Giro d’Italia 2026Vorschau 20. Etappe: Der letzte Berg

Sebastian Lindner

 · 29.05.2026

Giro d’Italia 2026: Vorschau 20. Etappe: Der letzte BergFoto: Getty Images
Marco Pantani gewann 1998 eine der vielen Ankünfte des Giro in Piancavallo.
​Vom 8. bis 31. Mai bestimmt der Giro d’Italia 2026 das Geschehen im Radsport. Von Bulgarien führt die Strecke der 109. Auflage über 21 Teilstücke und knapp 3500 Kilometer nach Rom. Das ist die 20. Etappe.

Themen in diesem Artikel

​Die wichtigsten Infos zur 20. Etappe des Giro d’Italia 2026

  • Samstag, 20. Mai: Gemona del Friuli - Piancavallo
  • 200 Kilometer, 3750 Höhenmeter (Bergankunft)
  • 3 Bergwertungen: KM 85,8 (2. Kat), KM 147,3 (1. Kat), KM 200,0 (1. Kat)
  • Zwischensprint KM 73,6
  • Red Bull Kilometer: KM 176,3
  • Start: 10:45 Uhr, Zielankunft: ca. 16:00 Uhr
  • Liveticker und Ergebnisse

Die Strecke der 20. Etappe der Italien-Rundfahrt

Das Profil der 20. Etappe des Giro d’Italia 2026Foto: RCSDas Profil der 20. Etappe des Giro d’Italia 2026

Gemona del Friuli ist keineswegs zufällig Ausgangspunkt der letzten entscheidenden Etappe für das Gesamtklassement. Vor 50 Jahren wurde der Ort von einem schweren Erdbeben heimgesucht, dass für großflächige Zerstörung und viele Tote in der gesamten Region sorgte. In diesem Jahr erinnert der äußerste Nordosten Italiens an diese Katastrophe - und der Giro beteiligt sich.

Die 200 Kilometer der 20. Etappe führen zunächst in einer großen Runde flach um den Ort und bis ins erweiterte Umland von Udine, bevor Kurs Westen eingeschlagen wird. Kurz vor Halbzeit warten in Clauzetto (3. Kategorie) die ersten der 3750 Höhenmeter, doch bevor es wirklich schwierig wird, bleibt es erst nochmal flach bis Aviano, weil sich die Strecke am Fuße der Karnischen Alpen entlang schlängelt.

Aber dann macht die Strecke den Abstecher ins Gebirge. 14,5 Kilometer mit im Schnitt 7,8 Prozent Steigung warten auf dem Weg nach Piancavallo (1. Kategorie). Die ersten sechs Kilometer bringen es auf 9,5 Prozent, oben wird es etwas flacher. Oben angekommen, geht es lange bergab. Für 15 Kilometer steil, danach nur noch leicht abschüssig. Und dann sind die Fahrer wieder in Aviano - und müssen noch mal rauf nach Piancavallo.

Dann ist aber Schluss. An der Bergwertung liegt auch der Zielstrich.

Die Strecke der 20. Etappe des Giro d’Italia 2026Foto: RCSDie Strecke der 20. Etappe des Giro d’Italia 2026
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Sportliche Einschätzung zur 20. Etappe des Giro d’Italia 2026

1998 siegte Marco Pantani in Piancavallo und gewann später den Giro. 22 Jahre später machte es ihm Tao Geoghegan Hart nach. Das Bergdorf machte, wenn es denn im Programm stand, schon öfter den Giro-Sieger. 2026 könnte es wieder so weit sein, dass der Gesamtsieger hier erneut auch den Tag für sich entscheidet.

Allerdings wäre es dieses Mal nur eine weitere Bestätigung der Vormachtstellung, die Jonas Vingegaard (Team Visma | Lease a Bike) bei dieser Italienrundfahrt innehatte. Für den Kampf um das Podium könnte der letzte Berg der Rundfahrt aber doch eine Rolle spielen. Die letzte Chance, Boden auf die Konkurrenten gutzumachen.

Für die einen heißt es damit, auf Nummer sicher zu gehen und nur zu reagieren, für die anderen bedeutet das: Alles oder Nichts. Das kann unter Umständen auch schon bei der ersten Überfahrt in Piancavallo beginnen. So er sich denn von seiner Schwächephase erholt hat, wäre Giulio Pellizzari (Red Bull - BORA - hansgrohe) ein Mann für ein letztes Hurra dieser Art, zumal er damit auch noch seinem Teamkollegen Jai Hindley im Kampf ums Podium als Relaisstation dienen könnte, falls es mit dem Tagessieg nicht klappt.

Vielleicht geht es aber auch noch ums Bergtrikot. Es werden auf jeden Fall einige Entscheidungen fallen.

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