150 Kilometer lang befand sich eine Ausreißergruppe auf der 2. Etappe von Fribourg nach Salvan-Les Marecottes an der Spitze des Feldes. Auch am finalen Anstieg schafften es Fahrer weiterhin, das Peloton auf Abstand zu halten. Am Ende machte eine Dreiergruppe den Tagessieg unter sich aus. An der Bergankunft hatte Thibau Nys (Lidl-Trek) die besten Beine und sprintete zum Tagessieg, Andrea Vendrame (Decathlon AG2R La Mondiale) muss sich wie am Vortag mit Platz zwei zufriedengeben und Luke Plapp (Team Jayco-AlUla) war auf den letzten Metern chancenlos - er wurde Dritter. Der Deutsche Florian Lipowitz wurde zuvor von den drei Fahrern distanziert, kam aber noch knapp vor dem Peloton ins Ziel und holte sich Rang vier.
Bereits 300 Meter vor dem Ziel trat Luke Plapp an und testete die Frische seiner beiden Kontrahenten. An der finalen Linkskurve musste der Australier dann aber abreißen lassen. Er musste anschließend zusehen, wie Vendrame und Nys den Sieg unter sich ausmachten. Der Decathlon AG2R La Mondiale-Fahrer befand sich an der Position des Führenden und fuhr am Anschlag, er konnte aber den Gegenangriff des Belgiers nicht verhindern. Nys zog mit kräftigen Tritten an Vendrame vorbei, der darauf nicht mehr antworten konnte. Für den 21-Jährigen ist es der erste Sieg auf World-Tour-Ebene, zudem ist er der neue Führende in der Gesamtwertung. Bei Favoriten auf den Gesamtsieg der Rundfahrt gab es keine klaren Abstände, sie kamen mit einem Rückstand von 16 Sekunden hinter dem Tagessieger ins Ziel. Auf der vierten Etappe wird wohl im Kampf um den Klassementsieg die Entscheidung fallen.
“Ich wusste nicht wirklich, was mich heute erwartet, weil ich das erste Mal in meiner Karriere in einer frühen Ausreißergruppe war. Vielen Dank an das ganze Team. Ich werde mich das ganze Leben lang an diesen Erfolg zurückerinnern.” - Thibau Nys im Siegerinterview
Auf der 171 Kilometer langen 2. Etappe der Tour de Romandie sollte erstmals Bewegung ins Gesamtklassement der Rundfahrt kommen. Entsprechend nervös war der Beginn des Rennens – es dauerte circa 20 Kilometer und brauchte zahlreiche Attacken, bis sich eine Ausreißergruppe formierte: Erst schafften es fünf Fahrer, sich abzusetzen, dann kamen zwei weitere dazu. Somit umfasste die Spitzengruppe des Tages sieben Fahrer: Unter anderem Roger Adria (Bora-Hansgrohe), der Deutsche Nikias Arndt (Bahrain-Victorious), Thibau Nys und der Zweite des Vortages Andrea Vendrame fuhren vorneweg.
Zügig wuchs der Abstand auf fast sechs Minuten an, dann zog das Peloton aber an und verkleinerte den Abstand zur Spitze sukzessive. Unter anderem EF Education-EasyPost zeigte sich dabei an der Spitze des Hauptfeldes.
Am Anstieg Les Mosses bekamen dann Nikias Arndt und Sean Flynn (Team dsm-firmenich PostNL) in der Fluchtgruppe Probleme und mussten abreißen lassen. An der Spitze des Berges holte sich Andrea Vendrame die vollen zehn Bergpunkte. Für Juri Hollmann, der auf der Etappe im Bergtrikot fuhr, wurde der Italiener nicht gefährlich, der Berliner wird auch auf der kommenden 3. Etappe das Trikot überstreifen.
Bei der Abfahrt und dem folgenden Flachstück schaffte es das Hauptfeld nicht, den Abstand weiter zu verkleinern. Am Zwischensprint elf Kilometer vor dem Ziel hatten die fünf Ausreißer noch immer drei Minuten Vorsprung. Die 15 Punkte bei der Sprintwertung holte sich Andrea Vendrame, der am Ende der Etappe die Führung in der Punktewertung übernahm.
Der Abstand zur Spitze verringerte sich für das Peloton nun schnell und schrumpfte fünf Kilometer vor dem Ziel auf circa eine Minute zusammen. Auch in der Ausreißergruppe wurde die Luft für einige Fahrer dünner, drei Kilometer vor dem Ziel waren nur noch Xandro Meurisse (Alpecin-Deceuninck), Andrea Vendrame und Thibau Nys an der Spitze.
Kurz darauf entschloss sich Luke Plapp aus dem Peloton heraus eine Attacke zu gehen, er schaffte mit Florian Lipowitz am Hinterrad schnell den Anschluss zum Führungstrio. Plapp hatte noch nicht genug, erhöhte abermals das Tempo, sodass Meurisse und Lipowitz den Anschluss verloren. So machten am Ende Plapp, Vendrame und Nys den Tagessieg unter sich aus. Im Finale gewann Nys dank seines Antritts auf den letzten Metern. Lipowitz zeigte hinter dem Trio eine gute Vorstellung und wurde starker Vierter. Bei den Favoriten auf das Gesamtklassement gab es dagegen keinerlei Verschiebungen.