung von San Fermo folgt der steile Anstieg nach Civiglio, dessen Steigungswerte über längere Abschnitte um die zehn Prozent liegen. Anschließend geht es zurück nach Como und ein zweites Mal hinauf nach San Fermo della Battaglia.
Der letzte Anstieg erreicht durchschnittlich rund sieben Prozent Steigung bei Rampen bis zehn Prozent. Die Kuppe wird etwa fünf Kilometer vor dem Ziel überfahren. Danach geht es auf einer schnellen Abfahrt zurück nach Como, wo die Entscheidung auf den letzten Metern fällt. Insgesamt müssen die Fahrer 239 Kilometer und etwa 4800 Höhenmeter bewältigen.
Der Parcours der Lombardei-Rundfahrt 2026 ist klar auf bergfeste Klassiker-Spezialisten und explosive Rundfahrer zugeschnitten. Die zahlreichen Anstiege sind zwar lang und anspruchsvoll, erreichen jedoch nicht die Dimensionen hochalpiner Bergetappen. Stattdessen sind wiederholte Belastungen, schnelle Erholungsfähigkeit und die Fähigkeit gefragt, an kurzen bis mittellangen Steigungen wiederholt harte Tempoverschärfungen zu fahren.
Reine Sprinter und kräftige Klassikerfahrer dürften auf diesem Profil ebenso an ihre Grenzen stoßen wie Fahrer, die ihre Stärken vor allem auf langen Alpenpässen ausspielen. Besonders gefragt sind dagegen Athleten, die nach mehr als 200 Kilometern noch explosive Attacken an zweistelligen Steigungsprozenten setzen können und zugleich genügend Abfahrtsqualitäten mitbringen, um ihre Vorteile bis ins Ziel zu verteidigen.
Die Kombination aus Ghisallo, Civiglio und dem letzten Anstieg nach San Fermo della Battaglia verspricht daher erneut ein Rennen, das weniger durch Teamkontrolle als vielmehr durch individuelle Klasse entschieden werden dürfte. Wer die Lombardei-Rundfahrt 2026 gewinnen will, muss nicht nur über starke Kletterbeine verfügen, sondern auch die Fähigkeit besitzen, im Finale mehrfach zu beschleunigen und die entscheidenden Kilometer offensiv zu gestalten.
Wer die Lombardei-Rundfahrt 2026 live verfolgen möchte, kann das letzte Monument der Saison in Deutschland gewohnt bei Eurosport verfolgen. Die Übertragung bei Eurosport(1) beginnt um 10:35 Uhr und endet um 17:15 Uhr Darüber hinaus wird das Rennen auch über die Streamingplattformen HBO Max beziehungsweise die Angebote von Discovery übertragen. Der Start erfolgt am Samstag, 10. Oktober, um 11 Uhr, die Zielankunft in Como wird gegen 16:40 Uhr erwartet.

Redakteur
Diskutieren Sie mit – fair, sachlich und respektvoll. Es gilt unsere Netiquette.