Tour de Suisse Women 2026Nächster Rundfahrt-Sieg für Demi Vollering?

Leon Weidner

 · 16.06.2026

Tour de Suisse Women 2026: Nächster Rundfahrt-Sieg für Demi Vollering?Foto: Getty Images/Tim de Waele
Marlen Reusser konnte 2025 die Tour de Suisse vor Demi Vollering gewinnen. Beide stehen in diesem Jahr wieder am Start
Auch bei den Frauen ist die Tour de Suisse die letzte Möglichkeit vor der Tour de France unter Rennbedingungen die Beine zu testen. Doch wer hat zu diesem Zeitpunkt der Saison die beste Form? Das sind die Favoritinnen.

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Die Tour de Suisse 2026 ist bei den Frauen ebenfalls das letzte Rennen vor der Frankreich-Rundfahrt, jedoch liegt zwischen den beiden Rennen mehr als ein Monat. Genug Zeit sich noch einmal in Ruhe auf das Saison-Highlight vorzubereiten und schon jetzt den letzten Test unter Rennbedingungen in Angriff zu nehmen. Genau deshalb stehen auch fast alle Top-Fahrerinnen am Start der fünftägigen Rundfahrt. Neben der Vorjahressiegerin Marlen Reusser ist auch Demi Vollering mit ihrem Sieg beim Giro d’Italia im Gepäck dabei.

​Die TOUR-Favoritinnen der Tour de Suisse nach Sternen*

***** Demi Vollering

**** Elisa Longo Borghini, Marlen Reusser

*** Kasia Niewiadoma

** Urška Žigart

* Yara Kastelijn, Juliette Berthet, Cédrine Kerbaol


* Je mehr Sterne eine Fahrerin erhält, desto höher sind ihre Chancen einzuschätzen

Hinweis: Bei Veröffentlichung dieses Artikels steht die endgültige Startliste noch nicht zu 100 Prozent fest. Es kann sein, dass hier erwähnte Fahrerinnen nicht starten


Die Favoritinnen der Tour de Suisse

​Bei der Tour de Suisse der Frauen 2026 führt wenig an Demi Vollering vorbei. Mit ihrem überzeugenden Sieg beim Giro d’Italia Women reist die Niederländerin als klare Topfavoritin an. Aktuell wirkt sie wie die kompletteste Fahrerin im Peloton, stark im Zeitfahren, dominant in den Bergen und taktisch abgeklärt. Dennoch zeigte das vergangene Jahr, dass selbst Vollering nicht unschlagbar ist. Trotz ähnlicher Ausgangslage musste sie sich damals überraschend Marlen Reusser geschlagen geben.

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Die Schweizerin steht auch diesmal wieder im Fokus, insbesondere vor heimischem Publikum. Reusser ist nach ihrem Sturz bei der Flandern-Rundfahrt zwar zurück im Rennbetrieb, präsentierte sich beim Giro d’Italia jedoch noch nicht ganz bei 100 Prozent. Gerade alleine gegen die Uhr kann sie Vollering Paroli bieten oder sogar schlagen, doch in den Bergen muss sie aufpassen, keine entscheidende Zeit zu verlieren. Die zusätzliche Motivation im eigenen Land könnte ihr jedoch genau den entscheidenden Push geben, um erneut um den Gesamtsieg zu kämpfen.

Longo Borghini und Niewiadoma lauern

Mit Elisa Longo Borghini ist eine weitere Hochkaräterin am Start. Die Italienerin zeigte sich beim Giro solide, wenn auch nicht auf dem Niveau von Vollering. Ihre größte Schwäche bleibt das Zeitfahren, hier dürfte sie Zeit auf Vollering und Reusser einbüßen. Dafür gehört sie in den Bergen zu den stärksten Fahrerinnen im Feld und könnte insbesondere auf der Schlussetappe ihre Stärken ausspielen. Für das Gesamtklassement ist sie damit eine ernsthafte Podiumskandidatin.

Hinter diesem Trio lauert Kasia Niewiadoma, die Tour de France Siegerin von 2024. Die Polin wartet in dieser Saison noch auf ihren ersten Sieg, stand jedoch mehrfach auf dem Podium, ein Zeichen ihrer Konstanz. Anders als viele Konkurrentinnen hat sie den Giro d’Italia ausgelassen und kommt entsprechend ausgeruht in die Schweiz. Für den ganz großen Wurf dürfte es schwer werden, doch ein Platz unter den besten Drei ist für Niewiadoma absolut realistisch.

Žigart als Geheimfavoritin

Eine spannende Außenseiterrolle nimmt Urška Žigart ein. Die Slowenin hat 2026 einen deutlichen Leistungssprung gemacht und bei beiden großen Rundfahrten starke Top-10-Ergebnisse eingefahren. Ihre Entwicklung zeigt klar nach oben, allerdings muss sie im Zeitfahren noch zulegen, um mit den besten Gesamtklassement-Fahrerinnen mithalten zu können. Gelingt ihr hier ein Fortschritt, könnte sie für eine echte Überraschung sorgen.

Dahinter gibt es einige Fahrerinnen, die auf einen besonderen Rennverlauf angewiesen sind. Yara Kastelijn profitiert von der relativ kurzen Rundfahrt, auf längeren Distanzen fehlt ihr häufig die Konstanz gegen die Topstars. Ihr aggressiver Fahrstil macht sie jedoch gefährlich für Ausreißergruppen. Sollte sie auf den ersten drei Etappen Zeit gutmachen können, könnte sie versuchen, diese bis ins Ziel zu verteidigen.

​Die Fahrerinnen unter dem Radar

Juliette Berthet dürfte zunächst als Helferin für Vollering eingeplant sein. Sollte ihre Kapitänin jedoch unerwartet ausfallen oder das Rennen eine andere Dynamik entwickeln, besitzt die Französin das Potenzial, selbst um das Podium mitzufahren, vorausgesetzt sie hat bis dahin noch nicht zu viele Körner gelassen.

Auch Cédrine Kerbaol bringt viel Talent mit, wirkt jedoch taktisch noch nicht immer ausgereift. Ihre Leistungen schwanken, da sie ihre Kräfte an entscheidenden Anstiegen nicht immer optimal einteilt. Trotzdem hat sie mit ihren zwei Top-10-Platzierungen bei der Tour de France bereits bewiesen, dass sie auf höchstem Niveau bestehen kann. Je nach Rennverlauf könnte auch sie für einen Überraschungsmoment sorgen.

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Leon Weidner

Werkstudent

Leon Philip Weidner ist Kölner, verfolgt den Profi-Radsport intensiv und ist selbst leidenschaftlich auf dem Rennrad unterwegs. Neben langen Kilometern im Sattel des Straßenrads sitzt er auch regelmäßig auf dem Zeitfahrrad – stets mit dem nächsten Triathlon im Blick. Seine Expertise verbindet sportliche Praxis mit Szenewissen.

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