Vor allem in der letzten Woche muss die Corsa Rosa einige an Transferkilometern zurücklegen, was durchaus fordernd sein kann. Aus der Schweiz geht es zurück in das Umland von Mailand, wo der Tross am Vortag des zweiten Ruhetags bereits war. In Cassano d’Adda beginnt die 17. Etappe, die zum ersten Mal seit dem Blockhaus-Teilstück wieder die 200-Kilometer-Marke knackt.
Beginnend östlich von Mailand schlängelt sich die Strecke zwischen Bergamo und Brescia zunächst flach bis zum Lago d’Iseo. Ist das Gewässer passiert, warten in kurzer Abfolge zwei Bergwertungen der 3. Kategorie am Passo dei Tre Termini und der Cocca di Lodrino. Danach dreht die Strecke auf Richtung Nordost. Es warten in der Folge keine großen Anstiege, doch das Terrain bleibt permanent leicht ansteigend.
Das Finale der Etappe, die letzten 30 Kilometer, ist coupiert. In Andalo-Lever wartet elf Kilometer vor dem Ziel die letzte Bergwertung (3. Kategorie). Die 8,3 Kilometer davor sind im Mittel zwar nur 3,8 Prozent steil, aber äußerst unrhythmisch. Es schließt sich eine mitunter steile, fünf Kilometer lange Abfahrt an, der wiederum sechs Kilometer bergauf folgen. Erst die letzten 1500 Meter der Etappe sind dann wieder flach.
Als der Giro vor zehn Jahren letztmals eine Etappe in Andalo finalisierte, hieß der Sieger Alejandro Valverde. Doch damals war der Tag deutlich schwieriger. Mit dem diesjährigen Finish könnte sich der Spanier aber auch identifizieren.
Obwohl 3300 Höhenmeter auf dem Menü stehen, sind große Berge doch Fehlanzeige. Das Finale hätte dennoch auch das Potenzial, klassementrelevant zu sein, zumindest im Sekundenbereich. Mit dem schwierigen Giro-Finale vor der Brust werden die GC-Fahrer hier aber die Beine stillhalten, sodass der Tag tendenziell eher wieder einer für die Ausreißer wird. Dass Visma | Lease a Bike nicht auf Teufel komm raus ganze Etappen kontrolliert, hat die Rundfahrt bereits oft genug bewiesen.
Solange kein Fahrer in die Gruppe des Tages geht, der für die Top 10 der Gesamtwertung gefährlich ist, kann es hier also auch wieder riesige Abstände zwischen dem Sieger und dem Feld geben. Für ein großes Feld, das verbissen um den Tagessieg kämpft, ist das Finale auch nicht zwingend gemacht.