Grade einmal zwei Jahre ist es her, da hörte man den Namen Paul Magnier zum ersten Mal durch die Medien gehen. Mit damals 20 Jahren gewann der Franzose gleich drei Etappen der Tour of Britain. Klar, hier waren die absoluten Topstars nicht am Start, aber für Aufsehen sorgte das Talent dort nichtsdestotrotz. Immerhin starteten bei der kleinen Rundfahrt einige Sprinter aus der WorldTour. Seit der letzten Saison ging es für den Sprinter dann steil nach oben.
Mit einigen Siegen bei zweitklassigen Rennen, darunter auch Eintagesrennen, konnte Magnier zwar weiterhin gute Ergebnisse vorweisen, auf WorldTour-Niveau konnte er sich allerdings noch nicht durchsetzen. Beim Giro d’Italia belegte er auf der Etappe nach Napoli den dritten Platz, musste die Grand Tour aber frühzeitig aufgeben. Nach vier von fünf gewonnen Etappen bei der Slowakei-Rundfahrt ging es für Paul Magnier zur WorldTour-Rundfahrt Tour of Guangxi nach China. Spätestens danach kannte jeder Radsport-Fan seinen Namen. Mit fünf Etappensiegen holte er sich die Sprintwertung und trug an vier Tagen das Führungstrikot des Gesamtklassements. Dabei besiegte er Fahrer wie Jordi Meeus, Pavel Bittner und Jhonatan Narváez.
Bei der traditionell stark besetzten Algarve-Rundfahrt setzte Magnier seine Siegesserie aus dem vergangenen Jahr direkt fort. Abermals gegen Jordi Meeus und Pavel Bittner, diesmal aber auch gegen Jasper Philipsen, Arnaud de Lie, Kaden Groves und Pascal Ackermann, setzte sich der Franzose durch und gewann beide Sprintetappen und das entsprechende Wertungstrikot. Im Anschluss bestritt er einige Klassiker und Tirreno-Adriatico, jedoch ohne nennenswerte Ergebnisse. Der erst am vergangenen Freitag gestartete Giro d’Italia wartete auf ihn.
Jonathan Milan, der bislang bei allen Grand Tours, bei denen er mitfuhr, das Punktetrikot gewann schien auch für die Italien-Rundfahrt 2026 der Favorit für die schnellen Etappen zu sein. Nach den ersten drei Etappen scheint das aber alles andere als sicher zu sein. Paul Magnier schnappte sich die Siege der ersten und dritten Etappe, während Milan und die anderen Sprinter sich mit den Plätzen dahinter begnügen mussten. Aktuell scheint keiner so stark wie Magnier zu sein – mindestens zwei weitere Chancen bekommen die Sprinter noch. Genug Zeit für Milan sich die Sprint-Krone wieder aufzusetzen, oder eben zwei weitere Etappensiege für Paul Magnier. Der junge Franzose ist damit endgültig in der Weltspitze angekommen und könnte der nächste Super-Sprinter werden.
Werkstudent