Sebastian Lindner
· 30.05.2026
Rom ist erreicht, fast 3500 Kilometer hat das Feld in den letzten drei Wochen zurückgelegt. 131 sind es zum Abschluss durch die italienische Hauptstadt, die im zur nicht durchgeführten Weltausstellung 1942 gebauten Stadtviertel Esposizione Universale di Roma wie in den letzten Jahren auch beginnt.
Von dort geht es Richtung Süden an die Tyrrhenische Küste bis Lido di Ostia. Dort wird der Zwischensprint abgenommen und gewendet. Nach 50 Kilometern wird der finale Rundkurs durch die Innenstadt erreicht. 9,5 Kilometer, die acht Mal zu fahren sind. Vorbei am Kolosseum, in Sichtweite zum Pantheon und zur Piazza Navona, auf dem Rückweg direkt entlang am Ufer des Tiber. Am Circus Maximus liegt dann die Ziellinie.
Teile der Runde sind mit gut zu fahrendem Kopfsteinpflaster versehen, das zumindest bei Trockenheit keine Probleme machen sollte. 500 Meter vor dem Ziel wartet noch eine kleine Welle mit fünf Prozent Steigung, die 350 Meter lange Zielgerade selbst ist ebenfalls leicht ansteigend.
Die Gesamtwertung ist zementiert, das Bergtrikot vergeben. Spannend bleibt es jedoch im Kampf um das Maglia Ciclamino. Der frühe Zwischensprint nach 23 Kilometern könnte Jhonatan Narvaez (UAE Team Emirates - XRG) die Chance geben, dringend benötigte Zähler für die Punktewertung zu sammeln, bevor Paul Magnier (Soudal Quick-Step) im Finale die Chance hat, zurückzuschlagen.
In die Reihe von Mark Cavendish, Tim Merlier und Olav Kooij, die die drei letzten Sprintankünfte von Rom ab 2023 für sich entschieden, würde der Name Magnier gut passen. Allerdings auch der von Jonathan Milan (Lidl - Trek), der entgegen aller Erwartungen bisher keinen Sieg beim Giro feiern konnte. Es ist seine letzte Chance in 2026.
Wenn er sie denn wahrnehmen kann. Milan zählte zu den lautesten Kritikern der Streckenführung auf den vermeintlichen Sprintetappen, die in den Finals immer wieder mit kleineren oder größeren Schwierigkeiten aufwarteten. Auch das Finale von Rom kommt nicht ohne aus. Auf halber Strecke zwischen Teufelslappen und Ziel wartet nochmal eine Fünf-Prozent-Hürde auf die Sprinter.