Thomas Huber
· 13.07.2024
Die Königsetappe des Giro d’Italia der Frauen 2024 am Blockhaus gewinnt mit Neve Bradbury eine Australierin vom deutschen Team Canyon//SRAM Racing. Mit einem Abstand von 44 Sekunden vor Lotte Kopecky (Team SD Worx - Protime) und Elisa Longo Borghini (Lidl-Trek) holte sie sich den Tagessieg auf der 7. Etappe. In der Gesamtwertung rückt Bradbury auf Rang drei vor und übernimmt das Weiße Trikot von der deutschen Teamkollegin Antonia Niedermaier. Sie wurde am Ende starke Fünfte. In der Gesamtwertung liegt derweil Longo Borghini mit einer Sekunde Vorsprung vor Kopecky weiterhin an der Spitze. Damit läuft es auf der abschließenden 8. Etappe auf einen Sekundenkrimi in der Gesamtwertung heraus.
Neve Bradbury krönte eine ganz starke Leistung mit dem Tagessieg am Blockhaus. Erst sorgte sie 14 Kilometer vor dem Ziel mit einer Tempoverschärfung aus dem Peloton heraus dafür, dass sich fünf Fahrerinnen an die Spitze setzten: Neben der Australierin waren dies die Teamkollegin Antonia Niedermaier, Lotte Kopecky, Elisa Longo Borghini und Pauliena Rooijakkers (Fenix-Deceuninck). Fünf Kilometer später setze Bradbury ihre nächste Attacke und konnte sich von der Konkurrenz lösen. Am Ende kam sie mit einem Vorsprung von 44 Sekunden vor ihren ärgsten Verfolgerinnen ins Ziel.
Zu Beginn des Rennens gab es bereits Attacken: Unter anderem Claire Steels (Movistar) und die Deutsche Romi Kasper (Human Powered Health) setzten sich ab, während noch vor dem ersten großen Anstieg des Tages am Passo Lanciano das Feld zusammenrollte und alle Ausreißerinnen stellte.
Dort dünnte sich das Feld bereits extrem aus. An der Spitze des Anstiegs befanden sich nur noch circa 25 Fahrerinnen im Peloton. Die Bergwertung gewann Justine Ghekiere (AG Insurance – Soudal Team), die damit die Führung in der Sonderwertung übernahm– auch, weil Clara Emond (EF Education-Cannondale) die Rundfahrt aufgeben musste.
An der darauffolgenden Abfahrt setzten sich 17 Fahrerinnen von den übrigen ab. Viele der Klassementfahrer befanden sich nun an der Spitze des Feldes: Kopecky, Longo Borghini, Labous und Niedermaier. Vor dem finalen Anstieg zum Blockhaus rollten die beiden Gruppen dann aber wieder zusammen.
Realini schraubte am Blockhaus gehörig am Tempo. Cecilie Uttrup Ludwig (FDJ-Suez) bekam als erste Klassementfahrerin 15 Kilometer vor dem Ziel Probleme. Auch Juliette Labous (Team dsm-firmenich PostNL) wurde zwischenzeitlich abgeschüttelt, saugte sich aber wenig später wieder heran. Dann setzte Bradbury eine Attacke und sorgte dafür, dass neben ihr nur noch Niedermaier, Rooijakkers, Longo Borghini und Kopecky an der Spitze des Feldes zu finden waren.
Fünf Kilometer später schüttelte Bradbury mit einer erneuten Tempoverschärfung die übrigen Mitstreiterinnen ab und fuhr als Solistin in Richtung Tagessieg. Die vier Verfolgerinnen ließen die Australierin ziehen. In der Folge versuchte es Longo Borghini mit einer Attacke. Sie konnte immerhin dafür sorgen, dass Niedermaier zurückfiel. Kurz vor dem Ziel schüttelte die Italienerin mit Kopecky im Schlepptau auch noch die tapfer kämpfende Rooijakkers ab. Den Zielsprint zwischen Platz zwei und drei gewann dann Kopecky, die fortan nur noch eine Sekunde Rückstand auf die gesamtführende Italienerin hat. Die überragende Tagessiegerin heißt derweil Neve Bradbury.