Sebastian Lindner
· 27.05.2026
Aus dem Trentino nach Venetien führt die 171 Kilometer lange Etappe, die vor dem Schlusstag die letzte ist, die als flach bewertet werden kann. Im Etschtal beginnt der Tag, der sich im Wesentlichen westwärts orientiert und auch in der Folge überwiegend in den Tälern bleibt. Auf mehr als 500 Meter über dem Meeresspiegel kommt das Feld nicht.
Wirklich eben ist aber auch nur selten. Abgesehen von den ersten 20 Kilometern ist die Strecke entweder leicht wellig oder gar etwas abschüssig. Das letzte Viertel ist dann wieder durch viel Hoch und Runter geprägt. Die größte Welle wartet dabei zehn Kilometer vor dem Ziel. Die Bergwertung an der Muro die Ca’ del Poggio ist 1100 Meter lang, aber im Mittel mehr als zwölf Prozent steil, in der Spitze fast bis zu 20.
Abgesehen von der leicht ansteigenden Zielgeraden sind die letzten Kilometer wieder eher abschüssig, mitunter auch kurvig.
Als Zielort ist Pieve di Soligo neu im Programm des Giros. Weniger revolutionär ist die Streckenführung im Laufe der Rundfahrt. Einmal mehr wartet kurz vor dem Ziel ein Hügel, der es den Sprintern unglaublich schwierig bis unmöglich machen wird, um den Etappensieg zu fahren.
Die gut 1000 Meter mit zweistelligen Steigungsprozenten werden - das hat der Rennverlauf gezeigt - zu viel sein für Paul Magnier (Soudal Quick-Step), Jonathan Milan (Lidl - Trek) und Dylan Groenewegen (Unibet Rose Rockets). Für die GC-Fahrer dürfte die Welle mit Blick auf die beiden kommenden Hochgebirgstage irrelevant sein, es gilt Kräfte zu sparen. Und so riecht es einmal mehr nach einer großen Gruppe, die es gemeinsam ins Ziel schafft. Ein Name, der darin nicht fehlen wird, dürfte Jhonatan Narvaez (UAE Team Emirates - XRG) sein, der noch auf das Maglia Ciclamino hofft und hier den entscheidenden Vorteil erkämpfen könnte.