Nach dem dritten und letzten Ruhetag des Giros macht die Rundfahrt noch mal einen Sprung über die Landesgrenze in die Schweiz. Die komplette 16. Etappe wird bei den Eidgenossen ausgetragen.
Das Teilstück beginnt in Bellinzona, unweit der Grenze zu Italien und dem Lago Maggiore und führt zu geradewegs Richtung Norden auf leicht ansteigendem Terrain ins Bleniotal. Dort erwartet das Feld ein 22 Kilometer langer Rundkurs, der zwei Mal zu absolvieren ist. Die Runde bringt in Torre (3. Kategorie) und nach acht Kilometer langer Abfahrt in Leontica (2. Kategorie) jeweils zwei Bergpreise mit sich.
Sind die Runden absolviert, führt die Strecke zunächst Richtung Süden, um dann ins Gotthardtal abzubiegen. Bis Faido steigt die Anzahl der absolvierten Höhenmeter nur langsam, aber stetig. Dann aber warten knapp zwölf Kilometer mit acht Prozent im Schnitt bis zur Bergankunft im Ferienort Carì. Im unteren Bereich folgt eine Serpentine auf die nächste, im oberen Teil werden die Kurven etwas weniger. Dafür wird es allerdings auch steiler, mit bis zu 13 Prozent maximal.
Insgesamt sind nur 113 Kilometer zu absolvieren. Damit ist die 16. Etappe nach dem Zeitfahren die zweitkürzeste der gesamten Rundfahrt.
Carì ist komplett neu im Giro-Programm. Die Tour de Suisse war aber schon zwei Mal hier. Zuletzt 2024 mit Adam Yates als Sieger. Wäre der UAE-Kapitän noch im Rennen, wäre der gleichmäßige Schlussanstieg einer für ihn.
So aber spricht alles einmal mehr für Jonas Vingegaard (Team Visma | Lease a Bike) als Etappensieger, der bislang alle drei Bergankünfte der Italienrundfahrt für sich entschieden hat. Nach dem Ruhetag sind die Klassementfavoriten ausgeruht, Ausreißer werden zudem eher auf den Folgetag schauen, der für eine Fluchtgruppe schon eher interessant ist.
Weil auch der Kampf ums Bergtrikot ausgefochten ist und das Trikot mutmaßlich ebenfalls an Vingegaard gehen wird, ist auch deswegen nicht mit massenhaften Attacken zu rechnen, obwohl die Punkte auf der Runde vergleichsweise einfach einzusammeln wären. Und so wird die Entscheidung wieder auf den letzten fünf, sechs Kilometern fallen.